Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 02.11.2015, 12:46h           84      Teilen:   |

Bischöfe einstimmig für Ehe für alle

Norwegens Kirche öffnet die Ehe für Schwule und Lesben

Artikelbild
In Norwegens Kirchen dürfen sich ab 2017 auch Schwule und Lesben das Ja-Wort geben (Bild: flickr / Ben Salter / cc by 2.0)

Knapp sieben Jahre nach der Ehe-Öffnung in Norwegen gibt die ehemalige Staatskirche ihren Widerstand gegen die Gleichbehandlung von Homo-Paaren auf.

Die zwölf Bischöfe der evangelisch-lutherischen Volkskirche von Norwegen haben sich am Freitag einstimmig dafür ausgesprochen, dass künftig auch gleichgeschlechtlichen Paaren kirchliche Eheschließungen gewährt werden sollen. Sie stimmten dafür, die Ehe-Liturgie dafür entsprechend anzupassen, wie Bischöfin Helga Haugland Byfuglien, die Präses der norwegischen Bischofskonferenz, mitteilte. "Das ist ein sehr wichtiger Tag für die Kirche", sagte die 65-Jährige.

Norwegen hatte bereits zum 1. Januar 2009 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet (queer.de berichtete). Allerdings lehnte die Volkskirche, der über vier Fünftel der Norweger angehören, bis vor kurzem die Ehe für alle ab, um eine Abspaltung von konservativen Christen zu vermeiden.

Als die gleichgeschlechtliche Ehe über die Jahre aber Normalität im skandinavischen Land wurde, nahm der innerkirchliche Widerstand immer mehr ab. 2013 befürworteten bereits acht der zwölf Bischöfe die Gleichstellung im Kirchenrecht (queer.de berichtete). Bei der darauffolgenden Synode wurde aber nur die Segnung von Homo-Paaren beschlossen – für Eheschließungen mussten Schwule und Lesben weiterhin zum Standesamt, während norwegische Pfarrer für heterosexuelle Paare die Funktion eines Standesbeamten übernehmen.

Fortsetzung nach Anzeige


"Historische" Entscheidung

Die Gleichstellung wurde dieses Jahr vor allem von der "Åpen Folkekirke" (Offene Volkskirche) vorangetrieben, die vor einem Monat bei den Kirchenwahlen fast zwei Drittel der Stimmen gewinnen konnte. Dieses Ergebnis überzeugte offenbar auch die Bischöfe. Sturla Stålsett, der Vorsitzende der Organisation, nannte deren Entscheidung vom Freitag "historisch".

Jetzt muss die Synode im Frühjahr den Beschluss der Bischöfe noch absegnen. Die ersten Eheschließungen in der Kirche könnten dann 2017 stattfinden.

Die lutherischen Kirchen in Norwegens Nachbarländern haben bereits vor Jahren Schwule und Lesben bei Hochzeiten gleichgestellt: Die schwedische Kirche hatte 2009 die Ehe für Schwule und Lesben zugelassen, nachdem das Parlament die Ehe geöffnet hatte (queer.de berichtete). Dänemark hatte 2012 ein Gesetz zur Ehe-Öffnung beschlossen, in dem es heißt, dass Kirchen homo- und heterosexuelle Paare bei Hochzeiten gleichbehandeln müssen (queer.de berichtete).

Im Juni brachte der ehemalige Eurovision-Sänger Tooji das Thema der gleichgeschlechtlichen Eheschließung in der Kirche in die Schlagzeilen, als er ein Coming-out-Video veröffentlichte, das er in einer Kirche gedreht hatte. Der Osloer Bischof Ole Christian Kvarme kritisierte daraufhin den Sänger scharf, weil der Videodreh wegen der gezeigten Sex-Szenen nie genehmigt worden wäre (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 84 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 4558             29     
Service: | pdf | mailen
Tags: norwegen, evangelische kirche, ehe für alle, ehe-öffnung
Schwerpunkte:
 Evangelische Kirche
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Norwegens Kirche öffnet die Ehe für Schwule und Lesben"


 84 User-Kommentare
« zurück  12345...89  vor »

Die ersten:   
#1
02.11.2015
13:07:24


(+5, 11 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


""Dänemark hatte 2012 ein Gesetz zur Ehe-Öffnung beschlossen, in dem es heißt, dass Kirchen homo- und heterosexuelle Paare bei Hochzeiten gleichbehandeln müssen""..

Ohne ein solches Gesetz wird das in der BRD nie was werden..
Die "Kirchen" muß man zur Einhaltung des Grundgesetzes und der Menschenrechte zwingen, und sie dazu entsprechend knebeln..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
02.11.2015
13:12:20
Via Handy


(+9, 17 Votes)

Von Nico


Nicht, dass mich die Meinung irgendwelcher Sekten interessieren würde, aber schön, dass die ihren Widerstand aufgegeben haben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
02.11.2015
13:20:23
Via Handy


(+9, 13 Votes)

Von Luca


Die haben gemerkt, dass ihnen aufgrund ihrer mittelalterlichen, menschenverachtenden Haltung die Mitglieder in Scharen davonrennen und ziehen jetzt die Reißleine, ehe sie ganz alleine dastehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
02.11.2015
13:32:27


(+6, 10 Votes)

Von Hintertüpfelsau


Und in Matthäus1933's Scheune fällt ein Sack Reis um.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
02.11.2015
13:38:01


(+6, 8 Votes)

Von Belle Epoque


Endlich hat Norwegens ehemalige Staatskirche den Widerstand gegen die "Ehe für Alle" aufgegeben, da sonst eine große Austrittswelle gefolgt wäre!

Natürlich wäre es zu wünschen, wenn in anderen Staaten die Kirchen auch so handeln würden, aber da können wir noch tausende von Jahren warten!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
02.11.2015
13:41:10


(+8, 12 Votes)

Von religionsfrei
Antwort zu Kommentar #3 von Luca


"Allerdings lehnte die Volkskirche, der über vier Fünftel der Norweger angehören..."

rekrutierung von minderjährigen für religiöse wahnvorstellungen endlich verbieten!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
02.11.2015
14:15:19


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal


Das ist eine gute Nachricht angesichts des offensichtlichen homophoben Rollbacks hierzulande und v.a. im Osten Europas.

Je breiter die Gleichstellung in einer Gesellschaft verankert ist, desto schwieriger wird es, in alte Auslöschungsmuster (Rentzing (ev.), Huonder (kath.)) zurückzufallen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
02.11.2015
14:53:42


(+8, 8 Votes)

Von ursus


>"Die schwedische Kirche hatte 2009 die Ehe für Schwule und Lesben zugelassen, nachdem das Parlament die Ehe geöffnet hatte."

wenn ich mich richtig erinnere, hatte man die schwedische kirche vor die wahl gestellt, entweder auch homos zu trauen oder das recht auf zivilrechtlich anerkannte eheschließungen ganz entzogen zu bekommen.

in norwegen war man offenbar nicht so konsequent und hat der kirche erlaubt, staatliche aufgaben zu übernehmen und dabei gleichzeitig einen teil der bürger_innen zu diskriminieren. das war ein fehler, der einer modernen demokratie nicht gut zu gesicht steht.

grundsätzlich halte ich es für verkehrt, kirchen oder anderen organisationen das schließen von ehen zu erlauben.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
02.11.2015
16:01:17


(+8, 8 Votes)

Von Felix
Antwort zu Kommentar #8 von ursus


Richtig. Wenn die Kirche schon Staatsaufgaben übernehmen will, dann hat sie das auch im selben Umfang wie der Staat und ohne Diskriminierung zu tun. Wenn sie das nicht wollen, müssen sie halt ganz darauf verzichten...

Schön dass Schweden so konsequent war und sich nicht von den frömmelnden Hasspredigern hat beeinflussen lassen. Wäre in Deutschland leider undenkbar.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
02.11.2015
17:10:24


(0, 6 Votes)

Von Cygnus2015
Aus Nähe Stuttgart (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 22.07.2015
Antwort zu Kommentar #1 von TheDad


Grundsätzlich halte ich es nicht für den richtigen Weg, die Kirchen zur Trauung von schwulen und lesbischen Paaren zu zwingen. Genauso wenig wie sich der Staat von den Kirchen daran hindern lassen darf, die Ehe zu öffnen. Nicht ohne Grund gibt es eine Trennung zwischen Zivilehe und kirchlicher Trauung.

Wenn Religionsgemeinschaften (gleich welche) ihren Wert der Ehe in der traditionellen Verbindung von Mann und Frau sehen, sollen sie meinetwegen entsprechende Entscheidungen treffen, wem sie ihren Segen zukommen lassen. Solange sie nicht den Staat davon abhalten, die Zivilehe zu öffnen (wie sie es in Deutschland und Italien leider tun). Aber sie müssen dann auch mit den Konsequenzen leben, dass dann sich dann auch Schwule und Lesben (und liberale Heteros) von ihnen abwenden, weil sie vor den Kopf gestoßen werden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...89  vor »


 Ort: Oslo


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung 25 Jahre "Schwulen-Verrat" im Fernsehen LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt