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  • 02.11.2015, 23:49h           92      Teilen:   |

Magdeburg

"Demo für alle": Mutmaßlicher Brandanschlag auf Beverfoerdes Wagen

Artikelbild
Der Schaden des Feuers soll einer ersten Schätzung zufolge 80.000 Euro betragen. Vor zwei Wochen hatte Beverfoerde den Wagen auf Facebook allerdings bereits als kaputt erklärt und mit "Adieu, mein roter Getreuer" verabschiedet. (Bild: PM "Demo für alle")

Die Organisatorin der homophoben Proteste, Hedwig von Beverfoerde, gibt einer angeblichen Stimmungsmache gegen ihre Bewegung die Schuld.

Von Norbert Blech

In Magdeburg ist es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu einem vermutlichen Brandanschlag auf ein Firmengelände gekommen, das der Familie von Beverfoerde gehört und seit einigen Monaten die offizielle Adresse der "Demo für alle" ist. Das gab die Organisatorin der Proteste, Hedwig von Beverfoerde, am Montag bekannt.

Bei dem Brand wurde ein VW-Bus zerstört, der bei den Demos zum Einsatz kam, auch wurden anliegende Gebäude beschädigt. Die Polizei sprach am Montag von ersten Schätzungen der Feuerwehr, wonach der Schaden 80.000 Euro betragen könnte. Die Pressemitteilung der Polizei vermeidet eine Festlegung auf einen Brandanschlag: "Ermittlungen bezüglich der Brandursache dauern derzeit an."

Allerdings hatte es am Sonntag ein Bekennerschreiben auf indymedia gegeben. In ihm heißt es, mit dem Anschlag solle eine "geistige Brandstifterin zur Rechenschaft" gezogen werden, als "Anmelderin und das politische Gesicht der reaktionären und homophoben Massenbewegung, die unter dem Label 'Demo für alle' auftritt". Das Schreiben verweist auch auf den Anschlag auf einen Wagen der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch vor einer Woche, aus deren Berliner Büro von Beverfoerde die "Demo für alle" zunächst organisiert hatte. Eine gleiche Täterschaft wird allerdings nicht angedeutet.

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Kritik an "geistigen Brandstiftern"

In einer ersten Reaktion zeigte sich Hedwig von Beverfoerde kämpferisch: "Die 'Demo für alle' lässt sich nicht niederbrennen. Unser Einsatz für Ehe und Familie geht unverändert weiter." Zugleich gab sie "geistigen Brandstiftern" die Schuld an der mutmaßlichen Tat: "Es fällt auf, dass auch dieser hinterhältige Anschlag aus dem linksextremen Milieu nur wenige Tage nach der Premiere des Stücks 'Fear' an der Berliner Schaubühne verübt wurde", schrieb sie auf der Facebook-Seite der "Demo für alle".

In dem Stück des schwulen Regisseurs Falk Richter werden homophobe Bewegungen ebenso thematisiert wie unter anderem Pegida. Von Beverfoerde kritisiert, dass in "Fear" Gabriele Kuby, Beatrix von Storch, Birgit Kelle "und ich auf verleumderische Weise als rechtsextreme, Hassreden schwingende Zombies dargestellt und 'künstlerisch' zum Abschuss freigegeben" würden. Das sei "geistige Brandstiftung, die offenbar direkt zu echter Brandstiftung führt".

Während diese Deutung begann, sich auf Seiten wie kath.net und "Junge Freiheit" zu verbreiten, meldete sich auch Birgit Kelle zu Wort und kritisierte, in dem Stück "in einer Art Hexenjagd für vogelfrei erklärt werden". Sie verlinkte dazu einen Blogeintrag ihres Mannes Klaus Kelle unter dem Titel "Die Saat der Hetzer scheint aufzugehen", der die Anschuldigungen noch auf geradezu alle Kritiker der "Demo für alle" ausweitete.

"Immer deutlicher zeigt sich, dass hier die Saat von Internet-Hetzern und ihren Stichwortgebern aufgeht, die inzwischen selbst zutiefst bürgerliche und christlich gesinnte Menschen publizistisch in die Nähe des Rechtsradikalismus rücken und somit zum Abschuss freigeben", schreibt Kelle. "Die Portale der Hassfratzen sind bekannt, auf denen ungezügelte Drohungen und Beleidigungen schon ausgestoßen werden, wenn jemand nur öffentlich für die traditionelle Familie eintritt. Und die Handvoll Leute, die mit sogenannten 'Analysen' und Schmähschriften für den inhaltlichen Unterbau solcher Gewalttäter sorgen, sind auch bekannt. Nur dass kein Justizminister kommt, um solchen Leuten das Handwerk zu legen."

Hetze, Proteste und Gewalt

Von mutmaßlichen Linksextremisten hatte es zuletzt mehrfach Anschläge gegen (auch) homosexuellenfeindliche Personen gegeben. So wurde vor zwei Jahren nach der homophoben "Familienkonferenz" des Magazins "Compact" das Wohnhaus von Thilo Sarrazin mit rosa Farbbeuteln beworfen (queer.de berichtete). Unbekannte setzten vor der letzten "Demo für alle" auch Farbbeutel in Regenbogenfarben gegen das Heilbronner CDU-Parteibüro ein (queer.de berichtete).

Zugleich hatte sich die LGBT-Szene aber immer wieder friedlich gegen die "Demo für alle" und ähnliche Bewegungen zur Wehr gesetzt, etwa erst letzten Montag, als zahlreiche Schwule und Lesben einen öffentlichen Auftritt von Beverfoerde kaperten (queer.de berichtete).

Auf den "Demos für alle" in Stuttgart und Hannover, die auf dem rechten Hetzportal "Politically Incorrect" beworben wurden, war von Rednern immer wieder Stimmung gegen LGBT-Rechte gemacht worden. Die Proteste, die sich ursprünglich nur gegen Schulaufklärung über Homo- und Transsexualität wandten, hatten sich zuletzt auch gegen einen Aktionsplan gegen Homophobie und eine Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare gerichtet.

Mehr zum Thema:
» Besorgte Schwule und Lesben kapern Beverfoerde-Auftritt (27.10.2015)
» "Demo für alle" beklatscht "enthaltsamen" Schwulen (11.10.2015)
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Tags: demo für alle, hedwig von beverfoerde, magdeburg, anschlag
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Reaktionen zu ""Demo für alle": Mutmaßlicher Brandanschlag auf Beverfoerdes Wagen"


 92 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
03.11.2015
00:01:53


(-12, 18 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Es ist eine schwierige Frage, ob Teile unserer Community hier eine Mitverantwortunng tragen. Prinzipiell halte ich nichts von der These von den "geistigen Brandstiftern". Anschläge können und werden auch ohne "geistige" Unterstützung durchgeführt. Trotzdem sollte man die Diskussion etwas entschärfen


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#2
03.11.2015
00:16:30


(+10, 14 Votes)

Von Naja


Ausgerechnet die größten geistigen Brandstifter, die hetzen und homophobe Stimmungsmache betreiben, werfen anderen Stimmungsmache vor, nur weil die deren Hetze nicht unwidersprochen stehen lassen.

Würde mich nicht wundern, wenn die oder ihre Anhänger das waren, weil ihnen langsam die Felle davonschwimmen. So kann man sich wieder mal als Opfer aufspielen, den Homohass weiter schüren und uns als ach so gemeingefährliche Subjekte darstellen. Und bekommt ganz nebenbei von der Versicherung ein neues Auto. (Ist natürlich nur Spekulation, aber Leuten die dermaßen lügen, traue ich auch das zu.)

Vielleicht war es aber auch jemand, mit dem diese Leute sich sonst noch so anlegen. Oder ein technischer Defekt oder Blitzschlag. Schon erstaunlich, wie schnell die eine "passende" Erklärung parat hat ohne den wahren Grund zu kennen. Oder war diese Erklärung schon vorher zurechtgelegt?


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#3
03.11.2015
00:23:21


(+14, 16 Votes)

Von michael008
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Dont_talk_about


Direkte Verantwortung tragen hier nur die Täter
die sich aus Dummheit, Verzweiflung und/oder
Wut zu Gewalt hinreißen ließen, vielleicht im Glauben das Richtige zu tun.
Sie haben uns damit einen Bärendienst erwiesen.

Brandstifter aber sind nicht Künstler oder berechtigt Protestierende, sondern Frau Bevernfoerde und ihre heuchlichere Truppe,
die mit verbaler Gewalt versucht, eine Entwicklung in der Bevölkerung zu stoppen und sogar umzukehren, die mehr Fairness, Solidarität
und gleichberechtigtes Nebeneinander für alle
Formen der Liebe und des Lebens bedeuten könnte.
Diese traurigen Gestalten verteidigen weder Familie noch Gesellschaft, sondern sind hasszerfressen und tragen diesen Hass hinaus in die Welt.


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#4
03.11.2015
00:24:15


(+11, 15 Votes)

Von Sebi


Gewalt und auch Sachbeschädigung sind natürlich nicht akzeptabel.

Aber es ist noch gar nicht die Brandursache bekannt. Und falls es wirklich Brandstiftung war, weiß man noch gar nicht, wer es war. Könnte ja auch ein ehemaliger Angestellter sein, der noch ein Hühnchen zu rupfen hat.

Dass diese Dame dennoch wieder mal die Schwulen gleich als Schuldige identifiziert, zeigt dass SIE die Hetzerin ist. Sie und ihre Mitstreiter waren diejenigen, die die Hetze begonnen haben. Wenn wir dann darauf reagieren, indem wir deren Lügen entlarven, die psychologischen Tricks aufdecken, etc. sind nicht wir diejenigen, die das Klima vergiften. Aber für solche Leute, die alle anderen Meinungen verbieten wollen, sind natürlich immer per definition diejenigen, die auch ihre Rechte nutzen die Schuldigen.


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#5
03.11.2015
00:34:32


(+14, 18 Votes)

Von Tim R


Noch kennt ja keiner den Grund. Und wenn es wirklich Brandstiftung war, will ich das nicht beschönigen oder gar rechtfertigen.

Aber eine Sache sollte man schon bedenken:
Frau Beverfoerde und ihre Mitstreiter tragen dazu bei, dass weiterhin an Schulen keine Aufklärung stattfindet und dass weiterhin schwule, lesbische, bi-, trans- und intersexuelle Jugendliche sich deutlich öfter als Hetero-Jugendliche das Leben nehmen. Von homophoben Morden ganz zu schweigen.

Was ist wohl wertvoller:
ein Auto oder zig Menschenleben?

Insofern ist sowas zwar (wenn es überhaupt Brandstiftung war) nicht okay, aber gerade jemand, der zu soviel Übel mit weitaus schlimmeren Folgen beiträgt, sollte jetzt nicht das Opfer spielen.

Die wahren Opfer sind nicht diejenigen, die ein Auto verlieren (wofür wohl auch die Versicherung aufkommen dürfte), sondern diejenigen, die aufgrund deren Hetze den Rest ihres Lebens psychologische Probleme haben oder gar das Leben verlieren.


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#6
03.11.2015
00:40:55


(-11, 15 Votes)

Von Grüner


Wer das gut findet oder rechtfertigt, ist ein Faschist.


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#7
03.11.2015
00:56:28


(+11, 15 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #1 von Dont_talk_about


"Trotzdem sollte man die Diskussion etwas entschärfen"

Sag das mal den besorgten Eltern und der Demo für Alle...


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#8
03.11.2015
01:24:16


(+8, 14 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Aus lauter Angst ums Auto, schicken diese Neo-Nadelstreifennazis sich demnächst auch noch an, Homosexuellen zur Strafe die Menschenrechte in "Gottes Namen" und im Sinne der "Volksgesundheit" abzuerkennen. Das tut sich ein Mischpoke zusammen, die längst nahezu tagtäglich geistig brandstiftet und vom "Bürgerkrieg" faselt, weil sie eine andere autoritäre, völkisch-nationalistische Theokratie und Monarchie herbeisehnt, aber mit Typen wie Höcke einen Goebbels-Verschnitt erduldete.


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#9
03.11.2015
01:25:59


(+11, 15 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Das sind doch alles so bibelfeste Gestalten. Dann sollen sie sich mal den Spruch "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" ins Gedächnis rufen.

Nicht, daß ich Vandalismus gutheissen kann. Ich wundere mich aber kein bisschen, daß sowas passiert. Ebenso wenig würde es mich wundern, wenn diese Truppe ihren eigenen Krempel anzündet. Elendes Faschistenpack!


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#10
03.11.2015
01:56:39


(+10, 14 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


In der Bibel steht: "Wer Wind sät, wird Sturm ernten". Ich formuliere daß mal etwas leicht anders: "Wer Haß sät, wird Haßstürme ernten".
Bevervoerde und Co. haben mit dieser Saat basierend auf Lügen angefangen und nicht umgekehrt! Und sie säen noch weiter Haßstürme!


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