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  • 04.11.2015, 09:11h           12      Teilen:   |

Nach Angst-Kampagne

Houston stimmt für LGBT-Diskriminierung

Artikelbild
In einem TV-Werbespot warnten die LGBT-Gegner, dass sich "registrierte Sexualstraftäter" als Transsexuelle ausgeben und so in öffentlichen Toiletten Mädchen missbrauchen würden

Mit einer transphoben Kampagne konnten die Gegner einer LGBT-Verordnung in Houston einen Sieg einfahren, obwohl die liberale Stadt seit 2010 von einer lesbischen Bürgermeisterin regiert wird.

Bei einem Volksentscheid hat die bevölkerungsreichste texanische Stadt Houston am Dienstag eine Antidiskriminierungsverordnung für Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle gekippt. Nach Auszählung der meisten Stimmen sprachen sich im Referendum "Proposition 1" 62 Prozent der Wähler gegen die Houston Equal Rights Ordinance (HERO) aus, nur 38 Prozent stimmten dafür.

Die Richtlinie war im Mai 2014 im Stadtrat mit elf zu sechs Stimmen verabschiedet worden und untersagt die Diskriminierung von LGBT im Arbeits- und Zivilrecht. Sie enthält damit den selben Diskriminierungsschutz, den das Bundesrecht aufgrund der Merkmale Rasse, Geschlecht oder Religion gewährt. Schutz aufgrund von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität gewähren allerdings nur weniger als die Hälfte der US-Bundesstaaten – und das konservative Texas gehört nicht dazu.

"Proposition 1" war möglich geworden, nachdem nach einer Initiative von Pfarrern genug Unterschriften für einen Volksentscheid gesammelt worden waren. Der aggressive Wahlkampf der Gleichbehandlungsgegner machte die lokale Entscheidung zu einem nationalen Thema, in dem unter anderem Schauspieler wie Matt Bomer und Sally Field oder Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton für ein Ja zum Diskriminierungsschutz warben.

Fortsetzung nach Anzeige


Aggressive Kampagne der LGBT-Gegner

Der Wahlkampf der LGBT-Gegner war geschickt eingeleitet worden: Zunächst erklärten Pfarrer, dass HERO ihnen einen Maulkorb verpassen würde und sie nicht mehr die "biblische Wahrheit" über Homosexualität verbreiten könnten. Erfolgreich war aber vor allem die Darstellung von Transsexuellen als Sexualstraftäter: Ein 30-sekündiger Werbespot, der insbesondere zur besten Sendezeit während der Lokalnachrichten ausgestrahlt wurde, zeigte einen Mann, der in eine öffentliche Toilette geht, offenbar um ein junges Mädchen sexuell zu belästigen.

In Reden der LGBT-Gegner wurde HERO damit zur "Toiletten-Verordnung", mit der Vergewaltiger, solange sie sich als transsexuell bezeichnen, einen Freischein für die sexuelle Belästigung von Mädchen und Frauen erhielten. Dieses Argument wurde sogar vom Gouverneur von Texas, dem Republikaner Greg Abbott, genutzt. Er hatte am Montag getweetet: "Houston: Wählen Sie texanische Werte, nicht @HillaryClinton-Werte. Kreuzen Sie 'Nein' bei Proposition 1 an. Keine Männer in Frauentoiletten."

Youtube | Erfolgreicher Werbespot: Den Wählern von Houston wurde vorgegaukelt, dass LGBT-Diskriminierungsschutz in Wirklichkeit ein Freibrief für Sexualstraftäter sei

Reagiert die NFL?

Annise Parker gewann im Dezember 2009 erstmals die OB-Wahl und wurde so zur ersten lesbischen Oberbürgermeisterin in einer amerikanischen Millionenstadt
Annise Parker gewann im Dezember 2009 erstmals die OB-Wahl und wurde so zur ersten lesbischen Oberbürgermeisterin in einer amerikanischen Millionenstadt (Bild: Zblume / PD)

Dabei ist die Millionenstadt Houston im konservativen Texas eigentlich eine linksliberale Hochburg: Seit 2010 regiert die lesbische Oberbürgermeisterin Annise Parker von der Demokraten und wurde bereits zwei Mal wiedergewählt. Die 59-Jährige gilt als Verfechterin der Verordnung und warnte im Vorfeld der Abstimmung davor, dass eine Ablehnung negative Konsequenzen für die Stadt haben könnte. "Ich befürchte, dass es eine direkte wirtschaftliche Gegenreaktion geben wird." So könnte die National Football League (NFL) 2017 das Sportevent "Super Bowl" wieder aus Houston abziehen und in eine LGBT-freundliche Stadt verlegen. Erschwerend kam hinzu, dass der Besitzer des Footballteams Houston Texans die LGBT-Diskriminierung ebenfalls wieder erlauben wollte und für die "Nein"-Kampagne spendete (queer.de berichtete).

Nach ihren Sieg feierten die LGBT-Gegner ausgelassen mit Vize-Gouverneur Dan Patrick, der sich über die Strategie der Gegenseite lustig machte: "Die Unterstützer dieser Proposition brachten Filmstars und die Elite aus Washington D.C. und Hollywood nach Texas, um ihre verdrehte Agenda den guten Bürgern von Texas aufzuzwingen", sagte er in einer umjubelten Rede. "Das hat nicht funktioniert und die Befürworter dieses absurden Gesetzes wissen, dass die Wähler in Houston diesen liberalen Nonsens nicht mitmachen."

Unterdessen leckte die Bürgermeisterin ihre Wunden: "Das war eine Kampagne, die auf Angstmacherei und auf Lügen aufgebaut war. Die Grundrechte von Minderheiten sollten nicht von Volksentscheiden abhängig sein." (dk)

Youtube | Weiterer Werbespot, in dem vor Männern in der Damen-Umkleide gewarnt wird
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Tags: houston, diskriminierung, anti-diskriminierung, texas, annise parker, usa
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Reaktionen zu "Houston stimmt für LGBT-Diskriminierung"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
04.11.2015
10:29:52


(+9, 9 Votes)

Von Robin


Es wird Zeit, dass Diskriminierung und Hass-Gesetze endlich auf Bundesebene verboten werden.

Es gab schließlich auch mal Bundesstaaten, die die Eheöffnung verboten hatten und dank der Bundesgesetzgebung ist es jetzt überall Realität.

Genauso muss es jetzt sehr bald einen US-weiten Diskriminierungsschutz geben, der solche Gesetze wirkungslos macht.


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#2
04.11.2015
10:49:31


(+10, 10 Votes)

Von goddamn liberal


Texas ist ein rückständiger Südstaat, leider einer der wirtschaftlich erfolgreich ist (was für den übrigen Süden der USA nicht gilt).

Aber Texas ist überall: Hier wird geschickt mit Urängsten gespielt, die auch Kelle bedient ("Das ist die Wiederkehr der Pädophilie!"), die andererseits bei der innerkirchlichen Sekte 'Legionäre Christi' auftritt, die von einem Inzest-Priester begründet wurde und in manchen Bistümern verboten ist.

Das einzige, was man gegen das Pseudo-Argument 'Wo soll das noch alles hinführen?' anführen kann, ist die Erfahrung, dass es eigentlich zu gar nichts führt.

Außer zu etwas mehr Gleichheit.

Aber gegen die hat Texas schon im 19. Jahrhundert gekämpft.

Von Deutschland ganz zu schweigen.


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#3
04.11.2015
12:46:46


(+7, 9 Votes)

Von TheDad
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""Zunächst erklärten Pfarrer,""..

"""biblische Wahrheit" über Homosexualität""..

""Ein 30-sekündiger Werbespot, der insbesondere zur besten Sendezeit während der Lokalnachrichten ausgestrahlt wurde, zeigte einen Mann, der in eine öffentliche Toilette geht, offenbar um ein junges Mädchen sexuell zu belästigen.""..

Transsexuelle/Transidente Menschen sind KEINE Täter !
Sie sind Opfer einer Kampagne von Verdummbibelten, die immer wieder
LÜGEN
LÜGEN
LÜGEN !

Wie mich das ankotzt..

Warum werden diese Demagogen nicht verklagt ?


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#4
04.11.2015
14:38:45


(+9, 9 Votes)

Von Julian S


"Aggressive Kampagne der LGBT-Gegner"

Die LGBT-Gegner sind immer aggressiv - weil sie selbst vom Hass zerfressen sind...

Die schrecken vor keiner Lüge und vor keiner Manipulation zurück. Und man sieht ja, dass deren Tricks wirken.


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#5
04.11.2015
14:59:12


(+9, 9 Votes)

Von Johanna D


Geistige Armut, anders kann man das nicht nennen. Aber es ist leider auch üblich, dass alles was man in konservativen Kreisen nicht kennt, als Gefahr auslegt und auch diffamierend wird. Aber sich einfach mal zu informieren, was LGBTI bedeutet, findet ja nicht statt. Denn das könnte ja das eigene Weltbild erschüttern, und anstatt sich mit der Realität auseinander zu setzen, die sich ja immer ändert. Neue Erkenntisse sind für solche Menschen ja ein Grauen.


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#6
04.11.2015
15:24:04


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
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Youtube-Video:


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#7
04.11.2015
15:56:57


(+9, 9 Votes)

Von no_name_01
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"Die Grundrechte von Minderheiten sollten nicht von Volksentscheiden abhängig sein."

Ein Satz, den mal endlich alle Politiker verinnerlichen sollten.


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#8
04.11.2015
18:57:09


(+7, 7 Votes)

Von PinkPurpleBlue
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Oh my f***ing God!

Housten galt in meinem Bekanntenkreis bis jetzt ja immer als der Lichtblick von Texas aber jetzt ist mir echt zum kotzen zu mute.

Mist das ist seit langen eine der drekigsten Lügen-, Hass- und Angstkampaknen die mir seit längeren in einem Westlichen Land untergekommen ist.

Ich bin mal auf meinem eigenen privaten Unisex Klo und muss mich da erst mal richtig übergeben so wiederlich ist diese Scheisse.


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#9
04.11.2015
20:48:17


(0, 2 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


SCHEI? KONSERVATIVEN ICH HASS EUCH; ICHG HASSE UCH


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#10
04.11.2015
21:48:59


(+4, 4 Votes)

Von SeaLion
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 08.08.2010


Da kann man gar nicht so viel essen wie man kot*en möchte!
Klar, ichhab den Weg auch gemacht, damit ich auf die Männertoilette kann um die Kerle zu missbrauchen. Die haben den Schuss nicht gehört!


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