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Die Regelungen zu Blutspenden verändern sich derzeit in Europa. Schwule und bisexuelle Männer werden aber bislang nur in sechs EU-Staaten gleichbehandelt (Bild: flickr / Banc de Sang i Teixits / by 2.0)

Frankreich beendet im Frühjahr 2016 das pauschale Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer. Spender dürfen jedoch zwölf Monate keinen schwulen Sex gehabt haben.

Das französische Gesundheitsministerium hat am Mittwoch das Ende des in den Achtzigerjahren eingeführten vollständigen Verbotes von Blutspenden durch schwule und bisexuelle Männer angekündigt. "Wir beenden ein Tabu und eine diskriminierende Regelung", erklärte Gesundheitsministerin Marisol Touraine gegenüber der Tageszeitung "Le Monde". Die Sozialistin kündigte an, dass Männer, die Sex mit Männern haben, ab Frühjahr 2016 als Blutspender zugelassen werden würden.

Allerdings sollen für Schwule weiterhin höhere Hürden gelten als für Heterosexuelle. "Wir werden in mehreren Schritten vorgehen", erklärte Touraine. "Zunächst wird die Blutspende nur homosexuellen Männern offen stehen, die in den letzten zwölf Monaten keinen Sex mit einem anderen Mann gehabt haben. Homosexuelle können außerdem Blutplasma spenden, wenn sie seit vier Monaten in einer stabilen Beziehung leben oder in dieser Zeit keinen Sex gehabt haben." Blutplasma wird unter anderem zur Herstellung von Medikamenten verwendet und kann länger als Vollblut aufbewahrt werden.

Weitere Liberalisierung nach einem Jahr möglich

Die Ministerin stellte eine spätere Lockerung der Bedingungen in Aussicht. Man wolle Studien in Auftrag geben, die den Einfluss von schwulen und bisexuellen Blutspendern beobachten. "Wenn es kein erhöhtes Risiko gibt, werden nach einem Jahr die gleichen Regeln für Homosexuelle gelten, die auch für die Allgemeinbevölkerung gültig sind."

Die Aufhebung des Blutspendeverbots war eines der Wahlversprechen von Präsident François Hollande bei seinem Wahlkampf im Jahr 2012.

In Europa herrscht bei der Blutspende von Männern, die Sex mit Männern haben, ein Flickenteppich: Bislang behandeln mit Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien nur sechs der 28 EU-Staaten homo-, bi- und heterosexuelle Männer gleich – in diesen Ländern wird nur das individuelle Risikoverhalten der Spender durchleuchtet, nicht aber deren sexuelle Orientierung. In vielen anderen Ländern gelten ausschließlich für Schwule und Bisexuelle Keuchheitsperioden. Zuletzt kündigten vor wenigen Tagen die Niederlande an, diese Gruppe nach einer sexfreien Wartezeit von zwölf Monaten zum Spenden zuzulassen (queer.de berichtete).

In Deutschland gibt es derzeit ein totales Spendeverbot für Männer, die mindestens einmal Sex mit einem Mann gehabt haben. Dabei ist es unerheblich, ob sie Safer Sex betrieben und wann die Kontakte stattgefunden haben. Es gab zwar in den letzten Jahren eine Debatte über die Aufhebung des generellen Verbots, bislang aber ohne Erfolg. Die Deutsche Aids-Hilfe fordert seit Jahren eine Neuregelung, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" als Schwule und Bisexuelle aufweisen würden. (dk)



#1 papstAnonym
  • 04.11.2015, 17:04h
  • wer seine homosexualität nicht auslebt, wird belohnt! und sogar fast wie ein richtiger mensch behandelt!
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#2 thysonrexProfil
  • 04.11.2015, 17:35h Köln

  • Und wild rumvögelnde Heten können ohne weitere Nachfragen spenden. Von so einer Logik bekomm ich Kopfschmerzen.
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#3 PierreAnonym
#4 Ugly FacesAnonym
  • 04.11.2015, 17:59h
  • Antwort auf #1 von papst
  • Die gesellschaftliche und politische Entmenschlichung von Schwulen hat viele Gesichter.

    Was ist es anderes als Entmenschlichung, das Nichtausleben der Sexualität zu verlangen?

    Und das ohne jeden rationalen Grund, da Risikoverhalten immer individuell bestimmt werden muss!

    Zugleich wird diese Entmenschlichung dann noch als angeblicher Schritt gegen Diskriminierung verkauft. Völlig absurd.
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#5 thysonrexProfil
  • 04.11.2015, 21:43h Köln

  • Währe ja zu einfach in den Fragebogen zu Scheiben: "hatten sie im Zeitraum X ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer oder mehreren Personen?" So für jeden Spender. Ohne Ausnahme und künstliche Stigmatisierung. Die Frage ist ja sinnvoll, und zwar für jede Form der Sexualität. Krankheitserreger kümmern sich einen dreck darum durch welche körperöffnung sie in eine Blutkonserve gelangen.
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#6 AvalonaAnonym
  • 05.11.2015, 17:02h
  • An einer Aufhebung des Blutspendeverbotes für Schwule führt kein Weg vorbei. Das sollten sich sämtliche Staaten hinter die Ohren schreiben!
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#7 David77Anonym