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  • 06.11.2015, 13:55h           26      Teilen:   |

"Sensibilisierung vorantreiben"

Zwei von drei Familien nehmen Coming-out nicht ernst

Artikelbild
Die bislang einzigartige Coming-out-Studie wurde vom Bundesfamilienministerium und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gefördert

Eine neue Studie des Familienministeriums zeigt auf, wie schwer ein Coming-out für junge Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle auch heute noch ist.

Das Bundesfamilienministerium hat am Freitag gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) die ersten Ergebnisse der bundesweiten Studie "Coming-out – und dann…?!" vorgestellt (PDF). Ein zentrales Ergebnis ist, dass das innere Coming-out, also der Prozess der Bewusstwerdung und die Auseinandersetzung mit der eigenen sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität, häufig Jahre dauert und oft als belastend erlebt wird.

Viele LGBT-Jugendliche versuchen aus Sorge vor negativen Reaktionen ihrer Eltern und Geschwister, im Freundeskreis, in der Schule oder in der Ausbildung über einen längeren Zeitraum ihre "wahren Gefühle" zu unterdrücken oder zu verheimlichen. Für die Untersuchung waren mehr als 5.000 junge Menschen im Alter von 14 und 27 Jahren befragt worden.

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Diskriminierungserfahrungen weit verbreitet

Tatsächlich berichten viele der befragten Jugendlichen noch immer von Diskriminierungserfahrungen bis hin zu körperlicher Gewalt. So gaben rund zwei Drittel (!) an, dass in ihrem engeren Familienkreis ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht ernst genommen worden sei.

Knapp 17 Prozent erklärten, sie seien von Familienmitgliedern beleidigt, beschimpft oder lächerlich gemacht worden, drei Prozent berichteten sogar von Gewalt aufgrund ihres Coming-outs. An Bildungs- oder Arbeitsstätten ist sogar jeder zehnte Jugendliche nach dem Coming-out körperlich angegriffen oder verprügelt worden; mehr als die Hälfte wurde wegen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität beschimpft.

Coming-out ist "ganz besondere Herausforderung"

Staatssekretärin Caren Marks (SPD)
Staatssekretärin Caren Marks (SPD) (Bild: Deutscher Bundestag/Lichtblick/Achim Melde)

Die SPD-Politikerin Caren Marks, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, erklärte bei der Vorstellung der Studie, dass das Coming-out für Jugendliche auch heute noch eine "ganz besondere Herausforderung" sei: "Denn in dieser Lebensphase müssen auch noch andere anspruchsvolle Entwicklungsaufgaben bewältigt werden. Dies macht die Situation für Betroffene ungleich schwieriger als bei anderen Jugendlichen". Daher sei es der Bundesregierung wichtig, "die Sensibilisierung innerhalb der Gesellschaft für dieses Thema voranzutreiben".

In der Studie werden auch konkrete Lösungsansätze vorgestellt, um Jugendlichen das Coming-out zu erleichtern. Neben dem Zeigen realistischer Vorbilder in den Medien, einer besseren Ausbildung von Lehrern oder besseren Beratungsangeboten empfehlen die Autoren auch eine rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben, etwa durch Öffnung der Ehe. Diese wird allerdings nach wie vor von der Bundesregierung blockiert.

Differenziertere Ergebnisse sollen im kommenden Jahr in einer Buchpublikation veröffentlicht werden. (cw/dk)

Links zum Thema:
» Erste Ergebnisse der Studie (PDF)
Wochen-Umfrage: Wie haben deine Eltern auf dein Coming-out reagiert? (Ergebnis)

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Tags: studie, coming-out, caren marks
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 Studien und wissenschaftliche Untersuchungen
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Reaktionen zu "Zwei von drei Familien nehmen Coming-out nicht ernst"


 26 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
06.11.2015
15:21:37


(+9, 13 Votes)

Von Shinkaishi
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Neben dem Zeigen realistischer Vorbilder in den Medien..."

Genau deshalb brauchen wir gerade auch mehr Kinder- und Jugenbuchautoren und Menschen die in anderen Medien für Heranwachsende Homosexualität etc. vernünftig behandeln.
Autoren wie Rick Riordan sorgen dafür, dass es eben nicht in der Hand der darüber erregten Eltern bleibt, das Thema Homosexualität anzusprechen.

Im Moment kämpfen Leute um ihr "Recht", möglichst viel Einfluss zu behalten um ihren KindernHomosexualität als Fremd, anders, gefährlich, schmutzig, oder zumindest "kein Thema für dein Alter" darzustellen.
Dass dies unter dem Vorwand geschieht, bedrohte Kinder zu schützen ist schon ziemlich perfide.

Auf der Pro Seite:

80% der Befragten (oder je nachdem wie die Kategorien gefasst wurden sogar mehr) wurden nicht beleidigt oder physisch attackiert.
Das ist doch immerhin positiv.
Das häufige Unverständnis das sich wohl in "nicht ganz ernstnehmen" äußert ist zwar ärgerlich, aber meine Erfahrung mit solchen Leuten war meist, dass Vorurteile aus reiner Unkenntnis recht gut zu überwinden sind.


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#2
06.11.2015
15:26:28
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Ehla


Danke "menschliche" Merkel für ihr homophobes Bauchgefühl!


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#3
06.11.2015
15:29:02


(+10, 10 Votes)

Von AlexD
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 11.05.2015


Das wundert mich (leider!) gar nicht. Wir haben uns zwar Enklaven geschaffen, in denen es sich gut Leben lässt und auch entspannte Leute das Umfeld bilden, aber selbst da gibt es (siehe Kriminalstatistiken) Angriffe, die ausschließlich, damit möchte ich die "normalen" alltäglichen Taten ausschließen, die auch anders begründet, aber natürlich nicht gerechtfertigt, sein können, aus der Ablehnung (wohl eher Hass...) gleichgeschlechtlicher Lebenweise begründet sind. Die Erfolge auf politischer Ebene sind auch häufig der Tatsache geschuldet, dass lgbti-Stimmen das Zünglein an der Waage darstellen können.
Für einen Großteil der Bevölkerung sind wir immer noch die "Abartigen", die man schon mal gar nicht in der Familie haben will (Oh Gott, wie peinlich, was sagen nur die Nachbarn). Ob sich das jemals ändern wird? Hoffentlich, aber, da bin ich mal Pessimist, das wird noch sehr lange dauern. Ich wünsche aber allen die Stärke und Kraft, dass sie sich ein Leben erkämpfen, wie sie es wollen und nicht "die Anderen".


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#4
06.11.2015
15:43:00
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von komischer Vogel


Schritte eines konservativen Heterosexuellen zum outing eines Verwanten:

1. Nicht-Wahrhaben-Wollen
2. Wut
3. Sich anwenden
4. AKZEPTIEREN

Leider.... schaffen es nicht alle jeden Schritt zu gehen. Je verbohrter des do länger dauert es... einige schaffen's nie.

Und rationale aufgeschlossene Mitmenschen kommen auch ohne Trauerphasen mit einem "Ok" drauf klar.


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#5
06.11.2015
17:20:31


(+13, 15 Votes)

Von GeorgFalkenhagen
Aus Bremen
Mitglied seit 21.05.2010


Schlimm dass das für die Jungen heute immer noch so ist. Ich geboren 1949 hatte einen Vater (1975 alkoholkrank gestorben) der durch meine Mutter (Baujahr 1920) Silverster 1948/49 zum Sex aufgefordert werden musste, was mich dann zur Folge hatte.

Als ich "groß" wurde fiel mir Pappi durch eine Vielzahl homophober Sprüche ("Wer die im Bett verliert ist wohl schwul"), wenn er einer Frau im ersten TV-Programm angesichtig wurde. Er machte sich auch Sorgen, dass seine Söhne (ich und mein 2009 verstorbener Bruder) sich nicht "richtig" entwickeln könnten und warnte uns vor Besuchen in der "Galerie", einer angesagten Gaststätte in Bremen-Horn mit den Worten, dass diese von zwei "polizeibekannten Homosexuellen" betrieben werde.

Mammi sprach von "unserer Art" bis zu ihrem Tode 2011 über die netten Altenpfleger nur als "Hundetfünfundsiebziger", nachdem ich wegen meiner Veranlagung auf Betreiben meines jüngeren Hetero-Bruders Wolfgang enterbt wurde (inklusive Pflichtteilsentzug). Zum Glück fand sein schändliches Wirken schon 2009 ein Ende, als er mit Lungenkrebs verblich. Wegen Asbest, nicht Tabak.

Ich halte es für möglich, dass mein Vater schwul war und freue mich darüber, dass das Familienministerium aufgewacht ist und künftig der immer noch erhöhten Selbstmordrate unter heranwachsenden LGBT-Menschen gegensteuern will.

Dumm nur, dass ich meinen Schatz immer noch nicht echt heiraten darf. Denn der war der, der mir seit über 30 Jahren treu zur Seite steht und mich damit vor dem mehrfach angedachten Freitod bewahrte.


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#6
06.11.2015
17:29:37


(+13, 13 Votes)

Von rundfunkgebühr
Antwort zu Kommentar #1 von Shinkaishi


Link:
en.wikipedia.org/wiki/List_of_LGBT_characters_in_t
elevision_and_radio


Zum Beispiel 4 Emmys (Daytime):

Youtube-Video:


Youtube-Video:


Primetime aktuell:

Youtube-Video:


Schluss mit der Unsichtbarmachung durch ARD/ZDF trotz gesetzlichen Bildungsauftrages!

LGBT-Jugendliche haben ein Recht auf - gleichberechtigt dargestellte - Identifikationsfiguren!


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#7
06.11.2015
17:36:52


(+6, 12 Votes)

Von schlusslicht
Antwort zu Kommentar #3 von AlexD


"Die Erfolge auf politischer Ebene ..."

welche denn? dass 1994 dann doch der §175, in rechtsanpassung an die ehemalige ddr, abgeschafft wurde?

der nachfolgestaat des deutschen faschismus ist schon bei der formalrechtlichen gleichbehandlung schlusslicht in (süd-) west- und nordeuropa und im vergleich zu nord- und südamerika.

und blockiert gleichzeitig jeden fortschritt in europa, siehe u. a. antidiskriminierungsgesetze.

von lebenswichtigen bildungsmaßnahmen und gleichberechtigung in den massenmedien (trotz milliarden euro an gebührengeldern) ganz zu schweigen.


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#8
06.11.2015
17:57:22
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von komischer Vogel


Sorry war auf dem Handy geschrieben meinte mit 3. Natürlich sich Abwenden.


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#9
06.11.2015
18:50:04
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Dariel


Finde es wichtig das das Thema endlich in der Schule behandelt wird.
Ich War auf einer Hauptschule ( Telgte in NRW) und bin nur wegen des verdachtes Schwul zu sein lächerlich gemacht worden. Hätte ich mich geoutet, ich glaube ich hätte die Schule nicht überlebt. Unsere Biolehrerin hat das Thema nicht angesprochen (in knapp einem halben jahr sind in einem Lehrfilm 2 (!) Sätze dazu gefallen.
Es muss sich echt was ändern. Am besten die Studie in großen Zeitungen veröffentlichen.


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#10
06.11.2015
19:09:51


(+9, 9 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014
Antwort zu Kommentar #5 von GeorgFalkenhagen


Danke dafür, dass Du Deine Geschichte mit uns teilst! Eigentlich gehört Deine Geschichte auf die "Demos für alle", nicht die vom 25jährigen (?) Marcel, der dafür bejubelt wird, weil er Probleme mit seiner Homosexualität hat.

30 Jahre mit dem Freund zusammen! Gratulation!


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