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  • 07.11.2015, 11:00h           142      Teilen:   |

Schwuler Ex-Außenminister

Westerwelle: "Wir führen keine Ehe zweiter Klasse"

Artikelbild
Wurde nach dem Coming-out von seiner Mutter zum Psychologen geschickt: Guido Westerwelle (Bild: Auswärtiges Amt)

Nach seiner überstandenen Krebs-Erkrankung meldet sich Ex-Außenminister Guido Westerwelle mit einem Buch zurück – und als Kämpfer für Homorechte.

Von einem Tag auf den anderen änderte sich für den ehemaligen deutschen Außenminister das ganze Leben. Wenige Monate nach dem Ende seiner Amtszeit erfuhr Guido Westerwelle im Frühsommer 2014, dass er lebensgefährlich an Leukämie erkrankt ist (queer.de berichtete). Der schwule FDP-Politiker hatte Glück im Unglück – unter dramatischen Umständen fand sich ein Stammzellenspender, und er überlebte die Transplantation.

In seinem Buch "Zwischen zwei Leben. Von Liebe, Tod und Zuversicht", das am Samstag im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist, berichtet Guido Westerwelle nun erstmals ausführlich von seiner Krankheit und wie diese sein Leben und seine Prioritäten verändert hat. In einem Vorab-Interview mit dem "Spiegel" ist der ehemalige FDP-Chef, der vor 15 Jahren noch eingetragene Lebenspartnerschaften für verfassungswidrig hielt, nun etwa als Kämpfer für die Rechte von Schwulen und Lesben zu erleben.

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Eine Streitschrift gegen Klischees

Westerwelles Buch "Zwischen zwei Leben" ist seit Samstag im Buchhandel erhältlich
Westerwelles Buch "Zwischen zwei Leben" ist seit Samstag im Buchhandel erhältlich

"Ihr Buch liest sich übrigens auch wie eine Liebeserklärung an den Ehemann, wie eine Dankesschrift, wie eine Streitschrift gegen Klischees", heißt es in dem Gespräch des Nachrichtenmagazins mit Westerwelle, das in der neuen Ausgabe abgedruckt ist. "Als wollten Sie ganz beiläufig sagen, selbstverständlich können auch Homosexuelle tiefe Verbundenheit fühlen, Fürsorge zeigen, füreinander da sein."

In seiner Antwort bestätigt der 53-Jährige, dass genau dies seine Absicht war und "auch die Lehre dieser Zeit". Wörtlich sagt der ehemalige Außenminister: "Man sagt gleichgeschlechtlichen Ehen eine gewisse Oberflächlichkeit nach, weil schon das Wort homosexuell die Sexualität betont. Aber das ist nicht so, bei Michael und mir schon gar nicht. Ich wusste das vorher, aber jetzt noch tausendmal mehr: Wir führen keine Ehe zweiter Klasse."

In seinem Buch berichtet Westerwelle auch von seiner Jugendzeit und seinem homosexuellen Coming-out im Bonn der Siebzigerjahre. "Meine Mutter meinte, es wächst sich aus, und dann wurde ich zu einem Psychologen geschickt", erklärt der FDP-Politiker im "Spiegel"-Interview. "Bei dem war ich genau eine Dreiviertelstunde lang, und dann habe ich meiner Mutter gesagt, du, das ist schade ums Geld. Danach haben wir nie wieder über irgendwelche Probleme geredet, es war dann auch für die Eltern völlig normal."

Dennoch sei dies "eine schwere Zeit gewesen für junge Männer, die plötzlich merkten, dass sie nicht mit Mädchen, sondern mit Jungs zusammen sein möchten", ergänzt Westerwelle. Dies seien Erfahrungen, die einen für das ganze Leben prägen. Auf sich selbst bezogen, meint er sehr offen: "Man wird vorlaut, jedenfalls vorlauter, als man sein sollte. Reiner Selbstschutz, reine Überkompensation. Nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung."

Bei manchen Anekdoten Westerwelles muss man schmunzeln. So berichtet der Ex-Außenminister, der aufgrund der Stammzellenspende nun eine neue Blutgruppe hat, auch von der Angst seines eingetragenen Lebenspartners Michael Mronz vor weiteren Veränderungen. "Nicht, dass Guido anschließend mit den Krankenschwestern flirtet", zitiert er seinen Mann im "Spiegel"-Gespräch Westerwelle stellt jedoch klar: "Aber nein, da hat sich nichts verschoben." (cw)

Links zum Thema:
» Mehr Infos zu Westerwelles Buch und Bestellmöglichkeit bei Amazon
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Reaktionen zu "Westerwelle: "Wir führen keine Ehe zweiter Klasse""


 142 User-Kommentare
« zurück  12345...1415  vor »

Die ersten:   
#1
07.11.2015
11:15:50


(+9, 13 Votes)

Von wwgast


Es scheint der Liberale kommt bei den F.D.P.lern immer erst mit dem Alter raus.

Vielleicht sollte man ihm aber mal stecken, dass er keine Ehe führt. Ob man das nun seiner Partei anlasten kann, dass sie trotz 14% Wahlergebnis das nicht gegen die Betonköpfe in der CDU ändern konnten... wer weiß.

Aber ich freue mich für ihn und seinen Mann, dass er wieder gesund ist.

Vielleicht schafft er es ja jetzt, als "elder statesman" in die Fusstapfen von Baum oder Hirsch zu treten... irgendwann in 10 oder 15 Jahren :-)


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#2
07.11.2015
11:19:27
Via Handy


(-7, 15 Votes)

Von Kritiker


Ich freue mich, dass es GW gesundheitlich wieder gut geht und er diese schlimme Krankheit überstanden hat. Es ist auch gut zu sehen, dass er nun zu seinem Schwulsein stehen kann. Vielleicht wird er jetzt zu einem Vorbild und Vorkämpfer, was dieses Thema betrifft. Ich finde man kann ihm vor dem Hintergrund der Zeit und der Umstände sein Handeln (oder eben Nichthandeln) in der Vergangenheit nicht verübeln.


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#3
07.11.2015
11:38:07


(-4, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Morgen Abend ist der Exbundesaußenminister auch zu Gast bei "Günther Jauch" in der ARD.


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#4
07.11.2015
11:42:42


(-1, 23 Votes)

Von Hannibal
Aus Berlin
Mitglied seit 10.05.2008


Ach, plötzlich reisst Frau Schwesterwelle das Maul auf. Als es drauf ankam, hat er sich enthalten oder dagegen gestimmt. Ekelhafter Opportunist! Wie ich solche Schwuchteln hasse!


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#5
07.11.2015
11:45:00


(+13, 13 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Sicher stimmt das, dass es keine Ehe zweiter Klasse ist! ... Und darum hoffe ich, dass Westerwelle es um so mehr bedauert, in seiner Regierungszeit in die 'Ehe für alle' nicht mehr Engagement gesteckt zu haben! Leider war der Mann immer nur und von Anfang an eine karrierebewusste Schrankschwester, der für sein Coming-out Jahrzehnte benötigt hat ... trotz großer Klappe bei anderen Themata! Vielleicht begreift oder ahnt er jetzt, wie schäbig seine Politik war! ... Die SPD-Duckmäuser und -Feiglinge füllen jetzt aber die gleiche Rolle aus, nur mit noch größerer Klappe und noch verlogener: Wenigstens "100% GLEICHSTELLUNG - NUR MIT UNS!" versprochen, hat und die FDP nie! ...

Dennoch weiterhin gute Genesung Guido Westerwelle ... und gute weitere Lernerfolge!


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#6
07.11.2015
12:11:40


(+6, 12 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Lieber Herr Westerwelle, sie haben zu viel Porzellan kaputtgeschlagen, das Ihnen noch vertrauen kann.


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#7
07.11.2015
12:13:23


(+9, 17 Votes)

Von willie
Antwort zu Kommentar #4 von Hannibal


Jo, wenn es damals nach ihm gegangen wäre, dann hätte er heute gar keine Ehe, weder erster noch zweiter Klasse. Das Problem mit solchen Opportunisten, die leider inzwischen international den Ton angeben, ist, dass sie erstmal andere bluten lassen und dann die erkämpften Rechte mit abgreifen.
Und das noch nicht mal moralisch problematisch finden.


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#8
07.11.2015
12:17:56


(+4, 10 Votes)

Von r5gzkjh


Die FDP hatte damals die Möglichkeit im Bundestag zusammen mit der Opposition das menschenrechtlich Richtige zu tun und die Ehe zu öffnen. Die FDP hat aber zwischen 2009 und 2013 unerbittlich GEGEN jeden einzelnen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe gestimmt.

Jetzt, wo die FDP nicht mehr in Regierungsverantwortung wirbt sie wieder mit Eheöffnung. Wer das nun glaubt, der ist dumm, denn würde die FDP nach der nächsten Bundestagswahl erneut mit der Union regieren, so würde die Eheöffnung das allererste sein, was die FDP wieder opfert, genau wie jegliche rechtliche Gleichstellung für Lebenspartner und natürlich auch die Eheöffnung von der SPD als erstes geopfert wurden.

Eine Partei, die unsere rechtliche Gleichstellung als erstes opfert, obwohl zuvor das Gegenteil versprochen, ist eine Partei die wir nicht wählen sollten.

Unwählbare Parteien sind für die LGBT-Community daher die folgenden:

CDU
CSU
SPD
FDP

Diese Parteien sind entweder gegen jede rechtliche Gleichstellung (CDU, CSU) oder geben vor für rechtliche Gleichstellung zu sein, handeln aber im Bundestag immer dagegen (SPD, FDP).

Ntaürlich sollte man auch erst recht auch keine rechteren Parteien als die CDU/CSU, d. h. nicht AfD oder NPD wählen, die Homosexuelle am liebsten ins Gefängnis stecken würden.

Und vor den Grünen kann ich auch nur warnen, denn die planen eine Koalition mit der Union und wollen auch zumindest die Eheöffnung dafür opfern. Fragt man bei den Grünen ob die in einer ewaigen Koalition mit der Union im Bundestag definitiv für die Eheöffnung stimmen würden, und verlangt als Antwort ein klares Ja oder Nein, so erhält man keine klare Antwort. Damals bei der SPD war es ähnlich. Die SPD habe ich vor der letzten Bundestagswahl dasselbe gefragt, ob sie in einer Koalition mit der Union im Bundestag für die Eheöffnung stimmen würde. Ich bekam ebenfalls keine klare Antwort. Das deutet darauf hin, dass auch die Grünen sich nach der nächsten Bundestagswahl geanauso verhalten werden wie FDP und SPD.

Merkels Strategie ist, immer ein Stück rechtliche Ungleichbehandlung gegenüber Homosexuellen zu erhalten. Deswegen kriegen wir nie die volle Eheöffnung ohne wenn und aber, solange Merkel an der Macht ist und solange der Koalitionspartner in dieser einen Sache sich ständig Merkels Diktat unterwirft.


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#9
07.11.2015
12:19:04


(+10, 14 Votes)

Von 23r5t67z8


Immer wenn es darauf ankam (Abstimmung im Bundestag), hat die FDP gegen Gleichstellung gestimmt.

Mehr muss man eigentlich nicht dazu sagen.


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#10
07.11.2015
12:29:23


(-13, 19 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #4 von Hannibal


@Linker Lügner Hannibal
"Ach, plötzlich reisst Frau Schwesterwelle das Maul auf. Als es drauf ankam, hat er sich enthalten oder dagegen gestimmt. Ekelhafter Opportunist! Wie ich solche Schwuchteln hasse"

--> Das stimmt wiedereinmal nicht. DU LÜGST.

2009 als die FDP nach Jahren der Opposition, in der Westerwelle einen rhetorisch sehr guten Oppositionsführer gab, und er neben Gysi die einzig gute rhetorische Oppossitionsstimme im Bundestag war, holte er einen HISTORISCHEN WAHLSIEG für die FDP. Wir erinnern uns: die FDP erreichte damals sagenhafte 14,6 Prozent als Westerwelle Spitzenkandidat der FDP war. UND er war bei dieser Bundestagswahl offen geoutet und JEDER, der sich informieren WOLLTE, wußte. dass Westerwelle schwul ist.
LINKE streuen immer wieder sehr verlogen, dass Westerwelle nicht geoutet lebte. ABER das ist schlichtweg eine BÖSWILLIGE LÜGE !!!

Ich habe damals 2009 die FDP gewählt, weil mir Westerwelles Wahlkampf und die Oppositionsführeschaft gegen die GroKo sehr gut gefallen hatte und es war allgemein bekannt, dass Westerwelle zu jenem Zeitpunkt 2009 offen schwul lebte.

Der Fehler der FDP in den kommenden Regierungsjahren war, dass Sie sich nicht genügend gegen Merkel durchsetzen konnten; und ich denke diesen Fehler, den derzeit die SPD macht, wird die FDP KEIN ZWEITES MAL machen und vorab viel deutlich in einen Koalitionsvertrag hineinschreiben wird, was durchgesetzt wird.

Insbesondere das damalige Wahlversprechen der Steuersenkungen brach der FDP das "Genick". ABER wie wir nunmehr sehen, auch bei der SPD gibt es keien Steuersenkungen und bei den Linken wird es diese sowieso nicht geben !!!

Derzeit steht die FDP bei Bundestagswahlumfragen wieder bei 5 Prozent und hoffentlich kommt die FDP 2017 in den Bundestag, denn diese Partei fehlt massiv (Vorratsdatenspeicherung, Straffreiheit der assistieren Suizidbeihilfe, Netzneutralität, Reduzierung der Flüchtlingszahlen und Versagen von Gabriel/Merkel bei der aktuellen Völkerwanderung, usw.)

-----------------------------
UND auch DIR sei nochmals klar aufgezählt:

Unter den Sozialdemokraten gibt es aktuell nicht mal ein ordentliches (!!!) Rechtsbereinigungsgesetz, das gestern im Bundestag verabschiedet wurde.

Unter Mitregierung der FDP wurden verabschiedet:
* die Gleichstellung in Besoldung und in Versorgung der verpartnerten Bundesbeamten, Soldaten und Entwicklungshelfer
* die Gleichstellung bei den Erbschafts- und Schenkungssteuer
* die Gleichstellung in der Grunderwerbssteuer
* die Gleichstellung in der Einkommenssteuer
* die Errichtung der Magnus-Hirschfeldt-Stiftung

UND was leistet die SPD derzeit bei LGBT-Rechten ? NICHTS !!!


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