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  • 09.11.2015, 11:52h           18      Teilen:   |

Sippenhaft

Mormonenkirche schließt Kinder aus Regenbogenfamilien aus

Artikelbild
Der Mormonentempel in Salt Lake City ist das wichtigste Gebäude der Glaubensgemeinschaft (Bild: flickr / Ken Lund / cc by 2.0)

Die amerikanische Glaubensgemeinschaft zieht die Daumenschrauben gegen Schwule und Lesben an: Nun geht die Kirche sogar gegen Kinder aus Regenbogenfamilien vor.

In ihren neuen Glaubensrichtlinien bezeichnen die Mormonen verheiratete gleichgeschlechtliche Paare und deren Kinder als "Abtrünnige", die in der Kirche nicht willkommen seien. Die Führung der "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage" hatte das bindende "Mormon Handbook", das diese Änderungen enthält, an Kirchenbüros in aller Welt verschickt.

Laut David Todd Christoferson, der als einer der zwölf "Apostel" dem Führungszirkel der Kirche angehört, sind die neuen Richtlinien eine Reaktion auf die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in den USA: "Wir mussten aufzeigen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem, was rechtlich erlaubt ist, und dem, was die Kirche und Gott als Gesetze vorgeben", so Christoferson. Die Kirche wolle klarstellen, "was richtig und was falsch" sei.

In den neuen Richtlinien heißt es, dass eine gleichgeschlechtliche Ehe und die aktive Mitgliedschaft in der Mormonenkirche grundsätzlich nicht möglich seien. Bislang hatte die Kirche zwar Homosexualität verurteilt, ein Ausschluss eines schwulen oder lesbischen Mitglieds musste aber beantragt werden und hing von der Toleranz der zuständigen Kirchengemeinde ab. Ab sofort sollen verheiratete Homo-Paare ausdrücklich als "Abtrünnige" gebrandmarkt werden.

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Mormonen: Kinder müssen sich von homosexuellen Eltern distanzieren

Am Wochenende kritisierten LGBT-Aktivisten und liberale Mormonen insbesondere, dass die Kirche auch Kinder aus Regenbogenfamilien bestrafen will: Sie dürfen fortan nicht mehr – wie in Mormonenfamilien üblich – als Babys gesegnet und im Grundschulalter getauft werden. Stattdessen wird ihnen nun angeboten, im Alter von 18 Jahren der Kirche beizutreten, allerdings müssen sie dafür aus dem Haushalt ihrer Eltern ausziehen und sich in der Öffentlichkeit von ihrer Familie und dem Konzept der gleichgeschlechtlichen Ehe distanzieren.

Die Mormonenkirche engagiert sich seit Jahren gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben. Der größte politische Erfolg war die Unterstützung des Volksentscheids "Proposition 8" im Jahr 2008, der die vorläufige Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien zur Folge hatte (queer.de berichtete). Mormonen investierten dabei Millionen von Dollar in den Wahlkampf. Das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben wurde schließlich rund fünf Jahre später vom US Supreme Court aufgehoben (queer.de berichtete).

Insgesamt gehören der 1830 gegründeten Kirche weltweit rund 15 Millionen Menschen an, davon rund die Hälfte in den Vereinigten Staaten. Im US-Bundesstaat Utah stellt sie die Bevölkerungsmehrheit und beeinflusst die Politik entscheidend mit. Die Mormonen berufen sich sowohl auf die Bibel als auch auf das "Buch Mormon", das die Geschichte des auserwählten Volkes von Israel nach Nordamerika verlagert. Eines ihrer traditionellen Hauptmerkmale war die Unterstützung von Polygamie, von der sich die Kirche aber heute offiziell distanziert.

Trotz des Einflusses der Kirche wurde vergangene Woche eine lesbische Frau in Salt Lake City, dem Hauptsitz der Mormonen, zur Oberbürgermeisterin gewählt: Die Demokratin Jackie Biskupski erreichte vorläufigen Zahlen zufolge 52 Prozent der Stimmen (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: salt lake city, usa, mormonen, ehe-öffnung
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Reaktionen zu "Mormonenkirche schließt Kinder aus Regenbogenfamilien aus"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
09.11.2015
11:59:27


(+6, 6 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


Dass eine offen lesbische Frau zur Oberbürgermeisterin von Salt Lake City gewählt wurde, mag ich kaum glauben.


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#2
09.11.2015
12:22:51


(+4, 6 Votes)

Von Farbenspiel


Es sowieso schleiferhaft, warum sich direkt nach der Wahl einer Lesbe zur Oberbürgermeisterin die Mormonensekte nicht negativ dazu geäußert hat!

Ich kann den Regenbogenfamilien sowie anderen Schwulen und Lesben nur eines empfehlen: laßt Euch das nicht TRETET AUS!!!


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#3
09.11.2015
12:44:02


(+5, 9 Votes)

Von David77


"Die dürfen fortan nicht mehr wie in Mormonenfamilien üblich als Babys gesegnet und im Grundschulalter getauft werden.

Eigentlich tun sie damit den Kindern einen Gefallen, ihnen wird nämlich die Gehirnwäsche erspart... bis zu dem Zeitpunkt:

"Stattdessen wird ihnen nun angeboten, im Alter von 18 Jahren der Kirche beizutreten,
allerdings müssen sie dafür aus dem Haushalt ihrer Eltern ausziehen und sich in der Öffentlichkeit von ihrer Familie und dem Konzept der gleichgeschlechtlichen Ehe distanzieren. "

Warum sollten sie das tun? Warum sind die Leute versessen darauf in eine Sekte einzutreten, denen sie auch noch eine Bringschuld auferlegen? Vielleicht sollte sich die ganze Umgebung von den Mormonen distanzieren.

"Ab sofort sollen verheiratete Homo-Paare ausdrücklich als "Abtrünnige" gebrandmarkt werden."

Was sagt ein Geisterfahrer auf der Autobahn? "Hilfe, 100 Geisterfahrer!"
Witzig, sind es doch die Mormonen, die eigentlichen Abtrünnigen der realen Welt sind. 2x "abtrünnig" hebt sich demzufolge also auf, heißt also: diese Paare gehören dann wieder der realen Welt an...


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#4
09.11.2015
13:04:02


(-2, 6 Votes)

Von Denniss


Witzig: mormon-boyz in google


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#5
09.11.2015
13:42:44


(0, 8 Votes)

Von Wolfgang_Aut
Antwort zu Kommentar #4 von Denniss


U.N.G.L.A.U.B.L.I.C.H :-)))

Bitte unbedingt reinsehen!

Link:
mormonboyz.com/recent/


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#6
09.11.2015
14:24:35


(+7, 7 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014
Antwort zu Kommentar #3 von David77


Sehe ich ähnlich. Die Homophobie der Mormonen ist zwar entsetzlich, aber eigentlich ist es ja gut, wenn man dort rausfliegt. Das ist für die Betroffenen bestimmt erst einmal schwierig und traumatisch, aber nur die Befreiung von so einer unterdrückenden Sekte ermöglicht ein ehrliches Leben in Freiheit und Selbstrespekt.

Und:
Ceterum censeo Mormoni esse delendi et prohibendi. Das würde vielen Menschen, auch Heterosexuellen!, Freiheit schenken.


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#7
09.11.2015
14:47:00


(+7, 9 Votes)

Von parallel


Unser Multi45 wird den Mormonen jetzt vermutlich nahelegen, in die Isländische Staatskirche überzutreten...

Aber im Ernst: "Kinder müssen sich von homosexuellen Eltern distanzieren" klingt für mich nach Drittem Reich und Hitlerjugend.

Und in den USA, wie auch in Deutschland noch heute, werden die Kirchen mit Steuerfreiheit unterstützt, selbst wenn sie die Menschenrechte und geltendes Recht so offensichtlich verletzen.


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#8
09.11.2015
15:01:50


(+7, 7 Votes)

Von Mariposa


Gegen diesen Verein ist ja die katholische Kirche zumindest auf Gemeindeebene fast noch fortschrittlich dagegen (da werden keineswegs Kuby & Co durch die Bank gutgeheißen).... Brechreiz bekomme ich zudem bei der Aussage, Kinder müßten sich von ihren "Homoeletern" distanzieren. Diese armen Wesen werden von einer menschenfeindlichen Ideologie in Beschlag genommen und können sich nicht wehren.

WIDERLICH


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#9
09.11.2015
15:08:18


(+8, 8 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015


Kommt mir immer eine South Park Folge in den Sinn bei dem Thema Mormonen.

dumm dumm dumm dumm dumm

Link zu www.southpark.de


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#10
09.11.2015
15:30:54


(+5, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Wolfgang_Aut


Diese Fetisch-Porno's haben mit der Realität in einer unterdrückerischen "Christen"-Sekte überhaupt nichts zu tun..

Das ist nichts weiter als eine Variante des allseits beliebten "Land-Burschen-Mythos", und unter diesem Label gibt es auch irgendwelche Cowboys und Anderes..

Interessanterweise spielt hier aber wohl auch noch diese "Idee"des "Heten-Knackens" mit hinein..
Dieser in meinen Augen äußerst dumme Mythos, der mit dem Gedanken "spielt" man müsse diesen Burschen nur zeigen wie "lustvoll" doch "schwuler sex" sei, und schon würden sie alle mit fliegenden Fahnen (oder flatternden Schlüppern) die Seiten wechseln..

Ebenfalls völlig realitätsfern..
Denn ebenso wie es keine "Homo-Heilung" gibt, kann man keine Heten "umdrehen", oder Amish, oder Mormonen..

Wer solche "Ideen" für sein "Seelenleben" braucht, obwohl es nur dem Handarbeits-Hobby dient..
Bitte schön..


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