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T9-Helferzelle mit HI-Virus (Bild: NIAID)

3.200 Menschen haben sich nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts im Jahr 2014 in Deutschland mit HIV infiziert – und damit ebenso viele wie im Jahr zuvor (queer.de berichtete).

Das geht aus den Zahlen des Epidemiologischen Bulletins (PDF) hervor, das am Montag veröffentlicht wurde. 2.300 Männer haben sich bei ungeschützten gleichgeschlechtlichen Sex angesteckt und damit 100 weniger als im Vorjahr. Das entspricht aber immer noch gut 70 Prozent aller Fälle. Des weiteren gab es 590 Übertragungen bei ungeschützten heterosexuellen Sex und 240 durch intravenösen Drogenkonsum.

Die Neuinfektionszahlen sind in Deutschland damit seit 2006 weitgehend stabil und im europäischen Vergleich weiterhin sehr niedrig. So infizieren sie in Großbritannien und Frankreich doppelt so viele Menschen wie in Deutschland, obwohl beide Länder rund 20 Millionen weniger Einwohner haben.

Dennoch könnte die Rate auch hierzulande weiter sinken, erklärte Ulf Hentschke-Kristal von der Deutschen Aids-Hilfe: "Die erfolgreiche Präventionsarbeit gilt es auszubauen und alle Möglichkeiten zu nutzen. Dazu gehört auch, die medikamentöse Vorbeugung gegen HIV verfügbar zu machen. Was Menschen vor einer HIV-Infektion bewahren kann, muss auch zum Einsatz kommen!".

So sei die sogenannte PrEP (Pre-Expositionsprophylaxe, "Vor-Risiko-Vorsorge") eine sinnvolle Ergänzung zu den Präventionsmethoden. In Europa ist das entsprechende Medikament Truvada für diesen Zweck bislang nicht zugelassen. In den USA wird es dagegen bereits seit 2012 erfolgreich angewandt. Ein Problem sind allerdings die hohen Kosten der Einnahme. (dk/cw)



#1 hugo1970Profil
  • 09.11.2015, 20:19hPyrbaum
  • "Ein Problem sind allerdings die hohen Kosten der Einnahme."

    Hm. wie kann man das einem gesundheitminister schmackhaft machen der aus der CFU kommt?
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#2 DennissAnonym
  • 09.11.2015, 21:36h
  • Es ist das unglückliche Reden über die Harmlosigkeit von HIV ("zwar nicht heilbar, aber behandelbar wie eine Zuckerkrankheit").
    Die meisten Schwulen lesen nur die Überschriften und stürzen sich dann ins Vergnügen.
    Von Hepatitis C muss man in diesem Zusammenhang gar nicht reden. Diese Krankheit kostet der deutschen Solidargemeinschaft Millionen von Euros.
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#3 TheDad
#4 SchwachmattAnonym
  • 10.11.2015, 00:52h
  • Antwort auf #3 von TheDad

  • Soso, es ist also asozial zu sagen dass PrEP nicht vor Hepatitis C schützt und somit ein gewaltiges Problem darstellt?!
    Es ist also auch asozial darüber nachzudenken, dass mangelnder Schutz die Krankenkassen Geld kostet?

    Wieviel Prozent der männlichen Bevölkerung sind doch noch mal praktizierend schwul? 10%?! Das sind also etwa 5% der Gesamtbevölkerung (m+w). Und diese 5% machen 2300 von 3200 Infektionen aus - und das nach nunmehr mehr als 30 Jahren Präventionsarbeit.

    Asozial ist für mich vor allem deine Ignoranz
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#5 Patroklos
#6 TheDad
  • 10.11.2015, 13:28h
  • Antwort auf #4 von Schwachmatt
  • ""Soso, es ist also asozial zu sagen dass PrEP nicht vor Hepatitis C schützt und somit ein gewaltiges Problem darstellt?!
    Es ist also auch asozial darüber nachzudenken, dass mangelnder Schutz die Krankenkassen Geld kostet?""..

    Steht da was von PrEP ?

    Nein..
    Da steht was von Kosten, die der Allgemeinheit "aufgebürdet" werden..

    Und das habe ich als asoziale Einstellung bezeichnet..

    ""Wieviel Prozent der männlichen Bevölkerung sind doch noch mal praktizierend schwul? 10%?! Das sind also etwa 5% der Gesamtbevölkerung (m+w). Und diese 5% machen 2300 von 3200 Infektionen aus - und das nach nunmehr mehr als 30 Jahren Präventionsarbeit. ""..

    Da steht nichts von "schwul praktizierend"..
    Da steht MSM..
    Da sind sicher mehr als nur 10 Prozent der Bevölkerung..
    10 % sind mehr als 8 Millionen Menschen..
    Da liegt die Infektionsrate mit 2300 Infektionen im Promille-Bereich..
    Ein definitiver Erfolg der 30-Jährigen Präventions-Arbeit, denn ohne diese läge die Infektions-Rate sicher im Bereich der Prozente, und damit irgendwo zwischen 800.000 und 1 Million Neu-Infektionen..

    All das hat aber immer noch nichts mit Kosten zu tun, die der Allgemeinheit "aufgebürdet" werden, die auch die Kosten für Unfälle im Freizeitsport trägt, etwa beim Klettern, Bergsteigen, Skifahren, Skaten oder Mountain-Biken..

    ""Asozial ist für mich vor allem deine Ignoranz""..

    Klingt hübsch, aber nicht logisch, denn unter der Rubrik Ignoranz kannst Du hier vor allem die "Idee" verbuchen, die Menschen die sich infizieren verhielten sich irgendwie "verantwortungslos gegenüber dem Solidar-Systemem"..

    Diese "Idee" bleibt asozial !
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#7 TheDad
  • 10.11.2015, 13:39h
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • ""Vom Staat eingenommene Gelder gehen auch in die Forschung von neuen Medikamenten. Insofern ist der Satz also durchaus berechtigt.""..

    Das hat jetzt mal unabhängig vom diskussionswürdigem Inhalt von wegen staatlicher Gelder für die Forschung, mit meinem Kommentar und dem darin bemängeltem Satz, genau was zu tun ?

    Nehmen wir einmal an, wir haben 100.000 Infizierte, die alle für 1.000 Euro (überteuerte) Medikamente im Monat brauchen, dann kostet das die Krankenkassen 1,2 Milliarden Euro im Jahr..

    Dadurch nimmt der Staat allein über die Mehrwertsteuer 22,8 Millionen Euro ein..

    Wenn dieses Geld dann Eins-zu-Eins in die Forschung flösse, wäre es ja schon einmal eine schöne Sache..

    Ist aber nicht so..

    Übrigens :
    ""An Willkür sind die Steuernachlässe nicht zu überbieten. Krabben und Garnelen zum Beispiel belegt der Fiskus mit sieben Prozent, Hummer mit 19 Prozent.
    Und warum rohe Knochen, die Mägen von Hausrindern und Rassepferde dem ermäßigten Satz unterliegen, während auf Medikamente die volle Mehrwertsteuer entrichtet werden muss, können selbst ausgewiesene Fachleute nicht nachvollziehen.""..

    ""Vor diesem Hintergrund ist es nur plausibel, dass der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen massiv dafür wirbt, die Mehrwertsteuer für Medikamente auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent zu reduzieren.
    Immerhin könnten die Versicherer auf diese Weise knapp drei Milliarden Euro pro Jahr sparen.""..

    www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid
    -17214/arzneimittelkosten-ermaessigte-mehrwertsteuer-auf-med
    ikamente_aid_479266.html
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#8 ursus
  • 10.11.2015, 13:50h
  • ich lege ja immer wert darauf, den oft einseitigen blick von den WISSENTLICH positiven auch auf die UNGETESTETEN positiven zu lenken, die sich oft fälschlich als "hiv-negativ" einschätzen, sich entsprechend risikofreudiger verhalten und insgesamt vermutlich eine viel größere rolle im infektionsgeschehen spielen als die wissentlich positiven.

    das rki schätzt, dass von allen hiv-positiven msm in deutschland 15% nichts von ihrer infektion wissen. bei den heteros schätzt man den anteil auf 20%.

    >"Seit Ende der 1990er Jahre steigt die geschätzte Anzahl der noch nicht diagnostizierten Personen, die mit HIV infiziert sind, langsam an. Die Anzahl der durchgeführten Tests und die Testbereitschaft sind zwar gestiegen, im gleichen Zeitraum haben aber auch die HIV-Neuinfektionen zugenommen, sodass insgesamt die Zahl der nicht diagnostizierten mit HIV infizierten Personen zunimmt (von etwa 11.300 im Jahr 2006 auf etwa 13.200 im Jahr 2014, siehe Abb. 7). Das bedeutet, dass sich in Deutschland weiterhin mehr Menschen neu mit HIV infizieren als neu mit einer Therapie beginnen."

    www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/4
    5_15.pdf?__blob=publicationFile


    da gibt es also noch genug zu tun. prävention bleibt wichtig, vor allem auch der aufruf zum testen.

    dennoch kann man es als einen erfolg der deutschen präventionsstrategien werten, dass die geschätzten neuinfektionen auf einem relativ niedrigen niveau relativ stabil bleiben.
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#9 wiking77
#10 Harry1972Profil
  • 13.11.2015, 23:35hBad Oeynhausen
  • Antwort auf #8 von ursus
  • Aufrufe, sich testen zu lassen, bringen allerdings wenig, wenn der Test keine Kassenleistung ist und nur beim Gesundheitsamt kostenlos durchführbar bleibt.

    Darüber hinaus dürften auch so schon viel zu viele Menschen kaum Gebrauch von den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen machen und Hausärzte fragen bei der Anamese zwar danach, ob der Patient raucht, über eventuelles Risikoverhalten bei Sex, Ernährung oder sonstwas, wird aber erst hingewiesen, wenn dazu Anlass besteht, also eine Erkrankung vorliegt.

    Muss dann ein Patient für einen HIV-Test noch zusätzlich zum nächsten Gesundheitsamt reiten, lassen sich noch weniger testen. Hemmungen, über sein Sexualverhalten zu sprechen, Hindernisse beim Zugang zu kostenlosen Tests und Risikoverdrängung. Ein Wunder, daß die Infektionsraten nicht viel höher sind.
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