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Im Stück "Fear" von Falk Richter werden AfD-Politiker mit Zombies verglichen (Bild: Arno Declair)

Ein Stück der Berliner Schaubühne, das Homophobie und Fremdenhass thematisiert, ist der AfD ein Dorn im Auge: Vergangene Woche sorgte Parteisprecher Christian Lüth für einen Eklat.

Aufregung in der Berliner Schaubühne: AfD-Sprecher Christian Lüth filmte am vergangenen Dienstag im Auftrag von Parteichefin Frauke Petry ohne Erlaubnis eine Aufführung des Theaterstücks "Fear". Das berichtete der "Spiegel". Erst nachdem Schauspieler ihn mehrfach aufforderten, die Kamera auszustellen und mit Rauswurf drohten, beendete der rechte Politiker die Aktion.

Später habe er, wie vom Theater verlangt, die Aufnahmen gelöscht. Lüth begründete die Aufnahmen unter anderem damit, dass das Stück "beleidigend und geschmacklos" sei. Es würden derzeit rechtliche Schritte gegen den schwulen "Fear"-Autoren Falk Richter geprüft.

Hassredner beklagen sich über Hass

Das Stück, das in den letzten Wochen durchwachsene Kritiken erhalten hatte, thematisiert insbesondere rechtspopulistische und rechtsradikale Bewegungen wie AfD und Pegida. So wird beklagt, dass sich Politiker aus diesem Dunstkreis menschenverachtende Stimmungen zunutze machen und diese weiter befördern. Auch auf die "Demo für alle" und homophobe Stimmungsmacher wird eingegangen.

Ironischerweise werfen die so kritisierten Gruppen inzwischen dem Autoren vor, selbst Hass zu schüren. So machten sie das Stück unter anderem für einen mutmaßlichen Brandanschlag auf den Wagen der "Demo für alle"-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde am letzten Montag verantwortlich (queer.de berichtete). Der "Focus" griff das ernsthaft mit einigen Beverfoerde-Zitaten auf und sprach von einem "Hetzstück".

Das ist nur Teil einer regelrechten Empörungskampagne gegen das Stück, an der sich Portale, Medien und Organisationen wie "Politically Incorrect", "Junge Freiheit" und "Kirche in Not" beteiligten. Eine Online-Petition zur Absetzung von "Fear" auf dem christlich-rechten Portal Citizengo hat inzwischen über 11.000 Unterschriften gefunden – das Portal ist mit den Initiativen der AfD-Politikerin Beatrix von Storch verbunden, die selbst Thema des Stückes ist und ebenfalls Opfer eines Brandanschlags auf ihr Auto geworden war.

Hartmut Steeb von der Evangelischen Allianz kritisierte unter der Überschrift "Ein Angriff auf christliche Werte", dass in "Fear" unter anderem die katholischen Publizistinnen Gabriele Kuby und Birgit Kelle als Hassrednerinnen dargestellt werden. Kelle selbst sprach von einer "Hexenjagd".

Autor Falk Richter befürchtet Zunahme der Gewaltbereitschaft

"Fear"-Autor Falk Richter berichtete in einem Interview, dass er die sich verschärfende Stimmung zu spüren bekomme und bereits Drohbriefe erhalten habe. "Die [Briefe] werden immer aggressiver und die Zivilgesellschaft muss jetzt reagieren und dafür sorgen, dass wir weiterhin eine freie und offene Gesellschaft bleiben", sagte Richter. "Ich habe davor Angst, dass die rechtsnationalen Gruppierungen um Pegida und AfD immer gewaltbereiter werden und immer mehr Einfluss gewinnen auf unser Leben, auf unsere Gesellschaft."

Das Stück pausiert gerade, soll aber planmäßig wieder im Januar in der Schaubühne aufgeführt werden. Das Theater, das in der letzten Woche selbst mit Graffiti beschmiert worden war, hat sich am Montag in einer Pressemitteilung hinter den Autoren und "Fear" gestellt: "Es wird im Stück an keiner Stelle zu Gewalt gegen Sachen oder Personen aufgerufen. Einen Zusammenhang zwischen den Straftaten und der Inszenierung herzustellen, ist absurd. Er wird bewusst konstruiert, um die Schaubühne als Theater und Falk Richter als Autor und Regisseur zu verleumden". Das Stück stelle sich lediglich "mit den Mitteln der Kunst" gegen die "Wiederkehr des rechten Gedankenguts". (cw)



#1 UrsaMajorEhemaliges Profil
  • 09.11.2015, 16:02h
  • Ich bin gespannt, wann in solchen Zusammenhängen seitens der AfD erstmals von "entarteter Kunst" gesprochen wird.

    Sehr lange kann das ja nicht mehr dauern.
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#2 reiserobbyEhemaliges Profil
#3 ZusammenhängenAnonym
  • 09.11.2015, 16:29h
  • Ein klarer Zusammenhang besteht zwischen der homophoben und rassistischen Hetze der rechten Rattenfänger und brennenden Flüchtlingsheimen wie auch Hetzjagden und brutale Anschläge auf Schwule, bis hin zum Mord an einem Antifaschisten, im Rahmen der so genannten "Demo für Alle"

    Keinen Fußbreit zurückweichen vor den Faschisten und ihren Wegbereitern!

    Jetzt ist umfassende Solidarität mit den historisch und politisch bewusst handelnden, vorbildlichen Demokraten gefragt, die hier Widerstand gegen die rechten und klar in der Tradition und im Geiste des Faschismus stehenden Hassverbreiter leisten, die sich dann perverserweise immer wieder als Opfer inszenieren - und sich in diesem Staat, der noch nicht einmal homophobe Hassverbrechen und Hassrede als solche behandelt, geschweige denn ächtet, auch ungehindert inszenieren können, wenn die Arbeiter*innenklasse nicht organisiert Widerstand gegen die rechten Umtriebe leistet. Denn letztlich geht es den Faschos und ihren Förder*innen um die Zerstörung sozialer und demokratischer Rechte der gesamten lohnabhängigen Bevölkerung.

    Tatsache:

    "Die werden immer aggressiver und die Zivilgesellschaft muss jetzt reagieren und dafür sorgen, dass wir weiterhin eine freie und offene Gesellschaft bleiben", sagte Richter. "Ich habe davor Angst, dass die rechtsnationalen Gruppierungen um Pegida und AfD immer gewaltbereiter werden und immer mehr Einfluss gewinnen auf unser Leben, auf unsere Gesellschaft."
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#4 myysteryAnonym
  • 09.11.2015, 16:45h
  • Mal wieder haben ausgerechnet diejenigen, die meinen Homosexualität u.a. als "Lebenswurf" andauernd "kritisieren" zu dürfen, ein Problem, sobald ihre "Kritik" einen Widerhall findet.

    Frau Stroch, Frau Boeverforde, Frau Kelle (auf etwaige Zusätze wie "von" wurde bewusst verzichtet): Sobald Sie aufhören, Homosexuelle ansatzlos als "Gefahr" darzustellen, welche als kranke Wesen die "traditionelle" Ehe und Familie "angreifen" würden und es unterlassen, zu fordern, dass die Existenz von Schwulen und Lesben aus dem öffentlichen Bewusstsein und dem öffentlichen Leben ausgelöscht werden soll, wird es keine Notwendigkeit mehr für Stücke wie "Fear" geben.

    Es liegt an Ihnen.
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#5 myysteryAnonym
  • 09.11.2015, 16:48h
  • Antwort auf #4 von myystery
  • Nachtrag:

    Es wundert nicht, dass der Focus hier mal wieder eine unrühmliche Rolle als Vertreter der "Neuen Rechten" und des Kelle-Imperiums einnahm.

    Schließlich ist der Mann von Birgit, Klaus Kelle, dort ein gern gesehener Autor.
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#6 exemplarischAnonym
  • 09.11.2015, 16:58h
  • Antwort auf #3 von Zusammenhängen
  • "Denn letztlich geht es den Faschos und ihren Förder*innen um die Zerstörung sozialer und demokratischer Rechte der gesamten lohnabhängigen Bevölkerung."
    ___________________________________

    "Von Storch ist seit Mitte der 1990er Jahre politisch aktiv. Sie nutzt von ihr und ihrem Ehemann Sven gegründete und gelenkte Vereine und Initiativen als konservatives Netzwerk. Dazu gehören insbesondere der Göttinger Kreis, die Zivile Koalition e. V., der BürgerKonvent sowie die Internet-Präsenzen FreieWelt.net und AbgeordnetenCheck.de."

    "Eine Analyse der Hauptabteilung Politik und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Beurteilung der Alternative für Deutschland bezeichnet den "Bürgerkonvent" als "Apo von rechts" und "von oben", die auf die Rückführung des Staates auf Kernkompetenzen und den Abbau von Sozialleistungen zugunsten privater Vorsorge abziele. Dazu werde mit Hilfe eingekaufter und professioneller Kampagnenpolitik Druck auf Politiker ausgeübt. Die Strukturen seien intransparent und nicht demokratisch."

    de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkonvent

    de.wikipedia.org/wiki/Beatrix_von_Storch
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 09.11.2015, 17:01h
  • Falk Richter hat nervend den rechten Nerv getroffen.

    Spannend ist, dass diejeinigen, die immer laut 'Zensur' rufen, nur weil man ihnen als vermeintlicher Untermensch widerspricht, plötzlich echte herrenmenschliche, nämlich staatliche Zensur wollen.

    Spannend ist, dass Theater im Jahre 2015 mit sowas noch provozieren kann.

    Und traurig dazu.
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#9 ach jaAnonym
#10 RobinAnonym
  • 09.11.2015, 17:39h
  • Ja, gegen Redefreiheit, Kunstfreiheit und andere Freiheitsrechte hatten Rechtspopulisten immer schon was...

    Die Wahrheit hören die eben nicht so gerne. Und wenn man deren Lügen die Fakten gegenüberstellt, ist das für die eine Gefahr.
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