Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 09.11.2015, 20:34h           62      Teilen:   |

Auch Adoptionsrecht für Homo-Paare abgelehnt

CDU-Bundesparteitag: Antrag gegen Ehe-Öffnung?

Artikelbild
Statt einem positiven Signal zur Ehe für alle könnte die CDU im Dezember einen Antrag gegen die "Umdefinierung" der Ehe beschließen (Bild: CDU Nordwürttemberg)

Die CDU Nordwürttemberg will im Dezember in Karlsruhe einen Antrag gegen die "Auflösung der Ehe" einbringen.

Von Norbert Blech

Die CDU kommt im Streit um die rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren nicht zur Ruhe – und nicht vorwärts. Während die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) am Wochenende ein klares Bekenntnis zur Ehe-Öffnung einforderten, bahnt sich für den nächsten Bundesparteitag im Dezember in Karlsruhe ein homophober Antrag an.

"Die Ehe ist und bleibt für die CDU ausschließlich die verbindliche Beziehung eines Mannes mit einer Frau", lautet der Titel des Antrags, der bereits am vorletzten Wochenende von der CDU Nordwürttemberg beschlossen und erst an diesem Wochenende bekannt wurde. Die Delegierten stimmten auch dafür, dass der Bezirksverband den Antrag beim Bundesparteitag einbringt.

"Wir wenden uns dagegen, den Begriff Ehe umzudefinieren und die Ehe dadurch in ihrem Wesensgehalt aufzulösen", heißt es darin. Nur die Verbindung zwischen Mann und Frau habe "die Möglichkeit, auf natürliche Weise Kinder hervorzubringen". Die "Förderung der Ehe von Mann und Frau" sei als Basis der Familie Grundsatz christdemokratischer Politik.

Fortsetzung nach Anzeige


Von der "Demo für alle" zum CDU-Bundesparteitag

Die "Demo für alle" freute sich am Montag über den CDU-Beschluss aus Nordwürttemberg
Die "Demo für alle" freute sich am Montag über den CDU-Beschluss aus Nordwürttemberg

Weiter heißt es in dem Antrag: "Würde ausschließlich das Kriterium einer dauerhaften Liebesbeziehung zum Maßstab für die Ehe ('Ehe für alle') so wäre in der Folge eine Diskussion um Ehen mit mehr als zwei Personen oder Ehen unter Geschwistern unausweichlich". Abgelehnt wird auch eine "Fremdadoption" durch Homo-Paare: "Kinder sollen beim Heranwachsen, wo immer möglich, eine männliche und weibliche Bezugsperson im engsten Familienkreis erleben."

Eingebracht hatten den Antrag die CDU-Bezirksgruppe Stuttgart Ost sowie die Kreisverbände Stuttgart und Rems-Murr des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU – die Gruppen sind eifrige Unterstützer der "Demo für alle". Ein aus diesen Kreisen entworfener Antrag gegen einen Aktionsplan der baden-württembergischen Landesregierung zur Akzeptanz von LGBT ("Angriff auf die Familie"), der bereits von mehreren christdemokratischen Kreisverbänden beschlossen worden war (queer.de berichtete), wurde auch von der CDU Nordwürttemberg angenommen und soll Thema des nächsten Landesparteitags werden.

Einer der mutmaßlichen Antreiber der Anträge ist der Stuttgarter CDU-Politiker Karl-Christian Hausmann (queer.de berichtete). Der mehrfache Teilnehmer und Redner der "Demo für alle" hatte in den letzten Tagen vor allem als Deutschland-Chef der "Universal Peace Federation", einer Organisation der "Vereinigungskirche" (Moon-Sekte), Schlagzeilen gemacht: Nach kritischen Medienberichten sagten zahlreiche Personen eine Teilnahme an einem Seminar der Organisation über "Verwirrung im westlichen Wertesystem und die Bedeutung der Familie für die Gesellschaft" am letzten Wochenende in München wieder ab, darunter Gabriele Kuby.

Kein Sommermärchen im Winter?

Welche Chancen der Antrag gegen die "Ehe für alle" beim CDU-Bundesparteitag hat, ist unklar. Allerdings wurde auch noch nicht bekannt, dass es dort einen Antrag für die Ehe-Öffnung geben sollte. Mit einem Verweis auf einen möglichen Antrag im Dezember hatten einige CDU-Politiker im Sommer den Druck aus der öffentlichen Debatte genommen, nachdem Irland und die USA die Ehe für schwule und lesbische Paare geöffnet hatten. Auch die SPD hatte letztlich auf den Bundesparteitag der CDU verwiesen (queer.de berichtete).

Das geschah noch, bevor sich im Juli 52 Prozent der Mitglieder der Berliner CDU gegen eine Ehe-Öffnung ausgesprochen hatten (queer.de berichtete). Der Landesverband NRW hatte zuvor sein Leitbild einer Ehe als Verbindung von Mann und Frau bekräftigt und einen Antrag zu einem gemeinschaftlichen Adoptionsrecht für Homo-Paare abgelehnt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich in Interviews gegen die Ehe-Öffnung ausgesprochen (queer.de berichtete).

Viel Hoffnung auf den Bundesparteitag hatten Lesben und Schwule ohnehin nicht: 2012 stimmte er gegen eine Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren im Steuerrecht, obwohl ein entsprechendes Urteil aus Karlsruhe zu erwarten war und dann auch folgte (queer.de berichtete).

LSU für Ehe-Öffnung

Der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt forderte am Wochenende: "Es wird Zeit, dass wir die Zivilehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften öffnen."
Der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt forderte am Wochenende: "Es wird Zeit, dass wir die Zivilehe auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften öffnen."

Derweil hat die Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) am Samstag die "Mainzer Erklärung" zur Öffnung der Ehe verabschiedet. In ihr heißt es, mit der Verabschiedung des Bereinigungsgesetzes zur Lebenspartnerschaft hätten es CDU und CSU "erneut unterlassen, einen Kurswechsel in ihrer diskriminierenden Politik gegenüber in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lebenden Menschen einzuschlagen und im Deutschen Bundestag für die Öffnung der Zivilehe für Homosexuelle zu stimmen".

Die Bürger seien da deutlich weiter, heißt es weiter in der Erklärung, in der die Ehe-Öffnung gefordert wird und die an alle wichtigen Gremien der Partei in Bund und Ländern verschickt werden soll. Von einem entsprechenden Antrag beim Bundesparteitag ist in der Presseerklärung allerdings keine Rede.

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 62 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 190             9     
Service: | pdf | mailen
Tags: cdu, baden-württemberg, ehe für alle, bundesparteitag
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "CDU-Bundesparteitag: Antrag gegen Ehe-Öffnung?"


 62 User-Kommentare
« zurück  1234567  vor »

Die ersten:   
#1
09.11.2015
21:02:14


(+14, 18 Votes)

Von Just me


Glaubt irgendjemand tatsächlich daran, dass die CDU beim nächsten Bundesparteitag ihre Meinung ändert, und plötzlich für die Ehe-Öffnung eintritt? Wer das glaubt, glaubt vermutlich auch an den bösen Mummelmann.

Umso erstaunlicher, dass die CDU Nordwürttemberg meint, durch einen Antrag zusätzlich Druck auf die Bundespartei ausüben zu müssen. Die sollten eigentlich selbst am besten wissen, wie aussichtlos ein 'Gesinnungswandel' - auch ohne Antrag - ist. Schaufensterpolitik? What ever.

Solange CDU/SPD regieren, wird sich nichts ändern. Egal wie viele Nebelkerzen gezündet werden, egal wie viele Krokodilstränen fließen, egal wie viele Lippenbekenntnisse zu Gleichheit und Diskriminierungsfreiheit kommen. Leider nichts als heiße Luft.

Mich würde eher interessieren, ob es bereits eine Verfassungsklage hinsichtlich der Eheöffnung gibt. Ich kenne mich hier nicht gut genug aus, aber nach all den Jahren, in denen so gut wie jeder Schritt vom BVG ausging, halte ich dies derzeit für den einzig denkbaren Weg. Weiß da jemand etwas drüber? Würde mich sehr interessieren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
09.11.2015
21:09:42


(+13, 19 Votes)

Von Faschisten


Da weiß man doch, aus welchem Schoß der Faschismus kroch.

Und Karlsruhe (Bundesverfassungsgericht) hat bereits unzählige Gelegenheiten verstreichen lassen, dieses menschenfeindliche, reaktionäre und faschistoide Pack endlich als solches zu ächten und gleiche Rechte durchzusetzen.

US Supreme Court (Oberster Gerichtshof der USA) in der Urteilsbegründung zur Ehe-Öffnung am 26.06.2015:

"gleiche Würde in den Augen des Gesetzes"!

Artikel 1 Grundgesetz:

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt."


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
09.11.2015
21:16:04


(+2, 8 Votes)

Von 8zt89wehsgn


ACHTUNG ! ! ! WARNUNG ! ! !

Die Grünen sprechen sich nicht eindeutig dafür aus, dass sie in einer Koalition mit der Union im Bundestag für die Ehe für alle stimmen werden.

ACHTUNG ! ! ! WARNUNG ! ! !

Fragt doch selbst mal bei den Grünen nach, wenn ihr es nicht glaubt. Fragt genau das Folgende:

"Werden die Grünen im Bundestag in der nächsten Legislaturperiode auch in einer Koalition mit der Union definitiv für die Ehe für alle stimmen? JA oder NEIN".


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
09.11.2015
21:29:57


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


"Würde ausschließlich das Kriterium einer dauerhaften Liebesbeziehung zum Maßstab für die Ehe ('Ehe für alle') so wäre in der Folge eine Diskussion um Ehen mit mehr als zwei Personen oder Ehen unter Geschwistern unausweichlich"

Das ist in keinem einzigen der vielen und großen demokratischen Länder, in denen die eheliche Gleichheit etabliert wurde, der Fall gewesen.

Nach 14 Jahren Ehe in den Niederlanden und 26 Jahren ELP in Dänemark!

Es ist eine reine ressentimentgeladene Angstfantasie, die im Land es rosa Winkels mit seiner Entrechtungs- und Vernichtungstradition aber auch nicht wirklich überraschend ist.

Es zeigt auch, wie weit sich die CDU in Teilen von der westlichen Zivilisation entfernt hat und in stattdessen ein Moorbad im altgermanischen schwarzbraunen Morast vorzieht.

CDU Bezirksverband Nordwürttemberg
Hasenbergstraße 49b
70176 Stuttgart

Telefon : +49 711 66904-72
Fax : +49 711 66904-15


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
09.11.2015
21:34:18


(+11, 11 Votes)

Von Lovestern
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 29.07.2014


Im Zeitalter von Pille, Abtreibungen, Kaiserschnitt, künstlichen Befruchtungen und Leihmüttern noch was von "natürlich" zu schwafeln mutet sehr, sehr seltsam an.

Wenn die so "natürlich" leben wollen, wieso leben sie dann nicht in der Natur, werfen zeit ihres Lebens 15 Kinder (von denen die Hälfte stirbt, bevor sie volljährig sind), und werden im Schnitt nur 45 Jahre alt? Das wäre "natürlich".

Abgesehen davon ist die Ehe keineswegs darüber definiert, dass sie als Primärzweck dem Kinderkriegen dient.

Wenn die nicht aufpassen, klagt mal einer in Karlsruhe darauf, dass ab sofort nicht gebärfähige Frauen und zeugungsunfähige Männer von der Ehe ausgeschlossen werden, da ihnen die angebliche Grundvorraussetzung für die Ehe fehlt... hätte ich viel Geld, würde ich das aus reiner Bosheit machen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
09.11.2015
21:54:10


(+6, 8 Votes)

Von biology news
Antwort zu Kommentar #5 von Lovestern


intelligente (grundeigenschaft?) menschen können spermien und eizelle auf natürliche weise ganz ohne heiligen heterosexuellen akt aufeinander treffen lassen.

ob es reaktionären, faschistoiden hassverbreitern passt oder nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
09.11.2015
22:12:32


(+5, 5 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #3 von 8zt89wehsgn


Klar.

Modell Hessen.

Al-Wazir setzt sich für seinen Dienstwagen (gegen den ich grundsätzlich nichts einzuwenden habe!) sogar mit Rassisten, die ihn öffentlich demütigten, in ein Koalitionsboot.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
09.11.2015
22:20:09


(+7, 7 Votes)

Von FIETE
Aus Eschenburg (Hessen)
Mitglied seit 22.12.2012
Antwort zu Kommentar #5 von Lovestern


,,Sehr gut !".............

Genau so ist es ..............

Wenn ich Geld hätte...., klagen wir dann gemeinsam ?

Am besten auch gleich mit einer Klage , ...für strikte ...Trennung von ...KIRCHE und STAAT !


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
09.11.2015
22:23:41


(+8, 8 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Wie weit soll das Unions-gesteuerte Deutschland in Sachen Ehe-Öffnung noch zurückfallen?

Alle demokratischen Länder, in denen die Ehe für alle geöffnet ist, haben keine Probleme mit der Definition der Ehe. Nur Deutschland kocht die altbackene Brühe wieder hoch. Der größte Teil der CDU-Politiker ist ein demokratiefeindlicher, jämmerlicher Haufen mit menschenverachtender Haltung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
09.11.2015
23:08:56


(+6, 6 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #9 von kuesschen11


"Wie weit soll das Unions-gesteuerte Deutschland in Sachen Ehe-Öffnung noch zurückfallen?"

Tja...

Germania singt:

Youtube-Video:


Im Sportpalast!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234567  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Linke NRW: Schulden machen für LGBTI-Akzeptanz US-Politiker wirbt mit Dragqueens Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul Italien: Zwei Ex-Nonnen lassen sich verpartnern
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt