Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 10.11.2015, 15:48h           168      Teilen:   |

Altkanzler

Helmut Schmidt ist tot

Artikelbild
Bundeskanzler Helmut Schmidt bei einer Bundestagsrede im Jahr 1986 (Bild: Deutscher Bundestag / Presseservice Steponaitis)

Einer der wichtigsten Politiker der deutschen Nachkriegsgeschichte ist gestorben. Helmut Schmidt musste sich wiederholt gegen Vorwürfe der Homophobie wehren.

Der frühere SPD-Politiker und Bundeszanzler Helmut Schmidt ist am Dienstagnachmittag im Alter von 96 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg gestorben. Das teilte sein behandelnder Arzt mit. Schmidt war von 1974 bis 1982 der fünfte deutsche Regierungschef und führte eine sozial-liberale Koalition an. Zuvor war er unter Willy Brandt Verteidigungs- und Finanzminister gewesen, zwischen 1967 bis 1969 führte er die SPD-Fraktion in der Großen Koalition – zu der Zeit, als die Bundesregierung den Paragraf 175 entschärfte und erstmals die gleichgeschlechtliche Liebe in Westdeutschland legalisierte.

Während Schmidts Amtszeit als Bundeskanzler wurde das Transsexuellengesetz eingeführt, das erste seiner Art in Deutschland. Zugleich waren während seiner Zeit als Hamburger Innensenator Mitte der Sechzigerjahre Einwegspiegel in Klappen installiert worden, um Schwule zu überführen. Es ist aber unklar, ob Schmidt dieses Vorgehen abgesegnet hat.

Schmidt war in den letzten Jahrzehten mehrfach vorgeworfen worden, sich stur gegen den Abbau der Diskriminierung Homosexueller ausgesprochen zu haben – eine Darstellung, die er später in mehreren Interviews zurückwies.

Fortsetzung nach Anzeige


So hatte etwa der "Spiegel" in einer Ausgabe aus dem Jahr 1980 geschrieben: "Für die größte Verstimmung sorgte Schmidt, als er den Wunsch der Liberalen, den Paragraphen 175 abzuschaffen, als Kuriosität behandelte. Genscher zeigte sich betroffen, wie wenig Verständnis der Kanzler für Probleme von Minderheiten aufbringe." Schmidt soll dabei laut "Spiegel" auch seinen liberalen Innenminister Gerhart Baum unwirsch angefahren haben und sogar mit Koalitionsbruch gedroht haben, sollte er die Liberalisierung fortsetzen: "Jetzt reicht's, Herr Baum. Da müssen Sie sich einen anderen Koalitionspartner suchen." Besonders unter den Aktivisten der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) galt Schmidt wegen dieser angeblichen Aussagen als Feindbild.

Im Jahr 2012 erklärte der Altkanzler in der "Welt", dass die Journalisten unwahre Geschichten über seine angebliche Homophobie weiterverbreitet hätten: "Da hat wieder ein Journalist vom anderen abgeschrieben." Zum Paragraf 175 meine er: "Ich will gerne glauben, dass es eines unter vielen Themata der Koalitionsverhandlungen war. Es kamen ja alle möglichen Themata zur Sprache. Aber was ich nicht glaube, ist, dass ich mich generell zum Paragrafen 175 geäußert habe. Vielleicht habe ich mich geäußert zu dem Schutzalter von 14 Jahren. Aber für mich war der Paragraf 175 oder seine Streichung nie ein Problem." Er erklärte damals auch, dass er sich einen Homosexuellen als Kanzler vorstellen könne (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 168 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 296             6     
Service: | pdf | mailen
Tags: helmut schmidt, spd
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Helmut Schmidt ist tot"


 168 User-Kommentare
« zurück  12345...1617  vor »

Die ersten:   
#1
10.11.2015
16:10:50


(+2, 26 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Altkanzler und Schwulenjäger-Senator Helmut Schmidt ist tot. Seine Taten bleiben unvergessen und unverzeihlich...
Link zu www.2mecs.de

Link zu www.zeit.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
10.11.2015
16:41:08


(+9, 15 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


....in seiner Regierungzeit ,somit unter SPD und FDP wurde unser Antrag auf Anerkennung unserer Beziehung und damit verbundenem Recht auf Arbeit und Aufendhalt fuer meinen Thai-Partner,
abgelehnt .
Die Begruendung war, dass der Petitionsausschuss,
annehme ,mein Partner wuerde unsere Beziehung nur nutzen um seine Lebenssituation zu verbessern. Bei Thai-Frauen hingegen hatte wohl keiner diese Bedenken???

Fuer uns begann nach dieser SPD-FDP Ablehnung eine langjaehrige " Leidenszeit"
welche wir der "damaligen Politiker-Bande " nie vergessen und vergeben werden..

Wir weinen Herrn Schmidt keine Traene nach..
...wir haben ihm nichts zu verdanken..


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
10.11.2015
16:46:50


(-5, 21 Votes)

Von JarJar
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 30.10.2015


In Bezug auf Schwule war er nicht okay. Wie er gegen den Terror gehandelt hat bei der raf war aber etwas was man ihm anerkennen muss.
Er war mit Sicherheit nicht gradlinig und immer korrekt, aber jemand an den man sich erinnern wird, Politiker von dem Schlag gibt es heute nicht, die sagen das eine und machen das andere (100% Gleichstellung nur mit uns).
Mit 96 hatte er aber ein gesegnetes Alter, also Ruhe in Frieden Altkanzler.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
10.11.2015
16:57:16


(-5, 19 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #3 von JarJar


Mögen im Paradies viele homo- und bisexuelle attraktive Männer auf den ehemaligen Schwulen-Jäger-Senator warten... >>>Angelegt wurden die ersten der Spionierspiegel im Jahre 1964 unter dem damaligen Hamburger Innensenator Helmut Schmidt; der letzte Spiegel, in der Toilette am Rathausmarkt, wurde noch nach der Reform des Homosexuellenparagraphen 175 im Jahre 1973 installiert. Als Begründung für ihre Observationen führen die zuständigen Behörden ins Feld, nur so die ekelerregenden Belästigungen (Polizeisprecher Peter Kelling) stoppen zu können, denen sich unbedachte normale Benutzer der Toiletten seitens aufdringlicher Homosexueller ausgesetzt gefühlt hätten.<<<

Link zu www.zeit.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
10.11.2015
17:30:59


(+13, 15 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Dass für den Altkanzler die Gleichstellung von Lesben und Schwulen bedeutsam war und mithin die Würde jedes Menschen in diesem Land, wird man schwerlich behaupten können. Auch im hohen Alter konnte ich aus seinen Interviewäußerungen immer wieder eine kulturrelativistische Weltsicht herauslesen, die Menschenrechte als nachgeordnet betrachtet und die Beziehungen zwischen Ländern (v.a. die wirtschaftlichen) höher schätzt als die grundlegendsten Rechte jedes Menschen. Er nannte es bisweilen "Realpolitik", was verschleierte, dass es interessengeleitete Politik war, die die Interessen weniger über die Rechte aller stellte. Seine Verdienste während der Sturmflut 1962 und im Zuge der Flugzeugentführung 1977 bleiben bestehen. Die, die damals überlebten, werden ihm zu Dank verpflichtet bleiben (sofern sie noch leben). Für die SPD dürfte die Bedeutung Schmitds eine ambivalente bleiben:
Als (politische) Persönlichkeit blieb er bis zuletzt für viele eine Identifikationsfigur, als Brandt-Nachfolger war er mit seinem Politikansatz aber auch mitverantwortlich für das Aufkommen einer dauerhaften Konkurrenzpartei, die bis heute potentielle SPD-Wähler zumindest mit der Zweitstimme erreicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
10.11.2015
17:37:02


(+6, 14 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Er war ein großer Mann mit Schwächen wie viele, was eigentlich menschlich ist. Abgesehen davon pflege Ich nicht um meine Unterdrücker zu trauern.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
10.11.2015
17:39:56


(+3, 25 Votes)

Von axelschwarz
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Helmut Schmidts auf diese Dinger zu reduzieren und zu bewerten ist klein geistig und Wirtz dieser Person nicht gerecht . Diese Ereignisse stammen aus einer anderen Zeit. Schmidt war nur acht Jahre Kanzler. Diese Zeiten waren aber besonders intensiv. Die RAF, die Ölkrise, Welt Wirtschaftskrise , Inflation, Massenarbeitslosigkeit und dass zwei Frontenduell der NATO und das Warschauer Pakt es prägten seiner Regierungszeit. Gestalten konnte er nur das Fundament der europäischen Union in Zusammenarbeit mit dem französischen Präsidenten. Die Rechre homosexueller Menschen, wie auch andere Spielfelder der Politik wurden sicherlich nicht genug politisch bearbeitet . Und wenn ein Forist schreibt, dass es in der Bearbeitung einer binationalen Partnerschaft zu Verwaltungshindernissen kommt, so gilt dies seitens der deutschen Botschaftsmitarbeiter und der Ausländerämter heute noch. Dies allein Helmut Schmidt zuzumessen ist dumm.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
10.11.2015
17:50:37


(+8, 12 Votes)

Von so dinger


"Der wird, sowie sein kompletter Schüler-Ruderverein dann doch in die Marine-Hitlerjugend übernommen, fliegt aber wieder raus, weil er allzu "flotte Sprüche" an die Wände kritzelt. Es ist 1936, Helmut ist 17 Jahre alt. Es folgen Abitur, Arbeitsdienst, Wehrdienst, er macht alles brav mit - aber er wird kein Nazi. Das geht nicht.

Schmidt wird gleichwohl Soldat. Seine "Pflicht" habe er doch erfüllen müssen, sagt er später.

Er kämpft als Offizier an der Ostfront, wird 1941/42 ins Reichsluftfahrtministerium versetzt, als "Zuschauer" in den Schauprozessen gegen die Männer des gescheiterten Hitler-Attentats am 20. Juli 1944 eingesetzt..."(spiegel.de)


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
10.11.2015
17:58:23


(+2, 16 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Ob der eingeäschert wird?
Wäre ja nur konsequent.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
10.11.2015
17:59:39


(-17, 19 Votes)

Von burgerberg
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 12.11.2014
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


"Mögen im Paradies viele homo- und bisexuelle attraktive Männer auf den ehemaligen Schwulen-Jäger-Senator warten..."

Vielleicht sollten sie ihm folgen - dann könnten sie mit ihm dieses Thema Face to Face diskutieren!

Es bleibt aber sehr fraglich, ob Herr Niedermeier im Paradies landet!!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1617  vor »


 Ort: Hamburg


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
US-Politiker wirbt mit Dragqueens Skateboard-Star Brian Anderson outet sich als schwul Italien: Zwei Ex-Nonnen lassen sich verpartnern Lil Wayne vermählte zwei Männer im Knast
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt