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  • 11.11.2015, 07:53h           2      Teilen:   |

Ab Donnerstag im Kino

"Eisenstein in Guanajuato": Rote Fahne im Po

Artikelbild
Auf seiner Reise nach Mexiko wird der sowjetische Regisseur Sergej Eisenstein von Stadtführer Palomino anal entjungfert (Bild: Edition Salzgeber)

In seinem neuen Kinofilm zeigt Peter Greenaway den sowjetischen Filmemacher als naiven Clown, dessen Hintern von einem charmanten Mexikaner erobert wird.

Von Carsten Moll

Ganz still ist es um Peter Greenaway wohl nie geworden. Dennoch hat sich nach den Karrierehöhepunkten Ende der 1980er mit Filmen wie "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" ein gewisses Desinteresse gegenüber dem Regisseur eingestellt. Zudem wurden mit der Zeit die kritischen Stimmen lauter, die im Inszenierungsstil des Briten nichts als zur Pose erstarrte Manierismen erkannten – das Spätwerk Greenaways provozierte im Gegensatz zu seinen frühen Filmen vielerorts bloß noch ein gleichgültiges Schulterzucken, und seit immerhin einem Jahrzehnt hat es keiner seiner Filme mehr in die deutschen Kinos geschafft.

Mit "Eisenstein in Guanajuato" ändert sich das nun – obwohl Greenaway sich keineswegs neu erfunden hat. Fans und Gegner des Filmemachers dürfen sich gleichermaßen auf bekannte Trademarks gefasst machen: Theatralisch anmutende Sets, kunstvoll arrangierte Tableaus, intermediale Streifzüge sowie der Bruch mit den Konventionen des klassischen Erzählkinos sind die vertrauten Konstanten in dieser eigenwilligen, aber zugleich erstaunlich zugänglichen Produktion.

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Eisensteins spätes Coming-of-Age in Mexiko

Poster zum Film: "Eisenstein un Guanajuato" startet am 12. November 2015 in den deutschen Kinos
Poster zum Film: "Eisenstein un Guanajuato" startet am 12. November 2015 in den deutschen Kinos

Inhaltlich basiert das Drama lose auf den Erfahrungen, die Sergei Eisenstein zu Beginn der 1930er in Mexiko machte. Nach dem durchschlagenden Erfolg seiner ersten Filme "Streik", "Panzerkreuzer Potemkin" sowie "Oktober" war der junge Regisseur weltweit gefragt und es zog ihn von Russland über Europa und Hollywood schließlich nach Mexiko. Hier setzt auch Greenaway ein und stellt dem Publikum Eisenstein als unbedarftes Wunderkind mit einer nicht zu bändigen Haarpracht und einem ruhelosen Geist vor.

Der Finne Elmer Bäck spielt das exzentrische Genie mit einer beachtlichen Energie und schafft es dabei, – trotz aller sprudelnden Monologe und körperlichen Grenzerfahrungen – seiner Figur klare Konturen zu geben. Beinahe in jeder Aufnahme ist der Darsteller präsent und seine fesselnde Performance ist sicherlich einer der Gründe, warum es nicht schwer fällt, sich bei allen künstlerischen Ambitionen auf "Eisenstein in Guanajuato" einzulassen.

Aber auch Greenaway macht es den Zuschauern leichter als in einigen seiner vorherigen Werke und erzählt recht geradlinig von den Erlebnissen seines Helden: Der erlebt hier mit 33 Jahren eine Art Coming-of-Age und findet in seinem mexikanischen Freund Palomino nicht nur einen Stadtführer, sondern auch einen sexuellen Mentor. Die anale Entjungferung Eisensteins wird dabei zu einem geradezu revolutionären Akt erhoben, der von Palomino mit einem roten Fähnchen im Po des Russen besiegelt wird.

Ein Zwiegespräch mit dem eigenen Penis

Nicht bloß in dieser Szene wird deutlich, dass es Greenaway bei allem Sinn fürs Hochkulturelle doch besonders in die Breite und zum Burlesken zieht. Ein Zwiegespräch mit dem eigenen Penis oder ein gleichzeitiges Kotzen und Kacken zeigen, dass der Regisseur und Drehbuchautor mindestens ebenso am Körperlichen interessiert ist wie an intellektuellen Gedankenspielen und Reflexionen über das Wesen des Kinos.

Mag Greenaway mit "Eisenstein in Guanajuato" auch nicht der ganz große Wurf gelungen sein, so bietet der Film doch eine gute Gelegenheit, das Schaffen des Künstlers erstmalig zu entdecken oder sich diesem wieder ein wenig anzunähern. Alte Stärken und neue Impulse, wie die an Eisenstein geschulte Montage der Attraktionen, verbinden sich hier nämlich auf lustvolle und mitunter sogar sehr lustige Weise zu einem sehenswerten Drama.

Vimeo | Offizieller Trailer zum Film
  Infos zum Film
Eisenstein in Guanajuato. Drama. Niederlande/Mexiko/Finnland/Belgien 2015. Regie: Peter Greenaway. Darsteller: Elmer Bäck, Luis Alberti, Maya Zapata, Rasmus Slätis, Jakob Öhrmann, Lisa Owen, Stelio Savante, José Montini, Cristina Velasco Lozano. Laufzeit: 105 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: Edition Salzgeber. Bundesweiter Kinostart: 12. November 2015.
Links zum Thema:
» Alle Kino-Termine in Deutschland
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Eisenstein in Guanajuato

8 Bilder
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Tags: eisenstein in guanajuato, peter greenaway, sergej eisenstein
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Reaktionen zu ""Eisenstein in Guanajuato": Rote Fahne im Po"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
11.11.2015
15:37:15


(-4, 4 Votes)

Von resi auf dem po


Kann gleichzeitiges Kotzen und Kacken ein Hinweis auf eine vorrevolutionäre Stimmung sein?

Wird nun auch geschissen, wo man isst?

Budjonny fragt, was macht die Kavallerie, wenn alle Pferde kotzen?

Was sagt der Penis auf die Vorhaltung: Kein Schwanz ist so hart wie das Leben?

Wer räumt das alles auf?

So viele Berichte,
So viele Fragen.

Youtube-Video:


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#2
11.11.2015
16:20:18


(-1, 3 Votes)

Von timm johannes
Antwort zu Kommentar #1 von resi auf dem po


So rückständig sind die Russen!

Link:
postomania.ru/post376019012/


Das hatten wir schon im letzten Jahrhundert!!!

Bild-Link:
the-phantom-of-liberty1.jpg


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