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  • 12.11.2015, 16:46h           3      Teilen:   |

Polizeibericht

Berlin: Raubmord an Schwulem nach 28 Jahren aufgeklärt

Artikelbild
Die Berliner Polizei fragt: Wer hatte Ende der 1980er Jahre Kontakt zu diesem Mann? (Bild: Polizei Berlin)

Durch Fortschritte in der DNA-Analytik sitzt der mutmaßliche Tatverdächtige in Haft – die Polizei sucht jedoch dringend Zeugen.

Die Berliner Polizei vermeldet einen Fahndungserfolg nach 28 Jahren: Die bereits 1987 begonnenen und später auch europaweiten Ermittlungen nach einem Raubmord haben zur Festnahme und Inhaftierung des mutmaßlichen Tatverdächtigen geführt.

Am 8. Februar 1987 war der damals 47 Jahre alte Emilio Benito Rica tot in seiner Wohnung in der Neuköllner Karl-Marx-Straße aufgefunden worden. Er starb durch eine scharfe Gewalteinwirkung gegen den Hals. Nach der Tat war aus der Wohnung des Opfers ein Videorecorder entwendet worden.

Das schwule Opfer verkehrte regelmäßig im Bereich des Bahnhofs Zoo, um dort Sexarbeiter kennenzulernen, die er mit in seine Wohnung nahm. Auch am Tattag begab sich Emilio Benito Rica in Begleitung eines Bekannten in den Bereich des Bahnhofs. Dort knüpfte er Kontakt zu einem Mann, den er kurz darauf erneut in einer Peep-Show wieder traf, die seinerzeit in der Kantstraße gegenüber des Theaters des Westens lag.

Mit diesem Mann verließ er kurze Zeit später die Peep-Show und merkte gegenüber seinem Bekannten an, diesen Mann mit zu sich nach Hause nehmen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Benito Rica das letzte Mal lebend gesehen.

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Interpol Prag erkannte das DNA-Profil

Phantombild des mutmaßlichen Täters aus dem Jahr 1987 - Quelle: Polizei Berlin
Phantombild des mutmaßlichen Täters aus dem Jahr 1987 (Bild: Polizei Berlin)

Anhand der Angaben des Bekannten wurde von dem Begleiter des Opfers seinerzeit das nebenstehende Phantombild erstellt und veröffentlicht.

Im Zuge der Tatortarbeit wurden diverse serologische als auch daktyloskopische Spuren gesichert, die vorerst keinem Verursacher zugeordnet werden konnten. Bedingt durch die Fortschritte in der DNA-Analytik wurden die serologischen Tatspuren zu einem späteren Zeitpunkt erneut kriminaltechnisch untersucht, was im Jahre 2003 zur Bestimmung des DNA-Profils einer männlichen Person führte. Eine Recherche in der DNA-Datenbank verlief erfolglos; das DNA-Profil blieb jedoch in der Datenbank gespeichert.

Im Jahre 2014 meldete Interpol Prag, dass es dort zu einer Treffermeldung hinsichtlich des DNA-Profils gekommen sei. Nach Übermittlung der Personalien eines 53 Jahre alten serbischen Staatsangehörigen wurde von der Staatsanwaltschaft Berlin ein europäischer Haftbefehl erwirkt. Im September wurde der Beschuldigte von den tschechischen Behörden an seinem Wohnort festgenommen. Seine Auslieferung nach Deutschland erfolgte am 16. Oktober.

Bereits kurz nach der Tat kam es im Jahr 1987 zu einem telefonischen Hinweis eines anonym gebliebenen Mannes bei der 5. Mordkommission. Der unbekannte Hinweisgeber berichtete davon, dass er sich ebenfalls häufig in der Peep-Show in der Kantstraße aufhalten würde und am 25. Januar 1987 einen Mann mit zu sich nach Hause genommen hätte. Dieser Mann habe ihn dann in der Wohnung unvermittelt mit einem Messer angegriffen.

Der damalige Hinweisgeber konnte die Personalien des Täters benennen. Ermittlungen zu dieser Person verliefen jedoch ergebnislos. Nunmehr konnte festgestellt werden, dass die vom Hinweisgeber zu der Person des Angreifers genannten Personalien mit denen des nun inhaftierten Mannes nahezu deckungsgleich sind.

Für die weiteren Ermittlungen bittet die Berliner Polizei um Mithilfe:

• Wer kennt den Mann auf dem Lichtbild?
• Wer hatte im Zeitraum um das Jahr 1987 Kontakt zu ihm?
• Wer hat nach der Tat möglicherweise einen Videorecorder von der abgebildeten Person erworben?

Als besonders wichtiger Zeuge gilt der anonyme Hinweisgeber von damals. Dieser Mann wird dringend gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Hinweise nimmt die 5. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 911 555, per Email an lka115-hinweis@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. (cw/pm)

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Tags: raubmord, bahnhof zoo, emilio benito rica
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Reaktionen zu "Berlin: Raubmord an Schwulem nach 28 Jahren aufgeklärt"


 3 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.11.2015
17:22:48


(-3, 5 Votes)
 
#2
12.11.2015
19:32:48
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Gut so


Sehr gut das Mord nie verjährt.
Die Täter müssen nach der Tat wenn sie nicht erwischt werden auf ewig Angst haben doch noch aufgespürt zu werden.


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#3
12.11.2015
20:13:46


(+2, 2 Votes)

Von Farbenspiel


In Deutschland gibts viele ungeklärte Kriminalfälle (sog. "Cold Cases") und nach 28 Jahren wurde einer davon aufgeklärt. Es bleibt zu hoffen, daß auch bei den restlichen irgendwann einmal Licht ins Dunkel kommt.


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