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April Hoagland und Beckie Peirce wurden von der Entscheidung des homophoben Richters kalt erwischt - und kämpfen nun in Interviews zusammen mit nationalen News-Organisationen um ihr Kind (Bild: CBS Evening News)

Skandalöses Urteil in Utah: Ein Richter nahm einem verheirateten Lesbenpaar ein Pflegekind weg, damit es nicht in einem "homosexuellen Haushalt" aufwächst.

Zu Update springen: Richter widerruft Entscheidung

Der Supreme Court in den USA hat im Juni landesweit die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, aber die Entscheidung scheint noch nicht bei der Justiz in der Provinz angekommen zu sein. Das hat das lesbische Ehepaar Beckie Peirce und April Hoagland erfahren müssen, als es die Adoption seiner einjährigen Pflegetochter, die es seit drei Monaten aufzieht, beantragte: Jugendrichter Scott Johanssen entschied am Dienstag nicht nur, dass den beiden Frauen die Adoption verweigert wird – er ordnete auch an, dass sie das Pflegekind abgeben müssen, und begründete dies mit der sexuellen Orientierung der Pflegeeltern. Das Urteil tritt sieben Tage nach der Verkündung in Kraft.

Nach Angaben des Senders KUTV argumentierte der Richter, dass es laut Studien schlechter für das Kind sei, in einem "homosexuellen Haushalt" aufzuwachsen. Es seien nur heterosexuelle Paare geeignet, sich um Pflegekinder zu kümmern. Allerdings ist das unwahr: Abgesehen von Studien einiger religiöser Universitäten oder Professoren haben Untersuchungen in den USA und Europa festgestellt, dass Kinder bei gleichgeschlechtlichen Paaren mindestens ebenso gut aufwachsen wie bei heterosexuellen Eltern (queer.de berichtete).

Das Urteil war ein Schock für die beiden Frauen: "Ich habe das erst gar nicht verstanden. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas heute noch passieren kann", sagte Hoagland. "Es trifft mich sehr, weil ich nichts falsch gemacht habe." Die Anwälte des lesbischen Paares wollen nun weitere rechtliche Schritte prüfen.

Youtube | Auch CNN berichtet ausführlich über den Fall

Gouverneur: Richter sollen Gesetze befolgen


Selbst Gouverneur Gary Herbert, ein erbitterter Gegner der Ehe-Öffnung, fand das Urteil unterirdisch

Im ganzen Land kritisierten LGBT-Aktivisten die Entscheidung des Richters als eigenmächtig und ungesetzlich. Selbst Utahs Gouverneur Gary Herbert, der jahrelang gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben kämpfte, stellte sich am Donnerstag hinter das lesbische Paar: "Ich bin etwas perplex wegen der Entscheidung", sagte Herbert dem Sender KUED. "Es kann sein, dass dem Richter ein Gesetz nicht gefällt, aber er muss es trotzdem befolgen."

Richter Johanssen, der auch als Bischof in der Mormonenkirche arbeitet, ist bereits zuvor mit eigenmächtigen Entscheidungen aufgefallen, die insbesondere außerhalb Utahs Kopfschütteln hervorriefen. So verurteilte er 2012 eine Teenagerin wegen Körperverletzung, weil sie einem Baby die Haare abgeschnitten hatte. Sein alttestamentarisches Urteil: Die Teenagerin musste ihren geliebten Pferdeschwanz abschneiden.

Utah gehört mit seiner mormonischen Bevölkerungsmehrheit zu den konservativsten Staaten der USA. Auch die Mormonenkirche geht derzeit gegen Homo-Paare und deren Kinder vor: Erst letzte Woche wurde bekannt, dass die Glaubensgemeinschaft alle Mitglieder von Regenbogenfamilien künftig als "Abtrünnige" betrachtet (queer.de berichtete). (dk)

 Update  14.11.: Richter widerruft Entscheidung

Nach einem Bericht der "New York Times" hat Jugendrichter Scott Johanssen am Freitag seine Entscheidung überraschend widerrufen. Das Mädchen darf damit vorerst bei seinen Pflegeeltern bleiben. Für den 4. Dezember setzte der Richter eine Anhörung an, die das Beste für das Kindeswohl zum Thema hat. Auch in seiner neuen Entscheidung steht nach Angaben der "New York Times" jedoch, dass Kinder laut Forschungsergebnissen emotional und mental stabiler seien, wenn sie bei heterosexuellen Eltern aufwüchsen.



#1 NoMercyAnonym
  • 13.11.2015, 12:53h

  • Urteil ist aufzuheben.
    Richter gehört in Beugehaft wie Kim Davis wenn er seine illegale Rechtsbeugung nicht abstellt.
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#2 FarbenspielAnonym
  • 13.11.2015, 13:12h
  • Das Urteil ist ein Skandal! Warum soll denn das Paar Beckie Peirce und April Hoagland viel schlechtere Eltern als ein heterosexuelles sein? Ich kann diese Urteilsbegründung von Richter Johanssen absolut nicht verstehen und vor allem frage ich mich, auf WELCHE Studien er sich überhaupt bezieht?

    Das Paar soll das Urteil nicht auf sich sitzen lassen und weitere rechtliche Schritte prüfen. Außerdem sollte überprüft werden, ob sich Richter Johanssen für diesen Beruf noch eignet, da er nämlich schon vorher recht eigentümliche Urteile gesprochen hat!
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#3 FredinbkkProfil
  • 13.11.2015, 13:15hBangkok
  • ......und am siebenden Tage schuf der Teufel die Religionen ...und so wie sie sich verhalten wohl ALLE!

    Religionsfreiheit = Freiheit von jedlicher Religion
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#4 hypathiaProfil
#5 David77Anonym
  • 13.11.2015, 13:35h
  • Alle Kinder und alle nicht-Mormomen sollten den Staat verlassen und man sollte eine Mauer um diesen Staat errichten und den Staat aus der USA rausschmeißen.
    Dann können die ihre christliche Scharia für sich behalten.

    Diese Leute sind Abtrünnige der Menschheit und nicht umgekehrt.
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#6 FelixAnonym
  • 13.11.2015, 14:05h

  • Daran sieht man wieder mal, dass es den Homohassern gar nicht ums Kindeswohl geht, sondern dass die Kinder nur für ihre Zwecke instrumentalisieren.

    Wie kann man ein Kind aus seiner geliebten Familie und seiner vertrauten Umgebung reißen und einer unklaren Zukunft überlassen?!

    Zumal alle unabhängigen Studien belegen, dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien genauso gut aufwachsen wie bei Heteros. Entscheidend ist nicht das Geschlecht der Eltern, sondern Liebe und Fürsorge. Und dessen können sich Kinder in Regenbogenfamilien als echte Wunschkinder sicher sein.

    Da hier das Kindeswohl in akuter Gefahr ist, hoffe ich, dass das ein höheres Gericht in einem Eilentscheid aufhebt. Und dass es bald ein US-weites Gesetz gibt, das solche Justizskandale verhindert...
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#7 NicoAnonym
  • 13.11.2015, 14:45h

  • Gerade ein Richter muss sich an Recht und Gesetz halten - ob es ihm passt oder nicht.

    Wenn ein Richter sein Amt missbraucht und Recht bricht, um anderen seine Ideologie aufzuzwingen, sollte das Konsequenzen für den Richter haben.
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#8 FinnAnonym
  • 13.11.2015, 15:07h
  • >> Richter Johanssen, der auch als Bischof in der Mormonenkirche arbeitet, ist bereits zuvor mit eigenmächtigen Entscheidungen aufgefallen, die insbesondere außerhalb Utahs Kopfschütteln hervorriefen. So verurteilte er 2012 eine Teenagerin wegen Körperverletzung, weil sie einem Baby die Haare abgeschnitten hatte. <<

    Was ist das denn für ein durchgeknallter Wahnsinniger.

    Wobei ich auch nicht verstehe, wieso man in den USA gleichzeitig Richter und "Geistlicher" sein kann. Sowas sollte verboten sein.
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#9 Julian SAnonym
  • 13.11.2015, 16:07h
  • Offenbar besteht in den USA dringender Handlungsbedarf, dass irgendwelche Pfaffen nicht auch gleichzeitig Richter sein können.

    Und es muss endlich sichergestellt sein, dass Richter sich nicht an irgendwelchen religiotischen Wahnvorstellungen orientieren, sondern an Gesetzen.
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#10 HeinerAnonym
  • 13.11.2015, 16:17h
  • "US-Richter: Homo-Paare nicht als Pflegeeltern geeignet"

    Immernoch tausendmal besser als irgendwelche religiösen Fanatiker, die ihren Kindern ihren Wahn aufzwingen und sie dumm halten.

    Schneidet der Bekloppte seinen Kindern eigentlich nie die Haare oder wieso verurteilt er Eltern ihren Kindern nicht die Haare zu schneiden? Oder ist das einfach nur sein Wahn?
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