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  • 15.11.2015, 07:08h           17      Teilen:   |

Weichenstellung

Katholische Schützenbrüder erlauben homosexuelle Königspaare

Artikelbild
Die Gleichstellung macht selbst vor Schützenvereinen nicht Halt (Bild: flickr / Dick Aalders / cc by 2.0)

Auf seiner Grundsatz-Tagung am Samstag in Langenfeld stellte der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) die Weichen auf Öffnung.

Noch vor wenigen Wochen empörte sich der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), dass in Düsseldorf ein schwuler Schützenkönig zusammen mit seinem Partner gekrönt werden sollte. Er forderte in der Presse eine Anstandsdame, griff allerdings nicht ein (queer.de berichtete).

Jetzt scheint der katholische Dachverband, dem rund 1.300 Bruderschaften und Vereine mit etwa 400.000 Mitgliedern angehören, doch noch im 21. Jahrhundert anzukommen: Homosexuelle Könige und selbst muslimische Schützen sollen künftig mit allen Rechten willkommen sein, einigte sich der Hauptvorstand am Samstag auf seinem Grundsatz-Kongress in Langenfeld.

Im Frühjahr muss die Bundesvertreterversammlung dieser Öffnung allerdings noch zustimmen.

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Sexuelle Orientierung für Mitgliedschaft "unerheblich"

"Die sexuelle Orientierung eines Menschen gehört zu seiner Persönlichkeit und Identität und ist für die Aufnahme in eine Bruderschaft unerheblich", erklärte der neue Bundesschützenmeister Emil Vogt, der die interne Diskussion angestoßen hatte, nach der Versammlung. "Homosexuelle Schützenbrüder und Schützenschwestern haben daher selbstverständlich alle Mitgliedsrechte und Mitgliedspflichten, einschließlich der Möglichkeit, die Königswürde zu erringen."

Vogt will dem kirchlichen Schützenverbund "eine zeitgemäße und verständliche Grundausrichtung" geben. So sollen die Mitgliedsvereine künftig selbst entscheiden können, ob sie auch Nicht-Christen als Mitglieder aufnehmen und zum Königsschießen antreten lassen wollen. Dem Bundesschützenmeister gehe es darum, "durch gegenseitigen Respekt, Ehrlichkeit und Toleranz ein vertrauensvolles Miteinander mit allen gesellschaftlichen Kreisen zu ermöglichen".

Die Toleranz der Schützenbrüder kennt dennoch Grenzen. "Wer Angehörige anderer Religionsgemeinschaften aufnehmen will, muss wissen, wofür er selbst einsteht", stellte Vogt klar. "Wir dürfen bei aller Liberalität unser eigenständiges, kirchliches Profil nicht verlieren." So sollen abtrünnige Katholiken nach dem Willen des Hauptvorstands auch in Zukunft nicht mitschießen dürfen: "Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann sich nicht um Aufnahme in einer kirchlichen Gemeinschaft bewerben."

Diskussion läuft seit dem Jahr 2011

Die Diskussion um eine Öffnung begann vor vier Jahren. Im Jahr 2011 war der BHDS deutschlandweit in die Schlagzeilen geraten, als er einen Schützenkönig aus Ostwestfalen wegen dessen Homosexualität aus dem Verband ausschließen wollte (queer.de berichtete). Später beschloss der Dachverband, dass Schwule zwar Schützenkönige werden könnten, aber ihnen bei offiziellen Anlässen immer eine Anstandsdame zur Seite gestellt werden müsse (queer.de berichtete).

Im vergangenen Jahr gab es wieder scharfe Kritik am Verband, als er einem Schützenkönig in Werl die Anerkennung versagte, weil dieser Muslim war. Nach einem Proteststurm nahm der BHDS den Schritt "ausnahmsweise" zurück. (cw)

Wochen-Umfrage: Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gibt seinen Widerstand gegen homosexuelle Schützenkönige auf. Was denkst du über Schützenvereine? (Ergebnis)

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Tags: bhds, schützenbrüder, schützenbund, königspaar
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Reaktionen zu "Katholische Schützenbrüder erlauben homosexuelle Königspaare"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
15.11.2015
08:32:47


(-8, 14 Votes)

Von TomTommy


Egal, was die RKK macht, die meisten Gays werden sowieso nachtragend und intolerant bleiben.


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#2
15.11.2015
09:04:06


(+9, 9 Votes)

Von UrsaMajor


Ich steh' aufm Schlauch: der Zusammenhang zwischen katholischer Religionszugehörigkeit und "historischem" Schießen erschließt sich mir einfach nicht. Inwieweit beides irgendwas mit dem 21. Jahrhundert zu tun hat, bleibt mir ebenfalls verborgen.

Irgendwie schön jedoch, dass streng katholische Schützen nun beginnen, die Realität zu erlauben. Das ist doch schon mal was.


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#3
15.11.2015
10:38:46


(+9, 11 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #1 von TomTommy


"Egal, was die RKK macht, die meisten Gays werden sowieso nachtragend"
Egal was die Gays gemacht haben, sie wurden immer von der RKK verdammt, alleine dafür so zu sein, wie sie sind.

" und intolerant bleiben."

Was sollen die denn bitteschön tolerieren? Intoleranz?
Stell dir mal vor, Gays würden anderen mit derselben Intoleranz begegnen, die sie tolerieren sollen...
Die RKK hat viele tiefe Wunden gerissen, die sie nicht wiedergutmachen kann...


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#4
15.11.2015
10:45:59


(+9, 9 Votes)

Von aLuckyGuy
Aus Peine (Niedersachsen)
Mitglied seit 28.08.2015


Zitat: "Jetzt scheint der katholische Dachverband, dem rund 1.300 Bruderschaften und Vereine mit etwa 400.000 Mitgliedern angehören, doch noch im 21. Jahrhundert anzukommen"

Ähm, nun ja, wären sie im 21. Jahrundert angekommen, dann würden sie diesen ganzen Schützenunfug sein lassen und nicht so tun, als hätte sich die Zeit seit dem Kaiserreicht nicht verändert. Aber vermutlich wird die deutsche Demokratie auch damit klarkommen müssen.


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#5
15.11.2015
10:52:38


(+4, 4 Votes)

Von Farbenspiel


Es wäre wünschenswert, wenn der BHDS sämtliche Ressentiments gegen Schwule und Lesben endlich über Bord wirft und sich den gesellschaftlichen Verhältnissen in unserem Land anpaßt. Denn nicht umsonst gibts die Redensart "Vielfalt statt Einfalt"!

Im Frühjahr muß die Bundesvertreterversammlung dieser Öffnung allerdings noch zustimmen und ich hoffe, es gibt eine sehr breite Mehrheit. Es dürfte dann zwar der Eine oder Andere, der sich dagegen ausspricht bzw. abstimmt, austreten, aber es ist an der Zeit, sich nicht mehr alles gefallen zu lassen! Das Wichtigste an den BDHS zum Schluß: wir haben immer ein Auge auf Euch!


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#6
15.11.2015
11:05:49
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Mario


Ich musste für ein Projekt beruflich bedingt für 3 Monate in ein Dorf ziehen.
Die Leute dort waren entweder in der Kirche engagiert oder im Schützenverein oder beides. Man sagte mir um im Ort Anschluss und soziale Kontakte zu finden, bliebe einem gar nichts anderes übrig als in einem der beiden Sachen mitzumachen.

Als Großstädter musste ich staunen, dass es in Deutschland noch Gegenden gibt, in denen das soziale Leben aus Kirche und Schützenheim besteht. Ach ja, und aus samstags Autoputzen...Original hat mein Nachbar dort pünktlich jeden (!) Samstag sein Auto geputzt, poliert und gepflegt.
Der war ein ganz lieber der Nachbar und viele Einwohner waren nicht so verstockt wie man meint und waren sogar sehr freundlich...aber soo bieder und klischeehaft deutsch, das ich aus dem Staunen nicht raus kam. Ich dachte bis dahin so was gäbe es nur im Film oder in der Vergangenheit.


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#7
15.11.2015
11:16:04


(+6, 6 Votes)

Von UrsaMajor
Antwort zu Kommentar #1 von TomTommy


Ich zitiere zum Thema "Intoleranz Diskriminierter" (aus den Kommentaren zum NDR-Feature "Die Schwulenheiler 2"):

"Offenbar herrscht hier bei einigen ein völlig falscher Begriff von Toleranz vor.

Vielfach wird hier den Autoren des Beitrags vorgeworfen, sie seien intolerant gegenüber intoleranten, homophoben Christen. Dabei wird aber übersehen, dass Toleranz nicht gegenüber Intoleranten angebracht ist. Keine Toleranz der Intoleranz!

Die Autoren sind sehr wohl tolerant. Sie akzeptieren die heterosexuelle Lebensweisen der Anderen.

Zum Toleranzbegriff gehört aber auch Intoleranz gegenüber der Intoleranz. Und so muss ein wahrhaft toleranter Mensch gegen Intoleranz aufstehen. Toleranz bedeutet nicht, man müsse auch tolerant gegen Rassisten, Nazis, Homophobe und andere Intolerante sein. Wer das aber glaubt, hat den Begriff der Toleranz nicht verstanden.

Toleranz heißt, ich akzeptiere deine Lebensweise. Toleranz heißt aber nicht, ich akzeptiere, dass du mich wegen meiner Lebensweise verurteilst und als krank, gestört oder abnormal diffamierst.

Intolerante Menschen, die nichts, außer sich selbst akzeptieren, berufen sich fälschlicherweise gern auf diesen falschen Toleranzbegriff, dass man doch müsse sagen dürfen, dass Ausländer, Homosexuelle oder andere andersartige Menschen minderwertig oder unnormal seien.

Toleranz gegenüber Intoleranz bedeutet das Ende jeder Toleranz, da solch eine Toleranz oft in einer Diktatur der Intoleranten endet."

Quelle:

Link zu www.ndr.de

Kommentar Nr. 33 von "Klaus" vom 08.04.2015 16:37 Uhr


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#8
15.11.2015
11:52:31


(+5, 5 Votes)

Von Sebi


"Homosexuelle Schützenbrüder und Schützenschwestern haben daher selbstverständlich alle Mitgliedsrechte und Mitgliedspflichten, einschließlich der Möglichkeit, die Königswürde zu erringen."

Die Frage ist aber, ob ein schwuler Schützenkönig dann auch seinen Partner an seiner Seite haben kann und mit ihm z.B. den Siegertanz tanzen kann.


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#9
15.11.2015
12:00:25


(+7, 7 Votes)

Von Marek


Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, wie ein klar denkender Mensch bei sowas Reaktionärem mitmachen will. Erst recht nicht als Schwuler oder als Lesbe in so einer katholisch geprägten Organisation.

Aber wenn man das nun mal (unerklärlicherweise) will, muss man auch gleichgestellt sein.


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#10
15.11.2015
12:22:09


(-1, 5 Votes)

Von Johannes45


Eine gute Entscheidung


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