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  • 17.11.2015, 16:34h           16      Teilen:   |

Nach Charlie Sheens TV-Auftritt

LGBT-Aktivisten fordern Ende der Stigmatisierung von HIV-Positiven

Artikelbild
Charlie Sheen, hier in einer Szene aus "Two and a Half Men", hat am Dienstag erstmals im US-Fernsehen über seine HIV-Infektion gesprochen (Bild: CBS)

Nach dem Coming-out des Hollywood-Stars Charlie Sheen als HIV-positiv wird der Ruf laut, die in großen Teilen der Bevölkerung verankerte Stigmatisierung von Positiven zu beenden.

Die amerikanische LGBT-Organisation GLAAD hat am Dienstag erklärt, dass nur ein Ende der Stigmatisierung von HIV-Positiven dazu führen könne, HIV "auszurotten". Damit reagierte die 1985 gegründete Organisation auf einen Auftritt des Schauspielers Charlie Sheen im NBC-Frühstücksfernsehen, in dem sich der 50-Jährige als HIV-positiv geoutet hat.

Der "Two and a Half Men"-Darsteller sagte in einem Interview mit dem Journalisten Matt Lauer, er wisse seit vier Jahren von seiner Infektion. Er sei jahrelang deswegen von Prostituierten erpresst worden und habe Schweigegeld gezahlt. "Insgesamt müssen das mehrere Millionen gewesen sein", so Sheen.

"Um HIV ein für alle Mal auszurotten, müssen wir erst einmal das dazugehörige Stigma ausrotten", erklärte GLAAD-Präsidentin Sarah Kate Ellis. "Das Stigma verhindert, dass Menschen sich testen lassen; es verhindert, dass Menschen sich behandeln lassen; es kann dazu beitragen, dass sich die Infektionszahlen erhöhen." Derzeit würden 1,2 Millionen Amerikaner mit dem Virus leben. Deshalb müssten alle Präventionsmethoden, inklusive der Präexpositions-Prophylaxe (PrEP), genutzt werden. Die "Pille davor", die es in den USA seit 2012 gibt, ist in Europa noch nicht zugelassen.

Auch hierzulande kritisierte die Deutsche Aids-Hilfe immer wieder, dass eine HIV-Infektion mit einem großen Stigma und Angst vor Zurückweisung verbunden sei. In diesem Zusammenhang verurteilte die DAH wiederholt die juristische Verfolgung von HIV-Positiven, zuletzt etwa eine Haftstrafe für eine positive Sexarbeiterin (queer.de berichtete). Die Aids-Aktivisten argumentieren, dass die Verantwortung für den Gesundheitsschutz nicht einseitig positiven Menschen aufgebürdet werden dürfe. Vielmehr sei jeder selbst dafür verantwortlich, sich zu schützen.

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DAH kritisiert Spekulationen in Medien

"Dass Sheen offenbar zum positiven Coming-out gedrängt wurde, ist inakzeptabel", erklärte Manuel Izdebski vom Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe in einer ersten Reaktion. Er kritisierte auch, dass es bereits vor dem NBC-Interview in den Medien Spekulationen über die HIV-Infektion gegeben habe, etwa im Klatschmagazin TMZ. Das verletze "sein Recht, selbst zu entscheiden, wem er von seiner Infektion erzählt. Dieses Recht hat jeder Mensch – unabhängig von Prominentenstatus und Lebensstil."

Sheen betonte in dem Interview, dass er keine Frau einer Gefahr der Übertragung ausgesetzt und immer seinen Sexpartnerinnen seinen HIV-Status offenbart habe. Sein Arzt erklärte auf NBC auch, dass Sheens Viruslast dank retroviraler Medikamente unter die Nachweisgrenze gedrückt worden sei – hier gilt eine Übertragung als ausgeschlossen (queer.de berichtete).

Mit diesem Argument könnte sich der Schauspieler auch vor möglichen Klagen schützen. So sind in den letzten Jahren in den USA immer wieder Positive zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Meist handelte es sich bei den Angeklagten um Männer, die Sex mit Männern hatten. So wurde erst im Juli in Missouri ein Mann zu 30 Jahren Haft verurteilt, weil er seinen Sexpartnern nichts von seiner Infektion erzählt hatte (queer.de berichtete). (dk)

Mehr zum Thema:
» Gemeinsam gegen Stigmatisierung (18.06.14)
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Tags: hiv, charlie sheen, stigamtisierung
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Reaktionen zu "LGBT-Aktivisten fordern Ende der Stigmatisierung von HIV-Positiven"


 16 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
17.11.2015
16:49:22
Via Handy


(-7, 11 Votes)

Von Lucio


Dieser unsympathische Mensch dient nun wirklich nicht als role model für HIV Aktivisten.


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#2
17.11.2015
16:55:22


(-1, 5 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Aus humanitären Gründen halte ich es für sehr wichtig, gegen die Stigmatisierung von HIV-Positiven zu kämpfen.

Ob der Wegfall der Stigmatisierung jedoch etwas zur Ausrottung von HIV beiträgt, wie im Artikel steht, ist eine immer wieder aufgestellte Behauptung, die durch nichts belegt wird. Es lassen sich Gründe dafür finden, aber genauso Gründe dagegen. Hauptproblem ist ja, dass HIV bei den jungen Leuten seinen Schrecken verloren hat


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#3
17.11.2015
17:21:23


(+1, 3 Votes)

Von Teamplayer


Das war schon eine faustdicke Überraschung, daß sich Charlie Sheen mit HIV infiziert hat. Der Sohn von Darsteller Martin Sheen war ja neben seinem Engagement bei "Two and a half men" mit vielen Drogen-, Sex- und Alkoholeskapaden aufgefallen. Vor allem bin ich gespannt, wie seine ehemaligen Schauspielcollegen Angus T. Jones und Jon Cryer darauf reagieren oder ob sie es schon getan haben.


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#4
17.11.2015
18:23:46


(+4, 6 Votes)

Von Poronkusi
Antwort zu Kommentar #2 von Dont_talk_about


Die Angst vor dem Tod soll durch Angst vor Stigma ersetzt werden? Da kann man auch Geschiedene gesellschaftlich ächten, um die Scheidungsquote zu senken.


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#5
17.11.2015
19:28:47


(-1, 5 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014
Antwort zu Kommentar #4 von Poronkusi


Natürlich hat die gesellschaftliche Akzeptanz zu einer höheren Scheidungsrate beigetragen.
Trotzdem ist diese Akzeptanz zu begrüßen !

Ich wehre mich nur gegen dieses eindimensionale Denken wie es sonst nur kleine Kinder tun. Das Gute hat halt nicht nur gute Nebenwirkungen. Die Realität ist halt manchmal komplizierter als sie sich einige hier gerne malen würden


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#6
17.11.2015
19:29:00


(+5, 7 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Lucio


Unsymphatisch hin oder her...hier gehts nicht um Dein persöhnliches Empfinden,sondern einzig um diese schlimme Krankheit.KEIN Mensch sollte HIV haben oder gar an AIDS erkranken!
In dieser Angelegenheit braucht man auch kein Rolemodell sondern Aufklärung und Akzeptanz für die Menschen!


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#7
17.11.2015
19:50:11


(+9, 9 Votes)

Von michellemeyer
Antwort zu Kommentar #1 von Lucio


@ die ersten 4 kommentierenden:

diversity gibt's nicht nach belieben oder gefallen.
der fingerzeig auf sheens promiskurität ist so unnötig, wie scheinheilig und daneben.
er muss auch kein sympathieträger sein.

stigma und diskriminierungen zu negieren oder verniedlichen ist erst noch fatal. zudem zeigt es sich gerade in euren kommentaren, die mich unangenehm berühren, ja erschrecken.

solidarität geht anders, ob zwischen oder innerhalb von communities.

@queer.de
danke für den Artikel!

michèle
aids-aktivistin


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#8
17.11.2015
20:00:40
Via Handy


(-3, 5 Votes)
 
#9
17.11.2015
20:14:09


(+4, 8 Votes)

Von Heiner


Ein Ende der Stigmatisierung HIV-Positiver ist dringend überfällig.

Der Umgang mit HIV-Positiven muss endlich so sein wie mit anderen kranken Menschen.


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#10
18.11.2015
00:20:18


(+7, 7 Votes)

Von Syro36
Aus Berlin
Mitglied seit 16.07.2015
Antwort zu Kommentar #2 von Dont_talk_about


Doch, der Zusammenhang von Stigmatisierung und Bekämpfung von HIV ist durch verschiedene Studien belegt.

Hier ist eine davon:

Link zu www.aidsmap.com


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