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  • 18.11.2015, 14:32h           18      Teilen:   |

Antonin Scalia

Supreme-Court-Richter vergleicht Homosexuelle mit Kinderschändern

Artikelbild
Antonin Scalia ist seit rund 30 Jahren Richter am höchsten Gerichtshof der USA

Der konservativste der US-Verfassungsrichter versteht nicht, warum Schwule und Lesben gleichbehandelt werden sollen, Sex-Straftätern aber mit Gefängnis gedroht wird.

Antonin Scalia, einer von neun Richtern am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, macht seinem homophoben Image erneut alle Ehre: Am Montag erklärte er bei einer Rede vor Jura-Studenten der Georgetown-Universität in Washington, dass die Verfassung der USA keinen besonderen Schutz für Schwule und Lesben vorsehe. Dabei verglich er Homosexuelle mit anderen "ungeliebten" Minderheiten – und nannte "Kinderschänder" als Beispiel.

In der Rede ging es unter anderem um die von seinem Gericht angeordnete Ehe-Öffnung im Juni diesen Jahres (queer.de berichtete). Scalia hatte in der 5:4-Entscheidung gegen die Gleichbehandlung gestimmt und die Mehrheitsmeinung in seiner Begründung als "Gefahr für die amerikanische Demokratie" bezeichnet.

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Scalia: "Was ist mit Päderasten?"

"Welche Minderheit verdient einen Schutz?", fragte der 79-Jährige laut "New York Times" rhetorisch in seiner Rede. "Was ist mit Päderasten? Was ist mit Kinderschändern? Sollte der Supreme Court auch entscheiden, dass diese Leute eine Minderheit sind, die Rechte verdienen?". Seine Antwort: "Nein, wenn Sie an Demokratie glauben, sollten sie diese Entscheidung dem Volk überlassen."

Scalia sagte auch, dass er es für gefährlich halte, dass in die Verfassung zu viel hinein interpretiert werde. "Das fängt mit Dingen an, denen wir alle zustimmen", so Scalia. "Und am Ende haben wir die gleichgeschlechtliche Ehe."

Die Äußerungen des Verfassungsrichters stießen auf harsche Kritik von LGBT-Aktivisten und linksliberalen Kommentatoren. So erklärte der Blogger Jeet Heer vom Politmagazin "New Republic", dass Scalia ein "Fanatiker" sei, der nicht zwischen einvernehmlichen Beziehungen unter Erwachsenen und "abscheulichen" Gewalttaten unterscheiden könne.

Supreme Court ist nicht überparteilich

Die Rede zeigt erneut auf, wie politisch selbst der Oberste Gerichtshof der USA agiert. Zu umstrittenen Fragen wie Wahlkampffinanzierung, Minderheitenrechten oder Barack Obamas Gesundheitsreform wurden viele Entscheidungen mit fünf zu vier Stimmen entlang der ideologischen Überzeugungen der Richter getroffen. Da die "Supreme Court Justices" jeweils auf Lebenszeit vom Präsidenten ernannt werden, folgen sie in vielen Fällen deren jeweiliger Politik. Scalia etwa war 1986 von Ronald Reagan ernannt worden.

Bereits wiederholt hatte sich Scalia bei Homo-Themen als Bremser erwiesen, wurde aber meist überstimmt. So votierte er etwa im Fall "Lawrence versus Texas" 2003 gegen die Aufhebung des Homo-Verbots in 14 US-Bundesstaaten, die mit 6:3-Richterstimmen beschlossen wurde. In seiner Begründung erklärte er, dass Amerikaner das Recht haben sollten, "Menschen, die ein homosexuellen Verhalten haben", als Geschäftspartner oder Lehrer abzulehnen. Grund: Viele Amerikaner wollten "sich und ihre Familien vor einem Lebensstil schützen, der ihrer Meinung nach unmoralisch und zerstörerisch ist."

In den meisten Fällen von LGBT-Rechten in den letzten drei Jahrzehnten nannte die Richtermehrheit den 14. Zusatzartikel der Verfassung als Grund. Dieser abstrakt formulierte Artikel aus dem Jahr 1868 enthält ein Diskriminierungsverbot. Er war nach dem amerikanischen Bürgerkrieg eingeführt worden, um den früheren Sklaven gleiche Rechte zu garantieren. 1954 ordnete der Supreme Court mit diesem Artikel die Aufhebung die Rassentrennung in den Südstaaten an. Auch Frauenrechtlerinnen nutzten diesen Artikel in einer Klage aus dem Jahr 1973, um das Abtreibungsverbot auszuhebeln. (dk)

Mehr zum Thema:
» Scalia: Homos haben keine Grundrechte (30.03.06)
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Tags: antonin scalia, supreme court, usa, washington
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Reaktionen zu "Supreme-Court-Richter vergleicht Homosexuelle mit Kinderschändern"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
18.11.2015
14:50:59


(+8, 10 Votes)

Von Sabelmann
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das ist einfach nur ein Idiot der leider an einer der wichtigsten Entscheidungspositionen sitzt...und das lebenslänglich!Da kanns einem nur gruseln!


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#2
18.11.2015
15:00:26


(+1, 5 Votes)
 
#3
18.11.2015
15:04:36


(+9, 11 Votes)

Von Korre


"[...] warum Schwule und Lesben gleichbehandelt werden sollen, Sex-Straftätern aber mit Gefängnis gedroht wird."

Traurig genug, dass jemand, der diesen Unterschied nicht versteht, Richter (noch dazu am obersten Gerichtshof) sein kann.

Der entscheidende Unterschied ist der Zwang bzw. die Freiwilligkeit.

Wenn andere z.B. mit Drohungen, Gewalt, o.ä. zu Sex gezwungen werden, ist das verwerflich und gehört sanktioniert - egal ob gleich- oder verschiedengeschlechtlich.

Wenn sich aber erwachsene Menschen einvernehmlich lieben, gibt es keinen Grund, die zu diskriminieren, nur weil sie dasselbe Geschlecht haben.


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#4
18.11.2015
15:08:12


(+1, 5 Votes)

Von jhgk
Antwort zu Kommentar #2 von jhgk


Pädophilie bei Heteros siehe Abschnitt "Prävalenz und sexuelle Orientierung".

Link:
de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie


Siehe Abschnitt "Schwule wollen Sex mit Kindern"

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Homophobie


Übrigens Dr.Georg Pfau ist ein Männerarzt.

Link zu www.maennerarzt-linz.at

Homosexualität und Pädophilie:

Link zu www.gaymed.at


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#5
18.11.2015
15:25:58


(-3, 13 Votes)

Von Warnung


ACHTUNG ! ! ! EINE WARNUNG ZUR NÄCHSTEN BUNDESTAGSWAHL ! ! !

Die Grünen sprechen sich nicht eindeutig dafür aus, dass sie in einer Koalition mit der Union im Bundestag für die Ehe für alle stimmen werden, genau wie die SPD vor der letzten Bundestagswahl sich auf persönliche Nachfrage per E-Mail auch nicht eindeutig dafür ausgesprochen hat in einer Koalition mit der Union für die Eheöffnung zu stimmen.

Fragt doch selbst mal bei den Grünen nach, wenn ihr es nicht glaubt. Fragt das Folgende:

"Werden die Grünen im Bundestag in der nächsten Legislaturperiode auch im Fall einer Koalition mit der Union definitiv für die Ehe für alle stimmen? JA oder NEIN".

Ihr werdet überrascht sein, dass ihr dazu von den Grünen eine ausweichende Antwort erhaltet. D. h. die Grünen spielen mit dem Gedanken mit der Union zu koalieren und wer sich in dem Fall nicht eindeutig für die Eheöffnung ausspricht, der wird im Zweifel dann auch gegen die Eheöffnung stimmen, so wie FDP und SPD es getan haben.


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#6
18.11.2015
15:25:59


(+12, 14 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Eine "Neuauflage" der bekannten niederträchtigen Strategie, mit der Homosexuelle diffamiert werden sollen um ihre Diskriminierung aufrechtzuerhalten. Besonders schändlich, wenn sie aus dem Munde eines Mannes kommt, der einen Beruf ausübt, in dem es darum geht, Menschen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.


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#7
18.11.2015
15:34:33


(+8, 12 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dieser Mann hat offenbar nicht alle Tassen im Schrank, wenn er unfähig ist, den Unterschied zwischen einvernehmlichen sexuellen Beziehungen und sexueller Gewalt zu sehen! Ein Armutszeugnis für die USA, wenn man einen solchen Mann nicht in die Psychiatrie einweist und ihn - in seinem offenbar geistig umnachteten Zustand - sogar noch auf seinem Posten belässt.


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#8
18.11.2015
16:06:03


(+2, 8 Votes)

Von Johannes45


Und die Zusammensetzung des Supreme Court ist ein wichtiger Grund, warum im nächsten Herbst 2016 die Demokraten die Wahlen um das Präsidentenamt gewinnen müssen.

Denn zwischen 2016 und 2020 dürften zwei bis drei Verfassungsrichter eventuell aufhören.

Für die Republikaner wäre dies eine Möglichkeit auf lange Sicht gesehen, dann in den 2020er eventuell das Surpeme Court in der Zusammensetzung der Richter zu ändern.


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#9
18.11.2015
16:30:47


(+9, 11 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Link:
en.wikipedia.org/wiki/Antonin_Scalia


"Scalia is a devout traditionalist Catholic, and his son, Paul, is a Catholic priest. Uncomfortable with the changes brought about following Vatican II, Scalia regularly attends the Tridentine Latin Mass in both Chicago and Washington, and has driven long distances to parishes that he felt were more in accord with his beliefs."

Und weiter: "In a 2013 interview with Jennifer Senior for New York magazine, Scalia was asked if his beliefs extended to the Devil, Scalia stated, "Of course! Yeah, he's a real person. Hey, c'mon, that's standard Catholic doctrine! Every Catholic believes that"."

Und weiter: "When asked if he had seen recent evidence of the Devil, Scalia replied, "You know, it is curious. In the Gospels, the Devil is doing all sorts of things. He's making pigs run off cliffs, he's possessing people and whatnot ... What he's doing now is getting people not to believe in him or in God. He's much more successful that way"."

Und noch weiter: "In another 2013 interview, Scalia stated that "In order for capitalism to work, in order for it to produce a good and stable society, traditional Christian virtues are essential"."

Mehr braucht man zu diesem klerikalfaschistischen Stümper eigentlich nicht mehr zu sagen. Der Mann möchte mit uns umgehen wie es im Mittelalter üblich war, ganz gemäß seiner mittelalterlichen religiösen Tradition. Das heißt keinerlei Rechte für uns und bei "praktizierter Sodomie" (meint gemäß mittelalterlicher Definition ALLES außer dem ehelichen Koitus zum Zwecke des Kindermachens) am besten gleich auf dem nächsten Scheiterhaufen bei lebendigem Leibe verbrennen.

Und das von so einem Typen! Solche widerlichen Kerle sind es doch, die unsere schöne Welt zugrunde richten! Die Wahrnehmungsstörung dieser Menschen ist einfach phänomenal. Obwohl abgrundtief böse verstehen sie sich in ihrem völlig gestörten Selbstbild als "die Guten" und scheißen dabei auf evident positive Werte wie Liebe, Frieden, Freiheit und vor allem Mitgefühl und Empathie.

Die Welt wäre eine bessere ohne solche Typen.


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#10
18.11.2015
17:17:11


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung
Antwort zu Kommentar #9 von HonestAbe


Danke für Deinen hervorragenden Beitrag!

Eine Frage an Dich: Stell Dir einmal vor, dieser Herr wäre ein Mitglied des Ku-Klux-Klan. Denkst Du, queer.de würde diesen Umstand in seinem Artikel erwähnen?


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