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  • 18.11.2015, 15:39h           1      Teilen:   |

Berlin/Brandenburg

LSVD lobt überarbeiteten Rahmenlehrplan

Artikelbild
Der neue Rahmenlehrplan ist jetzt vorgestellt worden (Bild: Gays With Kids)

Die Berliner und Brandenburger Bildungsverwaltungen haben in ihrem gemeinsamen Rahmenlehrplan entgegen ersten Planungen doch sexuelle Vielfalt integriert.

Am Mittwochmittag ist der neue Rahmenlehrplan veröffentlicht worden, der künftig maßgeblich für Schüler der ersten bis zehnten Klasse in den Ländern Berlin und Brandenburg gelten soll. In dem Lehrplan ist an mehreren Stellen auch Aufklärung über Homo- und Transsexualität vorgesehen. Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres und der Brandenburger Bildungsminister Günter Baaske (beide SPD) haben den Plan gemeinsam beschlossen und unterzeichnet.

Noch Anfang des Jahres hatten die beiden Bundesländer geplant, die Themenbereiche "sexuelle Vielfalt" und "geschlechtliche Identität" nur unverbindlich zu erwähnen (queer.de berichtete). Nach Protesten u.a. vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) wurde das Papier aber noch einmal gänzlich überarbeitet. Aufklärung über LGBT ist nun eine fächerübergreifende Aufgabe.

"Der befürchtete bildungspolitische Rollback konnte verhindert werden", erklärte LSVD-Landesgeschäftsführer Jörg Steinert. "Wir begrüßen, dass die Berliner und die Brandenburger Bildungsverwaltung unsere Kritik zum ursprünglichen Entwurf für den Rahmenlehrplan in wesentlichen Punkten berücksichtigt haben." In den vergangenen acht Monaten gab es mehrere Treffen, in der die Kritik der AG Schwule Lehrer, des Lesben- und Schwulenverbandes und vieler weiterer Vereine ausführlich erörtert wurde.

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Gleichbehandlung festgeschrieben

In Teil A, der grundsätzliche Aufgaben der Schulen thematisiert, wird ausdrücklich der Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe verschiedener Gruppen (Inklusion) erwähnt. Darin heißt es unter anderem: "Alle Schülerinnen und Schüler haben gemäß der landesspezifischen Regelungen ein Recht auf eine gemeinsame und bestmögliche Bildung. Dieser Anspruch besteht unabhängig von z.B. körperlichen und geistigen Potenzialen, Herkunft, sozioökonomischem Status, Kultur, Sprache, Religion, Weltanschauung sowie sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität." Die dadurch gegebene Vielfalt stelle "eine Bereicherung und Ressource" dar.

In dem Plan wird zudem erstmals neben weiblicher und männlicher eine "weitere Geschlechtsidentität" genannt, um der Lebenssituation trans- und intergeschlechtlicher Jugendlicher gerecht zu werden.

Leichte Defizite bei Akzeptanzförderung

In Teil B, der sich mit "fachübergreifender Kompetenzentwicklung" beschäftigt, ist an mehreren Stellen die Thematisierung von Mobbing sowie der Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten vorgesehen. Allerdings bemängelt der LSVD, dass unter Kapitel "Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt" auf Drängen von Brandenburg versäumt wurde, alle Dimensionen der Vielfalt in eigenen Unterkapiteln aufzuführen. So werden dort "Gendermainstreaming" und "Interkulturelle Bildung" als gesondertes Kapitel erwähnt, aber nicht geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. "Sexuelle Selbstbestimmung ist nicht nur eine Frage der Sexualerziehung, sondern muss auch bei der Antidiskriminierungsarbeit und Akzeptanzförderung von Vielfalt selbstbewusst mitgedacht werden", so Steinert.

Auch im Teil C, der Einzelfächer behandelt, werden Themen wie Mobbing, Sexualität, sexuelle Orientierungen, Geschlecht, Partnerschaft, Identität und Familie thematisiert. Dies betrifft insbesondere das Fach Ethink (bzw. LER im Land Brandenburg), aber auch die Fächer Biologie, Naturwissenschaften, Deutsch, Politische Bildung, die modernen Fremdsprachen und die Gesellschaftswissenschaften. Im Plan für den Geschichtsunterricht wird etwa ausdrücklich die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialmus erwähnt.

Der Rahmenlehrplan soll im Schuljahr 2017/18 erstmals angewandt werden. (dk)

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Tags: schule, berlin, brandenburg, rahmenlehrplan
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Reaktionen zu "LSVD lobt überarbeiteten Rahmenlehrplan"


 1 User-Kommentar
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Die ersten:   
#1
18.11.2015
19:52:22


(+4, 4 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011


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Im Plan für den Geschichtsunterricht wird etwa ausdrücklich die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialmus erwähnt.
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Wieso Nationalsozialismus? Die Verfolgung von Homosexuellen war seit etwa 2000 Jahren kontinuierlich und nicht nur im Nationalsozialismus. Sie ist bis heute noch gegenwärtig, da LGBTI bis jetzt nicht alle Rechte zugestanden werden und es auch keine Rehabilitation der Opfer nach der NS-zeitlichen Verfolgung erfolgte, wo der §175 bis in die neunziger Jahre hinein angewendet wurde und bis 1969 im genau dem gleichen Sinn durchgeführt wurde wie in der NS-Zeit! Erst wenn Homosexuelle nicht mehr stigmatisiert sind, kann man davon sprechen, daß sie nicht mehr verfolgt werden. Das bedeutet, daß der Staat seine Schuld gegenüber Homosexuellen ohne Wenn und Aber restlos ausgleicht!

Das gilt insbesondere auch für die religiösen Einrichtungen und einiger extremistischen Parteien, die immer noch gegen LGBTI's hetzen. Die Hetze ist nämlich schon eine Form der Verfolgung. Erst wenn den Homosexuellen nicht mehr aufgebürdet wird sich wegen seiner Natur zu rechtfertigen und für Toleranz und Akzeptanz zu kämpfen, erst dann ist die Verfolgung beendet!


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