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Die Assembleia da República in Lissabon (Bild: K.H.Reichert / flickr / by 2.0)

Das in erster Lesung beschlossene Gesetz würde schwulen und lesbischen Paaren die gemeinschaftliche Adoption von eigenen und fremden Kindern ermöglichen.

Portugal könnte noch vor Deutschland schwulen und lesbischen Paaren die gemeinschaftliche Adoption von Kindern ermöglichen. Am Freitag stimmte das Parlament in Lissabon in erster Lesung für einen entsprechenden Gesetzentwurf der Sozialisten, der keinen Unterschied zwischen eigenen und fremden Kindern macht.

Das Land hatte 2010 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, den gleichgeschlechtlichen Paaren aber kein Adoptionsrecht eingeräumt. Kinder adoptieren konnten nur Einzelpersonen oder heterosexuelle Paare, egal, ob diese in einer Ehe lebten oder nicht. Mit der Vorlage könnten nun auch homosexuelle Paare unabhängig vom Rechtsstand der Partnerschaft ein Kind gemeinschaftlich adoptieren. Die Gesetzgebung sieht auch vor, dass zwei Väter oder Mütter in Geburtsurkunden eingetragen werden können. Das gilt auch bei Kindern, die durch künstliche Befruchtung im Ausland entstanden sind – im Inland ist diese Prozedur bislang nur unfruchtbaren heterosexuellen Paaren vorbehalten.

Die Sozialisten, die am Freitag zusammen mit den Kommunisten, Grünen und dem Linken Block geschlossen für die Vorlage stimmten, hatten die Abstimmung im Wahlkampf versprochen. Auch 19 Abgeordnete der "Sozialdemokraten" des Premierministers Pedro Passos Coelho, die auf EU-Ebene der christdemokratischen Volkspartei angehören, stimmten für den Entwurf.

Die Mitte-Rechts-Regierung unter Coelho war vor wenigen Tagen durch die Mehrheit der linken Opposition gestürzt worden. Sie hatte bei den Parlamentswahlen im Oktober die meisten Stimmen erobert, aber keine Mehrheit erhalten. Präsident Aníbal Cavaco Silva hatte dennoch zunächst Coelho mit der Regierungsbildung beauftragt. Die Linksallianz würde gerne die Regierungsverantwortung übernehmen.

Daher ist zunächst noch unklar, wie es mit dem Gesetzentwurf zum Adoptionsrecht weiter gehen wird – in den letzten Jahren hatte es bereits vier gescheiterte Anläufe gegeben, homosexuellen Paaren ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht oder zumindest das Recht auf Stiefkindadoption zu geben. Im Sommer 2013 hatte das Parlament in erster Lesung etwa das Recht auf Stiefindadoption beschlossen, im März des Folgejahres dann aber mit knapper Mehrheit der Regierungsparteien doch abgelehnt (queer.de berichtete).

Die linke Mehrheit im Parlament entschied am Freitag zugleich weitere Gesetzesänderungen, deren Schicksal ungewiss sind, darunter Erleichterungen bei Abtreibungen. (nb)



#1 Na ProstAnonym
  • 20.11.2015, 17:37h
  • Noch ein Land, das uns überholt. Kein Wunder bei der rückständigen CDU/CSU. Sogar die Katholen sind unserem Land voraus. Die Länder wie Spanien, Portugal, Irland, etc. sind weitaus katholischer als Deutschland, und dennoch geht da was. Bei uns hängt das nur an der Union und an dem Baugefühl der Kanzlerin (bei Blähungen kann man mal zum Internisten), den Familienvorstellungen vom Seehofer, den Reli-Wahnvorstellungen von unserem Kauder, etc., p.p., etc.....
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#2 CDU und BEAnonym
#3 David77Anonym
  • 20.11.2015, 17:59h
  • "Die Mitte-Rechts-Regierung unter Coelho war vor wenigen Tagen durch die Mehrheit der linken Opposition gestürzt worden. Sie hatte bei den Parlamentswahlen im Oktober die meisten Stimmen erobert, aber keine Mehrheit erhalten. Präsident Aníbal Cavaco Silva hatte dennoch zunächst Coelho mit der Regierungsbildung beauftragt. Die Linksallianz würde gerne die Regierungsverantwortung übernehmen.

    Die linke Mehrheit im Parlament entschied am Freitag zugleich weitere Gesetzesänderungen, deren Schicksal ungewiss sind, darunter Erleichterungen bei Abtreibungen."

    Komisch, wie flott das alles geht, wenn LINKE Parteien sich zusammentun und KONSERVATIVE Parteien und deren Unterstützer weg sind!!!
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#4 RobinAnonym
  • 20.11.2015, 18:01h
  • Nachdem Portugal schon vor einigen Jahren die Ehe geöffnet hatte, diesen Punkt aber leider ausgenommen hatte, wird es nun Zeit, diese Lücke zu schließen.

    Gerade zum Wohl der Kinder in Regenbogenfamilien, die so mehr Anerkennung und Rechtssicherheit bekommen.
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#5 HeinerAnonym
  • 20.11.2015, 18:07h
  • Und wieder ist ein anderes Land weiter als Deutschland.

    Dank Union und SPD, die Deutschland weiterhin im Würgegriff des Homohasses halten.
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#6 FarbenspielAnonym
  • 20.11.2015, 19:16h
  • Das portugiesische Parlament hat mit der immens wichtigen Entscheidung einen großen Schritt nach vorne gemacht. Portugals Politiker sollten nun gar keine Zeit mehr verlieren und den Gesetzentwurf so bearbeiten, daß die breite Zustimmung auch an dem Tag erzielt wird, an dem es verabschiedet und und in die Tat umgesetzt wird!

    Vor allem aber warne ich die Katholische Kirche eindringlich davor, sich einzumischen und somit den weiteren Weg des Gesetzentwurfes und die Verabschiedung dessen zu sabotieren! Schwule sowie lesbische Paare dürfen nicht mehr von der Adoption ausgeschlossen werden, sie haben ein Recht darauf!
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#7 lucdfProfil
#8 AlvaroAnonym
#9 hugo1970Profil
#10 hugo1970Profil
  • 21.11.2015, 08:26hPyrbaum
  • Tja, religioten, was ist menschlicher?, eure religion oder der linksgerichtete Atheismus?
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