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Geschlechtergerechte Sprache

Grüne wollen den "Gender-Star" einführen


Die diesjährige Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen findet vom 20. bis 22. November in der "Halle Messe" in Halle (Saale) statt (Bild: gruene.de (CC BY 3.0))

Die "Teilnehmer*innen" der Bundesdelegiertenkonferenz in Halle stimmen am Sonntag über einen Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache ab.

Keine Panik: Niemand soll gezwungen werden, künftig "Umerzieher*innen" oder "Zwangsbeglücker*innen" zu schreiben. Die Grünen wollen diesmal lediglich mit gutem Beispiel vorangehen, wenn sie an diesem Wochenende auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Halle vermutlich den "Gender-Star" in allen Parteidokumenten einführen.

Den Antrag (PDF), über den am Sonntagvormittag abgestimmt wird, hat der Bundesvorstand selbst eingebracht: "Bündnis 90/Die Grünen verwenden geschlechtergerechte Sprache, weil Sprache durch ihren großen Einfluss auf unser Denken und unsere Wahrnehmung die Gesellschaft mit formt", heißt es darin. "Wer nur von 'Ärzten', 'Anwälten' und 'Experten' spricht, fördert indirekt die Vorstellung, nur Männer seien gemeint. Das kann in Perzeptionsstudien nachgewiesen werden. Mit einer solchen Sprachwahl wird entsprechend auch das Denken über Geschlechter nachhaltig bestimmt."

Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle sichtbar machen

Bislang war in den grünen Veröffentlichungen meist von "Bürgerinnen und Bürgern" die Rede, künftig soll es jedoch "Bürger*innen" heißen. "Durch den Gender-Star werden […] Menschen mit einbezogen, die sich nicht in ein binäres System der Geschlechter einordnen können oder wollen und es wird (Selbst-)Definitionen Raum gegeben", heißt es in der Antragsbegründung des Bundesvorstands. "Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert."

Während sich die "Bild-Zeitung" bereits auf Kosten von LGBT über den "Gender-Star" lustig macht, hat das Gendern selbst im Leitfaden des Grünen-Vorstands einige Grenzen: "Wir gendern grundsätzlich in allen Wörtern, jedoch nicht zweimal in einem Wort (Verbraucherschützer*innen statt Verbraucher*innenschützer*innen)." (mize)

Umfrage zum Artikel

» Was hältst du vom Gender-Star?
    Ergebnis der Umfrage vom 21.11.2015 bis 04.01.2016


#1 hugo1970Profil
  • 21.11.2015, 10:55hPyrbaum
  • Die Grünen zeigen es wieder einmal, das sie für und nicht gegen Fortschritt sind!!!
    Die Wahlen zeigen es immer wieder, das viele Menschen Angst vor dem Fortschritt haben, sonst würden die Grünen mehr Stimmen kriegen.
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#2 GeorgGAnonym
  • 21.11.2015, 12:09h
  • Dieser sogenannte "Gender-Star" ist genau so überflüssig wie die Grünen selbst. Ich selbst werde mir jedenfalls nicht vorschreiben lassen, wie ich zu schreiben habe. In Zeiten, in denen der Terrorismus, die Wirtschaftskrise und die Migrationsbewegungen die Menschen beunruhigen, haben die Grünen nichts anderes zu tun, als über Gender zu grübeln und mit immer neuen Vorschlägen ihre Mitmenschen zu nerven. Es ist zu hoffen, dass nicht bestimmte links/grün regierte Kommunen diesen Vorschlag auch noch mit Steuergelden unterstützen.
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#3 TimbercomProfil
  • 21.11.2015, 12:11hHamburg
  • Wird sich dann auch das absolut frauenfeindliche "Terroristen" zu "Terrorist*innen" wandeln? Oder heißt das künftig - analog zu Studierenden - dann eher "Terrorisierende" ?

    Und was ist mit dem in den letzten Tagen oft gehörten "Hintermännern" ? Wie gendert man die korrekt? "Hintermänner*innen" oder doch lieber "Hinterfrauen-, -trans und männer" ?
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#4 seb1983
#5 David77Anonym
  • 21.11.2015, 12:56h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • "Dieser sogenannte "Gender-Star" ist genau so überflüssig wie die Grünen selbst. Ich selbst werde mir jedenfalls nicht vorschreiben lassen, wie ich zu schreiben habe"

    Hast du nicht neulich noch Emanzipation gelobt?
    Ach neee... sagt derjenige, der ständig die RKK verteidigt, die den Menschen bis ins privateste vorschreiben lassen will, wie sie zu leben haben...Diese sind natürlich nicht überflüssig, gell?
    Wenn die Grünen so überflüssig sind, dann nutzt du doch selbstverständlich nicht die Freiheiten, die die Grünen und deren Väter, sprich die 68er, erkämpft haben.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 21.11.2015, 13:26h
  • Wichtiger als Sternchenkosmetik sind gerechte Einkommensverhältnisse, auch und gerade zwischen den Geschlechtern.
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#7 TheDadProfil
  • 21.11.2015, 13:45hHannover
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • ""In Zeiten, in denen der Terrorismus, die Wirtschaftskrise und die Migrationsbewegungen die Menschen beunruhigen""..

    Diese "Beunruhigungen" gibt es übrigens nur, weil Leute wie Du ständig mit anderen Dingen beschäftigt sind..

    Zum Beispiel der Hetze gegen Zuwanderung, die dann als "Migrationsbewegungen" losgelöst als "eigenes" Problem beschrieben, und nicht als Teil der Wirtschaftskrise, oder Folge des Terrorismus wahrgenommen werden..

    Diskriminierung ist keine "Angelegenheit für irgendwann später mal" !

    Das läßt sich nicht "mal eben erledigen", wenn alles andere abgearbeitet worden ist, denn alle diese gesellschaftlichen Probleme sind miteinander verzahnt !

    Wird Zeit dass das auch endlich einmal Leute wie Du begreifen !

    Die mit ihrer offen nach außen getragenen Weigerung sich nicht verändern zu wollen Auslöser dieser gesellschaftlichen Probleme sind, deren Lösungen sie für "irgendwann mal später" anbieten..

    Du bist Teil des Problems, und kannst daher auch nicht Teil der Lösung sein !
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#8 ursus
  • 21.11.2015, 13:48h
  • Antwort auf #6 von goddamn liberal
  • >"Wichtiger als Sternchenkosmetik sind gerechte Einkommensverhältnisse"

    weshalb hier einen scheingegensatz aufbauen? es geht ja nicht darum, das eine auf kosten des anderen zu lassen, sondern beides zu tun. und in diesem fall kann das eine das andere durchaus fördern.

    gerechtigkeit wird erst in der alltagsrealität konkret, das stimmt. sie fängt aber im kopf an, und dazu ist ein sprachlicher hinweis durchaus oft hilfreich.
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#9 ursus
#10 hugo1970Profil