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Die "Wucht der Reaktionen" hat den NDR überrascht: Xavier Naidoo bekommt kein Ticket nach Schweden

Die heftige Kritik hat Wirkung gezeigt: Der NDR lässt den umstrittenen Sänger nun doch nicht für Deutschland antreten.

Xavier Naidoo wird im kommenden Jahr nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm für Deutschland singen. Der NDR hat am Samstag seinen entsprechenden Vorschlag zurückgezogen.

"Xavier Naidoo ist ein herausragender Sänger, der nach meiner Überzeugung weder Rassist noch homophob ist. Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht", erklärte Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator und Leiter des Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung im NDR, in einer kurzen Stellungnahme. "Wir haben das falsch eingeschätzt."

Diskussion um Naidoo könne ESC "ernsthaft schaden"

Der Eurovision Song Contest sei "ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen", meinte Schreiber weiter. "Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben. Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten."

Der NDR wolle nun "so schnell wie möglich" entscheiden, wie der deutsche Beitrag für den ESC in Stockholm gefunden wird.

Der Rückzieher kommt nur zwei Tage nach der Ankündigung des Senders, Xavier Naidoo im kommenden Jahr für die Bundesrepublik ins Rennen zu schicken. Die deutschen Zuschauer sollten in der ARD-Livesendung "Unser Song für Xavier" am 18. Februar 2016 um 20.15 Uhr nur noch darüber entscheiden, mit welchem von sechs vorgestellten Liedern der 44-Jährige antreten wird (queer.de berichtete).

Unter anderem aufgrund der Nähe Naidoos zu den rechtsextremen Reichsbürgern und einem homophoben Liedtext hatte dies für eine Welle der Empörung nicht nur bei ESC-Fans gesorgt. Auch ein Bekenntnis Naidoos zu einem "bunten Deutschland" am Freitag konnte die Stimmung nicht wenden (queer.de berichtete).



#1 AndreasAnonym
  • 21.11.2015, 14:52h
  • Ich bin erleichtert! Ich fand die Entscheidung, Xaviar Naidoo zum ESC zu schicken mehr als falsch. Ich kann auch nicht verstehen, wie die Wahl überhaupt auf ihn fallen konnte. Man kann doch die ganzen Reden / Texte usw. nicht ausblenden, die von ihm stammen. Ich finde, dass in der ARD die entsprechenden Mitarbeiter auch völlig in der falschen Abteilung zu sitzen scheinen.
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#2 ollinaieProfil
#3 MarcAnonym
  • 21.11.2015, 15:06h

  • Gute Entscheidung! Naidoo hätte zum ESC gepasst wie Birgit Keller auf den CSD. Er wird sicher irgendwo einen Reichsbürger-Sängerkrieg finden, der zu ihm passt.
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#4 daVinci6667
  • 21.11.2015, 15:12h

  • Danke an alle die sich gegen seine Teilnahme engagierten und entsprechende Petitionen unterstützten. Ein voller Erfolg!

    Doch WARUM hat der NDR diesen Versuchsballon überhaupt gestartet? Wer gehört zum Zirkel der Entscheidungsträger, WER davon hat allenfalls Kontakte zur AfD, "besorgten Eltern" etc? Wer wollte denn da ein Zeichen GEGEN Toleranz und gleiche Rechte setzen?

    Wir haben gewonnen. Vorerst. Dieses Mal. Doch die Fragen bleiben und Gleichstellungsgegner gibt es überall. Sehr beunruhigend das Ganze. Wir sollten nicht nur den NDR im Auge behalten. Ich werde nie vergessen wie der feine Bullshito in den deutschen Medien gefeiert und sogar geehrt wurde.
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#6 Johannes45Anonym
  • 21.11.2015, 15:23h
  • Also ich fand die Entscheidung Naidoo zum ESC zu schicken auch falsch: ABER nicht weil er homophob ist.

    Wenn ein Musiker wie Naidoo einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel unterzeichnet, in dem die gleichgeschlechtliche Eheöffnung gefordert wird, dann ist dieser Musiker sicherlich nicht homophob. Ein homophober Mensch hätte einen solchen Offenen Brief sicherlich nicht unterzeichnet.

    ----------

    Falsch fand ich die Entsendung von Naidoo aus NICHT-LGBT Gründen:

    1. Weil er sich vor einer nationalen Vorauswahl "drückt": ich halte es für richtig, dass sich deutsche Musiker erst einmal vor Ort im eigenen Land qualifizieren müssen.

    2. Weil er bei den Reichsdeutschen aufgetreten ist; dafür hat er sich zwar mittlerweile entschuldigt, aber das ist in der Tat ein gravierender Fehltritt.

    Fazit: Homophob ist Naidoo nach meiner Meinung nicht; aber die Entscheidung der ARD war sehr unglücklich und nicht gut.
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#7 reiserobbyEhemaliges Profil
#8 lucdfProfil
#9 ursus
  • 21.11.2015, 15:25h
  • ein blog, auf den ich jetzt nicht verlinken will (nein, es ist nicht PI) erkannte messerscharf den wahren hintergrund des komplotts: mit naidoo sollte offenbar ein besorgter bürger stellvertretend für alle wahrheitssucher_innen öffentlich gekreuzigt werden:

    >"Dass das jetzt anschwellende Medienbashing gegen Naidoo alles übersteigen wird, was wir bisher gesehen haben, steht außer Frage und könnte durchaus Kalkül sein, um den populären Sänger, der es wagte, Kriege, Unfreiheit und US-Besatzung zu kritisieren, fertig zu machen"

    *gacker*

    ich bin schon gespannt, auf welche paranoide schiene naidoo jetzt gerät. vom verdienten träger des "goldenen aluhutes" dürfen wir wohl zeitnah die eine oder andere unterhaltsame stellungnahme erwarten.
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#10 LaurentAnonym
  • 21.11.2015, 15:32h
  • "Es geht doch eigentlich um ein Musik-Event und nicht um eine politische Veranstaltung."

    Radio-Kommentar SWR 3.

    Mal gespannt, wem im Endeffekt wieder die für viele nicht nachvollziehbare Entscheidung für einen Rückzieher angelastet wird.
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