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  • 23.11.2015, 11:38h           12      Teilen:   |

Bayern

CSU-Parteitag: Keine Abstimmung über Homo-Rechte

Artikelbild
Die CSU sagte in München weder Ja noch Nein zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare (Bild: CSU)

Die Grundsatzkommission der Christsozialen soll sich mit der Frage der Gleichstellung lesbisch-schwuler Paare beschäftigen – eine Entscheidung gibt's erst in einem Jahr.

Die Entscheidung wurde vertagt: Die Delegierten des CSU-Parteitags am vergangenen Wochenende in München überwiesen zwei Anträge, die eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare strikt ablehnten, an die Grundsatzkommission. Dies bestätigte die CSU-Pressestelle am Montag gegenüber queer.de. Die Antragskommission des Parteitags hatte ursprünglich noch die Annahme empfohlen (queer.de berichtete).

Eine Initiative gegen die Ehe für alle war vom CSU-Bezirksverband Schwaben eingebracht worden. Darin hieß es voller Widersprüche: "Nach Artikel 6 Abs. 1 des Grundgesetzes stehen Ehe und Familie unter besonderem Schutz. Die CSU lehnt daher die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partner ab. Die CSU lehnt ebenso klar jede Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ab."

In einem zweiten Antrag wollte u.a. der CSU-Bezirksverband Niederbayern das bestehende Adoptionsverbot für lesbische und schwule Paare zementieren: "Die CSU lehnt die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau und ein entsprechendes Adoptionsrecht entschieden ab", hieß es in dem Beschlussentwurf. Der Antrag war mit dem "christlichen Menschenbild als 'bestimmenden Maßstab'" begründet worden, auf das sich das CSU-Grundsatzprogramm berufe.

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Entwurf für neues Grundsatzprogramm bis Herbst 2016

Eben dieses Grundsatzprogramm aus dem Jahr 2007 soll die Grundsatzkommission im Rahmen der Parteireform "CSU baut Zukunft" bis zum Herbst 2016 überarbeiten. "Das christliche Wertefundament, auf dem unser Grundsatzprogramm fußt, bedarf dabei gewiss keiner Umorientierung; es ist als Kompass so aktuell wie eh und je", erklärte dazu der Landtagsabgeordnete Markus Blume als Vorsitzender des 36-köpfigen Gremiums. "Wir leben aber in einer Welt, die sich an vielen Stellen im Umbruch befindet."

Am Rande des Parteitags gründeten rund 30 Teilnehmer erstmals ein Netzwerk von Lesben und Schwulen in der CSU (queer.de berichtete). In einem Interview mit der Münchner "Abendzeitung" kündigte Initiator Patrick Slapal an, innerhalb der Partei für eine Gleichstellung kämpfen zu wollen: "Wir wollen Einfluss nehmen auf das kommende Grundsatzprogramm, in dem auch solche Themen wie die Ehe behandelt werden. Wir werden unsere programmatischen Punkte bündeln und wollen sie in das neue Grundsatzprogramm einbringen. Dazu gehört das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare genauso wie die Gleichstellung bei der Ehe."

Kurz vor dem Parteitag hatte sich auch Münchens CSU-Bürgermeister Josef Schmid in einem gemeinsamen Brief der Stadtspitze an Ministerpräsident Horst Seehofer für eine Öffnung der Ehe stark gemacht (queer.de berichtete). (mize)

Mehr zum Thema:
» München: CSU-Bürgermeister fordert Ehe für alle (19.11.2015)
» Gründung von schwul-lesbischer Gruppe in der CSU geplant (19.11.2015)
» CSU will Diskriminierung von Lesben und Schwulen festschreiben (13.11.2015)
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Tags: csu, adoptionsrecht, ehe für alle, ehe-verbot, grundsatzkommission, patrick slapal
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Reaktionen zu "CSU-Parteitag: Keine Abstimmung über Homo-Rechte"


 12 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
23.11.2015
11:46:33


(+3, 5 Votes)

Von Felix


Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...


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#2
23.11.2015
12:02:57


(+3, 3 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #1 von Felix


Sind die nicht Alternativlos?
(Oder die Wähler*innen einfallslos?)


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#3
23.11.2015
12:43:22


(+8, 10 Votes)

Von David77


"Der Antrag war mit dem "christlichen Menschenbild als 'bestimmenden Maßstab'" begründet worden, auf das sich das CSU-Grundsatzprogramm berufe."

Wo findet sich denn nun das "christliche Menschenbild" um das nachlesen zu können?
Im GG steht es jedenfalls nicht drin.

Quo vadis, CSU?
Angesichts der derzeitigen politischen Stimmung kann sich die Partei wohl nicht entscheiden, ob sie auf der einen Seite weiter nach rechts driften will um der AFD die Wählerstimmen abzugraben oder dem Abwandern zu ihr vorzubeugen, oder ob sie auf der anderen Seite sich diesem Rechtsruck nicht beugen will und auf die andere Seite schielt.


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#4
23.11.2015
15:10:56


(+9, 11 Votes)

Von Andreas V


Homosexuelle in der CSU - das ist so ein Widerspruch wie Pazifisten in der Bundeswehr, vegane Metzger und atheistische Christen.

Traurig, traurig. Irgendwie habe ich fast schon Mitleid mit diesen schwulen und lesbischen CSUlern, die aus einem mir nicht verständlichen Grund glauben, diesen Widerspruch aushalten zu müssen. Vielleicht sind sie einfach gern in der stärksten Partei vor Ort und können so die enorme Diskriminierung von ihresgleichen seitens der bayerischen Christsozialen von den 1950ern an bis heute übersehen.


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#5
23.11.2015
15:48:50


(+13, 13 Votes)

Von Peer
Antwort zu Kommentar #3 von David77


Volle Zustimmung!

In einer Demokratie sollte eine Trennung von Staat und Kirche gelten.

Und ganz unabhängig davon:
das "christliche Weltbild" mit Hexenverbrennungen, Kreuzzügen, Inquisition, Exorzismen, Folter und in neuerer Zeit Kindesmissbrauch, Unterdrückung von Frauen und Homosexuellen, etc. ist nun echt nichts, was man sich als Vorbild nehmen sollte.


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#6
23.11.2015
16:05:54


(+12, 12 Votes)

Von Sebi


"Nach Artikel 6 Abs. 1 des Grundgesetzes stehen Ehe und Familie unter besonderem Schutz. Die CSU lehnt daher die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partner ab. Die CSU lehnt ebenso klar jede Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ab."

1.
Das ist ja schon ein logischer Widerspruch in sich:
man kann ja nicht gleichzeitig diskriminieren und sich gegen Diskriminierung aussprechen.

2.
Art. 6 GG stellt Ehe und Familie unter besonderen Schutz des Grundgesetzes. Aber da steht nirgends (!), dass Ehe und Familie nur auf gegengeschlechtliche Paare beschränkt sind. Gleichgeschlechtliche Ehen und Familien verdienen eben denselben Schutz des Grundgesetzes. Wieso auch nicht, weil das genauso gesellschaftlich wichtige Wertegemeinschaften sind.

Und selbst wenn das so wäre, wäre das diskriminierend und müsste halt geändert werden.


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#7
23.11.2015
16:09:07


(+8, 10 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Andreas V


In Bayern braucht man das schwarze Gebetsbuch, oups das schwarze Mitgliedsbuch, um ueberhaupt "etwas werden zu koennen". Der Ehrgeiz macht auch nicht vor manchen Schwulen und Lesben Halt.


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#8
23.11.2015
17:42:32


(+7, 9 Votes)

Von Agit Prop


Na super, dann gibt es beim nächsten CSD nicht nur nen Wagen von der CDU sondern auch noch von der CSU. Fehlen nur noch die "Schwulen in der NPD" (und davon gibt es einige).... Prost Mahlzeit, Kinder. Und ich würde mich echt freuen, wenn ein paar Mehr Leute die "C"s ausbuhen würden!


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#9
23.11.2015
19:07:15


(+5, 7 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012
Antwort zu Kommentar #4 von Andreas V


Das ist wie mit Kaufmann in Baden-Wuerttemberg. Dort wird auf's schaerfste gegen "seinesgleichen" aggitiert. Und was sagt Herr Kaufmann dazu?

Der Artist in der Reichstags-Kuppel. Ratlos. Und schweigend.


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#10
23.11.2015
19:47:19


(+3, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Am Rande des Parteitags gründeten rund 30 Teilnehmer erstmals ein Netzwerk von Lesben und Schwulen in der CSU"

Na dann, viel spaß bei den ewig vorvorvorvorvorgestrigen rechskonservativen hetzer.


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