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Bunter Empfang für die homophobe "Demo für alle": Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion kritisierten das "Vielfalt"-Transparent an der Stuttgarter Oper als "Instrumentalisierung der Staatstheater" (Bild: Staatsoper Stuttgart)

Die baden-württembergische Landesregierung hat die Kritik aus der CDU am "Vielfalt"-Banner zur jüngsten "Demo für alle" zurückgewiesen.

Zehn CDU-Landtagsabgeordnete waren empört: Am 11. Oktober wurde an der Stuttgarter Oper ein riesengroßes Transparent in Regenbogenfarben mit dem Aufdruck "Vielfalt" entrollt – pünktlich zum Eintreffen der homophoben "Demo für alle". In einer Anfrage an die Landesregierung wollten die Politiker Ende vergangenen Monats wissen, wie es zu dieser "Instrumentalisierung der Staatstheater" kommen konnte.

"Vor dem Hintergrund des Charakters der Staatstheater als einer mit Steuergeldern geförderten öffentlichen Einrichtung stellt sich die Frage, ob es zulässig ist, dass sie für politische Meinungsbekundungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genutzt werden", schimpften die Abgeordneten der konservativen Opposition, darunter der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Hauk und die Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der Partei, Sabine Kurtz.

Ministerin: Grundgesetz schützt Freiheit der Kunst

Nun liegt die Stellungnahme (PDF) der grün-roten Landesregierung vor, die mit dem "Vielfalt"-Transparent keinerlei Probleme hat. "Bei der Veranstaltung auf der Terrasse des Opernhauses handelte es sich um eine künstlerische Performance der Württembergischen Staatstheater, die von allen drei Sparten inhaltlich getragen wurde", erklärte Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Grünen-Politikerin stellte zudem klar: "Die künstlerische Arbeit ist durch Artikel 5 Absatz 3 GG besonders geschützt."

Den Vorwurf aus der CDU, die Aktion sei politisch gesteuert gewesen, wies Bauer zurück. "Nach Kenntnis der Landesregierung war kein Mitglied des Verwaltungsrates der Württembergischen Staatstheater Stuttgart an der künstlerischen Performance beteiligt oder hat diese ermöglicht."

Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme des Kommunikationsdirektors der Oper, Thomas Koch. Der hatte gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten" klargestellt: "Mittels einer künstlerisch-performativen Aktion haben Mitglieder der Ensembles, der Werkstätten und der Technik die Unabhängigkeit der Kunst augenzwinkernd zum Ausdruck gebracht, indem sie die Akteure – wie Puck in Shakespeares Sommernachtstraum – in neue Zusammenhänge stellten."

Weiter hatte der Kommunikationsdirektor erklärt: "Die Staatstheater haben mehr als 1.300 Beschäftigte aus fast allen Ländern dieser Welt und die drei künstlerischen Sparten bieten ein überaus vielfältiges Programm. Das ist für uns der Ausdruck künstlerischer und menschlicher Vielfalt."

Auch der Versuch der CDU-Abgeordneten, die vereinzelten Ausschreitungen im Anschluss an die "Demo für alle" allein Gegendemonstranten in die Schuhe zu schieben, ging schief. Zwar räumte die Landesregierung den "Bewurf von Versammlungsteilnehmern mit Kastanien und mit Konfetti befüllten Papiertüten sowie – während der Abschlusskundgebung – mit Algen aus dem Eckensee" ein, härtere Angriffe seien jedoch von beiden Seiten ausgegangen. Dabei sei es zu "tätlichen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Personengruppen" und 21 Festnahmen gekommen, erklärte die Landesregierung. "Neun der festgenommenen Personen waren dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen." (mize)



#1 FelixAnonym
  • 24.11.2015, 12:46h
  • Mit Meinungsfreiheit hat die CDU es nicht so.

    Auch für Theaterleute gilt das Recht auf Meinungs- und Redefreiheit. Ob es der CDU passt oder nicht.
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#2 David77Anonym
  • 24.11.2015, 13:18h
  • Wenn die schon so dämlich sind und mit rosa-blauen Ballons werben und sich dazu noch "Demo FÜR ALLE" nennen, dann müssen auch "ALLE" mitmachen dürfen.
    Ein Außenstehender würde doch genau den Slogan als "Vielfalt" deuten.

    Gerade die CDU, die hier selber Partei ergriffen hat, sollte mal ganz schön stillhalten, wenn sie genau dies den Angestellten der Oper vorwirft...
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#3 danny4u1Profil
#4 EhlaAnonym
  • 24.11.2015, 20:47h

  • Auf der Demo für alle Facebookseite wird wieder alle zensiert, was nicht homophob ist

    Meinungsfreiheit und konstruktive Diskussion sieht anders aus! Sie wollen nicht nur die Kinder dumm halten sondern auch damit auch die Erwachsenen. Sonst kann man ja Pädophilie nicht mehr als "Argument" gegen Homosexuelle einsetzen!
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