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  • 25.11.2015, 14:28h           63      Teilen:   |

Präexpositions-Prophylaxe

US-Gesundheitsbehörde empfiehlt 25% der Schwulen die "Pille davor"

Artikelbild
Das Medikament Truvada wird seit über drei Jahren in den USA als "Pille davor" eingesetzt

In Deutschland ist die Präexpositions-Prophylaxe noch nicht zugelassen, allerdings soll sie in den USA massiv ausgebaut werden. Als erstes EU-Land setzt Frankreich auf PrEP.

Im Kampf gegen HIV wird die "Pille davor" immer populärer: Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat diese Woche eine neue Empfehlung herausgegeben, in der rund einem von vier sexuell aktiven Schwulen und bisexuellen Männern die tägliche Einnahme der sogenannten Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) empfohlen wird.

Demnach sei PrEP für diejenigen zu empfehlen, die einen HIV-positiven Partner haben oder häufig den Sexualpartner wechseln und dabei auch Analverkehr ohne Kondom haben. Auch für sexuell aktive Schwule, die kürzlich eine sexuell übertragbare Krankheit wie Syphilis hatten, kann PrEP Vorteile bringen.

Zu der Schätzung, dass die Empfehlung rund 25 Prozent der schwulen Männer betreffe, kam die CDC durch eine Studie darüber, welche Gruppen dem größten Risiko ausgesetzt sind. Die Behörde empfiehlt auch einem von fünf Menschen, die sich intravenös Drogen spritzen, die Einnahme von PrEP. Außerdem sei die Nutzung statistisch gesehen bei einem von 200 sexuell aktiven Heterosexuellen angeraten.

Die USA haben die Pille bereits 2012 zugelassen, in der EU wird sie bislang noch nicht verschrieben. Allerdings hat die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine am Montag angekündigt, die PrEP in ihrem Land zulassen zu wollen. Sie soll dann Anfang 2016 für Menschen mit erhöhtem Risiko auf eine HIV-Infektion erhältlich sein. "Das Medikament wird uns in unserem Kampf gegen HIV unterstützen", erklärte Touraine. Damit dürfte der Druck auf andere europäische Länder wachsen, dem Beispiel von Paris zu folgen.

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Deutsche Aids-Hilfe fordert Zulassung

Bislang wird als PrEP einzig das vom US-Konzern Gilead hergestellte antiretrovirale Medikament Truvada (mit den Wirkstoffen Tenofovir und Emtricitabin) verwendet, das auch bei HIV-Positiven eingesetzt wird und hier zuverlässig die Ausbreitung des Virus hemmt.

Zuletzt haben mehrere Studien die Wirksamkeit der "Pille davor" bestätigt. Bei Negativen senkt sie die Wahrscheinlichkeit einer Infektion um rund 90 Prozent – und ist besonders hilfreich, wenn etwa bei einem Risikokontakt das Kondom reißt. Die Deutsche Aids-Hilfe befürwortet die Zulassung als "weitere Möglichkeit", um HIV-Infektionen zu verhindern, ebenso wie weitere HIV-Organisationen in Europa (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr hat auch die Weltgesundheitsorganisation WHO schwulen Männern die PrEP ans Herz gelegt, da die Infektionszahlen erheblich gesenkt werden könnten (queer.de berichtete).

In den USA investieren derzeit Städte mit hohem Anteil an Schwulen in das Medikament: So hat der Stadtrat von New York City kürzlich Mehrausgaben von über sechs Millionen Dollar für PrEP bewilligt.

Freilich gibt es auch Probleme mit dem Medikament: So können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Durchfall oder Magenbeschwerden auftreten. Außerdem beklagen manche LGBT-Aktivisten, dass dieses Medikament Schwule in falscher Sicherheit wiegen und zu mehr unsafem Sex führen könnte – und damit sogar zu mehr HIV-Infektionen. Eine derartige Entwicklung konnte aber in den USA seit der Zulassung in den letzten drei Jahren nicht festgestellt werden.

Hohe Kosten für das Medikament

Zudem ist die Pille nicht günstig: Derzeit werden 30 Tabletten – also eine Monatspackung – in Deutschland für 800 Euro verkauft. Sollte das Medikament wirklich in großem Umfang verschrieben und erstattet werden, könnten Milliardenmehrkosten auf die Krankenkassen zukommen.

In Deutschland zugelassen ist bereits die Post-Expositionsprophylaxe, also die Behandlung nach einem Risikokontakt. Diese sollte aber schnell vonstatten gehen, idealerweise 24 Stunden nach der möglichen Ansteckung. Hierfür wird einen Monat lang Truvada in Kombination mit einem anderen Medikament eingesetzt. (dk)

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Tags: hiv, aids, präexpositions-prophylaxe, truvada, prep
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Reaktionen zu "US-Gesundheitsbehörde empfiehlt 25% der Schwulen die "Pille davor""


 63 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
25.11.2015
16:05:06
Via Handy


(+1, 3 Votes)

Von Schangelina


Mehrere Milliarden für die Krankenkassen???
800*12 = ca. 10000
Für 10000 Nutzer wären es 100 Mio im Jahr. So viwle wird wahrscheinlich gar nicht geben.


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#2
25.11.2015
16:35:16


(+2, 4 Votes)

Von Yannick
Antwort zu Kommentar #1 von Schangelina


Erstens sollte man bei Gesundheit nicht auf Kosten achten.

Und zweitens sollte man es so oder so sehr schnell zulassen. Denn umso eher wird es auch Generika geben (was Jahre dauert, aber je länger die Zulassung, desto mehr verzögert es sich).

Und wenn es dann irgendwann Generika gibt, purzeln dann auch die Preise.


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#3
25.11.2015
16:38:08


(+5, 7 Votes)

Von UrsaMajor
Antwort zu Kommentar #1 von Schangelina


Es gibt bereits in Indien hergestellte, qualitativ gleichwertige Generika für 60 Euro/Monat - diese sind in Deutschland "aus patentrechtlichen Gründen" derzeit nicht zugelassen.


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#4
25.11.2015
17:13:55


(-5, 9 Votes)

Von GeorgG


800 im Monat, das sind 9.600 im Jahr.
Alles damit kein Schwuler mehr sicheren Sex machen muss.
Und wer bezahlt das? Wir alle, und zwar in Form von höheren Krankenkassenbeiträgen.


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#5
25.11.2015
18:18:21


(+4, 6 Votes)
 
#6
25.11.2015
18:40:02


(+6, 8 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #4 von GeorgG


>"Alles damit kein Schwuler mehr sicheren Sex machen muss."

(mindestens) zwei missverständnisse:

1. "safer sex" ist kein "sicherer", sondern immer nur "sicherERer" sex; sicherer als ohne schutzverhalten nämlich. auch bei kondomgebrauch bleibt ein geringes restrisiko.

2. zum kondomgebrauch ist inzwischen für bestimmte situationen die wirksame medikamentöse therapie als weitere option des "safer sex" hinzugekommen. das restrisiko ist hier nicht höher als beim kondomgebrauch, aber die voraussetzungen sind natürlich andere. "safer sex" ist jedenfalls nicht mehr gleichbedeutend mit "kondomgebrauch".

die prep ist jetzt als dritte option in sicht. wegen der hohen kosten ist sie zur zeit noch nicht realistisch, aber daran kann man ja politisch arbeiten.

ich bin übrigens ziemlich sicher (und teile diese ansicht mit experten), dass die prep hier längst eingeführt wäre, wären heterosexuelle die hauptbetroffenengruppe von hiv.


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#7
25.11.2015
19:29:36


(-4, 6 Votes)

Von Laurent
Antwort zu Kommentar #6 von ursus


Dass dem nicht so ist (letzter Abs.), hat wohl seine Gründe.


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#8
25.11.2015
19:45:20


(+6, 6 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #7 von Laurent


in reaktion auf deinen bei arttypisch nebulösen provokationen verbleibenden trollbeitrag möchte ich präzisieren: "wären IN DEUTSCHLAND heterosexuelle die hauptbetroffenengruppe..."

anderswo sind sie's nämlich, wie alle wissen, die nicht nur homofeindliche vorurteile im hirn haben und auch gern behalten wollen, sondern die sich den fakten stellen. und ja, das hat hier wie dort gründe, die zu diskutieren aber hier zu weit führen würde.


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#9
25.11.2015
19:48:31
Via Handy


(-7, 11 Votes)

Von William1066


Ich bin strikt gegen eine Einführung. Auch wenn es mit Kondomen nur sichERer ist. Ist das doch wesentlich kostengünstiger. Sollte doch mal was reißen, gibts die PostEP.
Warum sollte man sich unnötig ein Medikament reinpfeifen? Warum die Kosten der Allgemeinheit aufhalsen? Damit man ohne Gummi vögeln kann, weil es mit angeblich so scheiße ist?
Kondome schützen auch noch vor anderen Krankheiten.

Zum Schutz in einer Partnerschaft mit einem Positiven halte ich den Einsatz für sehr sinnvoll, aber nicht um chronisch in der Gegend rumzuvögeln.


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#10
25.11.2015
19:54:29


(+5, 7 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #9 von William1066


@ Georg-William 1066 b.C.
Wer trägt denn die Kosten für die Antibabypille bei minderjährigen Mädels?


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