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Initiative gegen die Ehe für alle

Heftige Kritik an Lammerts "Kuckucksei"


Vor zwei Jahren hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) indirekt noch mit der Abschaffung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft gedroht, jetzt will er sie ins Grundgesetz aufnehmen (Bild: Wiki Commons / Gerd Seidel / CC-BY-SA-3.0)

SPD und Grüne halten nichts vom Vorschlag katholischer Unions-Politiker, die Lebenspartnerschaft unter den Schutz des Grundgesetzes zu stellen.

Die Reaktionen auf den am Montag bekanntgewordenen "Zwischenruf" katholischer Unions-Politiker um Bundestagspräsident Norbert Lammert halten sich bislang in Grenzen – sind aber klar in ihrer Ablehnung. Der "Freundeskreis", zudem auch die ehemaligen CDU-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel und Dieter Althaus gehören, hatte vorgeschlagen, die Eingetragene Lebenspartnerschaft in Artikel 6 des Grundgesetzes aufzunehmen – um damit die "Gleichwertigkeit und Unterschiedlichkeit" von Ehe und Lebenspartnerschaft festzuschreiben und eine Ehe-Öffnung zu verhindern.

In einem Kommentar nannte queer.de-Redakteur Dennis Klein den Vorschlag noch am Montag eine "perfide Idee", um die "unausweichliche Gleichstellung in Deutschland doch noch zu verhindern", und verglich ihn mit der amerikanischen Rassentrennungspolitik.

Ähnlich sieht es Johannes Kahrs: "Beim Poker wäre der Versuch vielleicht als schlechter Bluff durchgegangen", meinte der Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen am Dienstag in einer Pressemitteilung. In der Diskussion um die Öffnung der Ehe "fliegt dieses Kuckucksei umgehend aus dem Nest".

"Es grenzt schon an eine Frechheit, Lesben und Schwule auf der einen Seite am langen Arm verhungern lassen zu wollen, um 'innerparteiliche Meinungsfindungsprozesse' abzuwarten, und dann mit einem vermeintlich großzügigen Angebot Sicherheit und Gleichstellung vorgaukeln zu wollen", erklärte Kahrs. Mit der SPD werde es keine Grundgesetzänderung geben.

Volker Beck: Vorschlag "tricky und unfreiwillig entlarvend"

In einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel" nannte der Grünen-Abgeordnete Volker Beck den Vorschlag der Unions-Politiker am Mittwoch "tricky und unfreiwillig entlarvend". Mit ihrem Wunsch nach einer Grundgesetzänderung würden die Autoren "eingestehen, dass das Grundgesetz das Eheverbot der Gleichgeschlechtlichkeit nicht enthält und eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare von der Bevölkerung als überfällig wahrgenommen wird", so der Oppositions-Politiker.

Eine Ungleichwertigkeit von Homo- und Heterosexualität gebe es nur in der katholischen Sexuallehre, schrieb Beck. "Nicht der katholische Katechismus, nicht Tora, Tanach, Bibel oder Koran, sondern das Grundgesetz und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sind Grundlage unserer staatlichen Rechtsordnung."

Heftige Kritik übte auch das Lesbenportal phenomenelle.de. Herausgeberin Sabine Arnolds nannte den Vorschlag des Bundestagspräsidenten ein "Trojanisches Pferd" und illustrierte ihren Kommentar mit einer roten Arschkarte, "präsentiert von Norbert Lammert, der CDU/CSU und der katholischen Kirche". (mize)



#1 TimonAnonym
  • 25.11.2015, 19:04h
  • Tja Herr Lammert,

    ihr Trick ist leider durchschaut worden.

    Wieder mal scheitern Sie mit ihren Manipulationsversuchen.
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#2 HonestAbeProfil
  • 25.11.2015, 19:12hBonn
  • Kann hier bitte mal der Verfassungsschutz eingreifen? Dieser ständige Angriff von religiösen Fundamentalisten auf die bürgerlichen Grundrechte unseres Staates ist gefährlich und muss unterbunden werden!

    Hier herrscht immer noch Religionsfreiheit! Ich verlange daher, dass meine Religionsfreiheit geachtet wird und mir keinerlei religiöse "Wert"vorstellungen irgendwelcher dubioser Kulte des Altertums aufgezwungen werden. Nichts anderes ist das, was Fundamentalisten wie Lammert tun.

    Geht gar nicht!
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#3 ursus
#4 hugo1970Profil
#5 hugo1970Profil
#6 globoProfil
  • 27.11.2015, 07:08hBerlin
  • Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages untersteht dem Präsidenten und wird von einem kath. Theologen geleitet.

    (Siehe Gutachten des wiss. Dienstes zum §175 bzw. den entsprechenden Gerichtsurteilen der BRD)
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