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Der kleine Mittelmeerstaat Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union (Bild: Wiki Commons / Tassos Ladas / CC-BY-SA-3.0)

Mit der Republik Zypern erkennen nun 20 von 28 EU-Mitgliedsstaaten homosexuelle Partnerschaften rechtlich an.

Mit 39 zu zwölf Stimmen bei drei Enthaltungen hat das Parlament der Republik Zypern am Donnerstag für die Einführung eingetragener Partnerschaften gestimmt. Das neue Rechtsinstitut steht sowohl homo- wie heterosexuellen Paaren offen.

Zyperns orthodoxe Kirche hatte sich im Vorfeld gegen das seit Monaten diskutierte Gesetz positioniert, obwohl es kein gemeinsames Adoptionsrecht vorsieht und nicht einmal Auswirkungen auf das Erbrecht hat. Damit es in Kraft tritt, muss es von Präsident Nicos Anastasiades noch unterschrieben werden.

Die International Lesbian and Gay Association (ILGA) begrüßte den Beschluss des zyprischen Parlaments. "Gleichgeschlechtliche Paare und ihre Familien verdienen denselben Schutz wie ihre heterosexuellen Freunde und Nachbarn", erklärte ILGA-Geschäftsführerin Evelyne Paradis.

Homosexualität erst seit 1998 legal

In der Republik Zypern wurde Homosexualität erst im Jahr 1998 entkriminalisiert. Das Schutzalter liegt seit 2002 einheitlich bei 17 Jahren, auf Druck der EU wurde 2004 ein Antidiskriminierungsgesetz eingeführt, das eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung verbietet. Im Mai vergangenen Jahres fand in der Hauptstadt Nikosia zum ersten Mal ein CSD statt.

Mit der Einführung der Lebenspartnerschaft auf Zypern werden nun in 20 der 28 EU-Länder homosexuelle Partnerschaften rechtlich anerkannt. Die Ehe für alle eingeführt bzw. beschlossen haben die zwölf Mitgliedsstaaten Belgien, Dänemark, Frankreich, Finnland, Großbritannien (ohne Nordirland), Irland, Luxemburg, Niederlande, Portugal, Schweden, Slowenien und Spanien.

Weitere acht Länder (Deutschland, Estland, Kroatien, Malta, Österreich, Tschechien, Ungarn und nun Zypern) bieten zumindest eingetragene Partnerschaften mit teilweise begrenzten Rechten.

In acht EU-Staaten werden Homo-Paare bislang überhaupt nicht anerkannt. Dabei handelt es sich mit Ausnahme von Italien und Griechenland, wo Gesetzesinitiativen zur Einführung eingetragener Partnerschaften diskutiert werden, ausschließlich um Länder des ehemaligen Ostblocks (Bulgarien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei). (cw)



Nordzypern schafft Homo-Verbot ab

Als letztes Land in Europa hat das Parlament der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern am Montag die Abschaffung des Verbots von Homosexualität beschlossen.
#1 Johannes45Anonym
  • 27.11.2015, 07:56h
  • Herzlichen Glückwunsch nach Zypern zu diesem guten Schritt...

    Und hoffentlich folgen dann Griechenland und Italien im kommenden Jahr und führen dann ebenso eine Lebensparterschaft ein ("civil union"). Die Chancen dazu stehen auch in Italien und in Griechenland derzeit gut.
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#2 JuliAnonym
  • 27.11.2015, 08:42h

  • Es gibt wirklich Länder, die NOCH rückschrittlicher sind als Deutschland! Herzlichen Glückwunsch !
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#3 MariposaAnonym
  • 27.11.2015, 09:48h
  • Für zypriotische Verhältnisse ist das doch recht ordentlich, verglichen mit anderen südosteuropäischen Ländern. Mehr kann man derzeit nicht erwarten.

    Liebe wird also anerkannt, schließlich ist auf dieser schönen Insel die Göttin Aphrodite dem Meeresschaum entstiegen.
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#4 SebiAnonym
  • 27.11.2015, 10:22h
  • Besser als gar nichts.

    Aber zu einer Zeit, wo immer mehr Staaten die Ehe öffnen, ist das natürlich anachronistisch, jetzt nochmal eine Ehe 2. Klasse einzuführen.
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#5 seb1983
#6 BaldwinProfil
  • 27.11.2015, 12:05hWuppertal
  • Bisher war es doch in fast allen Ländern in denen es heute die Ehe für Alle gibt so, dass erst eine Eingetragene Lebenspartnerschaft (Ehe Light) eingeführt wurde und später dann die volle Ehe.

    Hoffentlich ist das auch hier nur der erste Schritt.
    Wenn man bedenkt, dass dort Homosexualität bis 1998 noch unter Strafe stand ist die Entwicklung erfreulich, im Gegensatz zu einigen Ostblockstaaten, die mehr Zeit hatten sich zu entwickeln, es aber nicht getan haben.

    Glückwunsch und weiter kämpfen für die volle Gleichstellung!
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#7 seb1983
  • 27.11.2015, 13:00h
  • Antwort auf #6 von Baldwin
  • Dem würde ich dann doch widersprechen. Der Weg war oft völlig unterschiedlich.

    Teils von der Illegalität gleich zur Eheöffnung, teils jahrelange Legalität dann Partnerschaft dann Ehe, teils über Gerichtsentscheide, teils über Volksabstimmungen, teils über Parlamentsbeschlüsse.
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#8 MarekAnonym
  • 27.11.2015, 16:02h
  • Antwort auf #3 von Mariposa
  • Wenn man sich brav mit weniger zufrieden gibt, wird man die volle Gleichstellung nie bekommen.

    Klar ist das ein deutlicher Fortschritt, das heißt aber nicht, dass man nicht die volle Gleichstellung fordern sollte.
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#9 HeinerAnonym
  • 27.11.2015, 16:11h
  • Antwort auf #8 von Marek
  • Sehe ich ähnlich:
    wenn man Schwarzen verbieten würde, in Schwimmbäder oder Bibliotheken zu gehen und ihnen plötzlich erlauben würde, separate Schwimmhallen und Bibliotheken zu bauen, würden sie das niemals akzeptieren.

    Aber wir haben uns schon so abgefunden, dass wir uns mit jedem Almosen zufrieden geben. Die Almosen mögen besser als gar nichts sein, aber das Ziel muss weiterhin VOLLE Gleichstellung sein. 100 Prozent und kein Zehntel Prozent weniger.

    Das würde den Homohassern gefallen, wenn wir uns mit weniger zufrieden geben würden. So leicht lassen wir uns nicht abspeisen.
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#10 MariposaAnonym
  • 27.11.2015, 18:12h
  • Antwort auf #8 von Marek
  • Natürlich fordere ich die völlige Gleichstellung. Aber in anderen, etwas konservativeren Ländern geht es halt nur Schritt für Schritt. Immerhin ist Zypern damit weiter als Griechenland und Italien, von der "Problemzone Osteuropa" mal ganz zu schweigen. Der Protest der Kirche selbst bei dieser "Ehe light" zeigt aber wiederum, daß es immerhin in die richtige Richtung geht.

    Es wäre etwa in afrikanischen Ländern schon erfreulich, wenn dort Homosexualität wenigstens entkriminalisiert werden würde. Da kann man nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und überall die Öffnung der Ehe fordern.
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