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  • 29.11.2015, 13:13h           31      Teilen:   |

Afrika-Reise

Was der Papst unter "Kritik" an der Homo-Verfolgung in Uganda versteht

Artikelbild
Papst Franziskus fand keine deutlichen Worte gegen die Verfolgung von Lesben und Schwulen in Uganda (Bild: Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho)

Nach Darstellung des Vatikans habe Franziskus bei einem Gottesdienst in Namugongo die Anti-Homosexuellen-Gesetze angesprochen.

Man muss schon sehr, sehr, sehr genau zwischen den Zeilen lesen: Mit seinem Appell, "eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen, die die Menschenwürde fördert und niemanden ausschließt", habe Papst Franziskus in Uganda auch die Anti-Homosexuellen-Gesetzgebung kritisiert, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Samstabend bei einer Pressekonferenz in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Dies berichtete unter anderem das ZDF.

Der Papst hatte diese Äußerung am Samstagmorgen bei einem Gottesdienst in der Märtyrer-Wallfahrtsstätte von Namugongo gemacht, bei der nach offiziellen Angaben 300.000 Menschen teilnahmen. Unter den Journalisten löste diese Deutung Lombardis laut dem ZDF-Bericht Verwunderung aus, hätte man doch eine deutlichere Positionierung erwartet.

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Gebete von LGBT-Aktivisten wurden nicht erhört

Im Vorfeld des Papst-Besuches hatten mehrere ugandische LGBT-Organisationen ihre Hoffnung geäußert, dass sich das Kirchenoberhaupt in Uganda auch für die Menschenrechte von sexuellen Minderheiten einsetzen werde. So erklärte eine lesbische Aktivistin der Organisation "Freedom and Roam Uganda" vor wenigen Tagen: "Wir beten, dass der Papst etwas gegen den Missbrauch der LGBT-Communitys in Uganda sagen wird."

Ugandas Regierung wiederum hatte den Papst vor einer entsprechenden Positionierung gewarnt. "Wir hoffen, dass der Papst die Katholiken unseres Landes nicht spalten wird", erklärte ein Regierungssprecher. "Wir sehen Homosexualität nicht als normalen Lebensstil."

Uganda hat in den letzten Jahren mit einer ausgesprochen homophoben Politik international für Kritik gesorgt. Zwar sind bereits jetzt lebenslange Haftstrafen für Schwule und Lesben möglich, dennoch wurde sogar über die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle debattiert. Ein Gericht setzte vergangenes Jahr eine Strafverschärfung zwar vorläufig aus (queer.de berichtete), allerdings wird weiterhin über härtere Gesetze gegen Homosexuelle debattiert – im Gespräch ist etwa eine langjährige Haftstrafe für Homo-"Propaganda" (queer.de berichtete). Erst in der vergangenen Woche wurde ein Gesetz beschlossen, das die Rechte von LGBT-Organisationen beschneidet (queer.de berichtete).

Die katholische Kirche hatte in der Diskussion um die Verschärfung der Anti-Homosexuellen-Gesetze keine einheitliche Linie. Obwohl die ugandische Bischofskonferenz vor der Unterzeichnung des Gesetzes durch Präsident Yoweri Museveni erklärt hatte, sie unterstütze Homosexualität nicht, sei aber gegen die harte Bestrafung, soll Bischof Charles Wamika in seiner Osterbotschaft im vergangenen Jahr die Verschärfung ausdrücklich begrüßt haben (queer.de berichtete). Der päpstliche Menschenrechtsrat rief Museveni damals auf, die harten Strafen außer Kraft zu setzen.

Katholische Märtyrer von schwulem König hingerichtet

Mit seiner Messe in Namugongo gedachte Papst Franziskus 22 junger katholischer Männer, die 1886 auf Anordnung des örtlichen Königs Mwanga hingerichtet worden waren. Dabei spielte nach Angaben von Historikern neben ihrem Glauben auch ihre Weigerung eine Rolle, mit dem schwulen König Sex zu haben.

Dieses historische Detail lieferte Anlass für weitere Interpretationen: Nach dem vorab verbreiteten Manuskript der Predigt wollte der Papst die Märtyrer dafür loben, dass sie den Mut hatten, "beim König das als Sünde zu brandmarken, was das Evangelium nicht erlaubt". Im Gottesdienst ließ er diesen Satz dann jedoch weg. Einige schwul-lesbische Katholiken werteten dies als Zeichen der Ermutigung. (cw)

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Tags: uganda, papst franziskus
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Reaktionen zu "Was der Papst unter "Kritik" an der Homo-Verfolgung in Uganda versteht"


 31 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
29.11.2015
14:00:41


(+10, 14 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Nichts neues an der katholischen front.
Das was die katholische kirche, seit ihrer anfängen am besten kann: viel sagen und doch nichts.


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#2
29.11.2015
14:18:59


(-8, 16 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Da ist ja jeder dahergelaufene Salafist homofreundlicher als dieser katholische Militär-Junta-Verbrecher
Link zu www.youtube.com


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#3
29.11.2015
15:45:06


(+10, 12 Votes)

Von Sebi


Für wie dumm halten die Katholen uns eigentlich?

Wenn man nur mal allgemein "Menschenwürde" fordert ohne das nähe auszuführen, ist das doch kein Aufruf gegen Homophobie. Erst recht nicht, wenn es von einer Organisation kommt, die selbst immer betont, die Diskriminierung von Schwulen und Lesben sei kein Verstoß gegen die Menschenwürde.

Wenn die Katholen "Menschenwürde" sagen, meinen sie damit automatisch nur Menschenwürde der Heteros und dass die Diskriminierung von GLBTI automatisch daraus folgt, weil diese die "göttliche" Menschenwürde missachten.


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#4
29.11.2015
16:23:43
Via Handy


(+14, 16 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Mit seiner Messe in Namugongo gedachte Papst Franziskus 22 junger katholischer Männer, die 1886 auf Anordnung des örtlichen Königs Mwanga hingerichtet worden waren. Dabei spielte nach Angaben von Historikern neben ihrem Glauben auch ihre Weigerung eine Rolle, mit dem schwulen König Sex zu haben."

Ob das wohl historischen Tatsachen entspricht? Weiss jemand mehr über diesen Schwulen König? Man findet zwar Interessantes auf Wikipedia, doch natürlich wieder mal nichts über seine Homosexualität.

"Dieses historische Detail lieferte Anlass für weitere Interpre­ta­tionen: Nach dem vorab verbreiteten Manuskript der Predigt wollte der Papst die Märtyrer dafür loben, dass sie den Mut hatten, "beim König das als Sünde zu brandmarken, was das Evangelium nicht erlaubt". Im Gottes­dienst ließ er diesen Satz dann jedoch weg."

Das wäre wohl zu Heikel gewesen. Ansonsten kämen Messdiener noch auf die Idee sich pädophilen Priestern verweigern zu dürfen! Denn bei der katholischen Sekte geht es wie immer nicht um sexuelle Selbstbestimmung sondern bloss darum den Mund zu halten und um scheinheiliges gefasel von sogenannten Sünden. Pfui Deubel!

Dieser überhaupt nicht Klartext sprechende "heilige Vater" hat deshalb nur unsere Verachtung verdient. Er hätte die Macht gehabt für Hunderttausende von LGBTIs in Uganda deren entsetzliches Leid etwas erträglicher zu machen. Er hat es nicht getan!

Er hätte die Chance gehabt nicht einvernehmlichen Sex und sexuellen Missbrauch zu verdammen. Er hat es nicht getan!


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#5
29.11.2015
16:45:23


(+8, 10 Votes)

Von Marek


Wieder mal nur heiße Luft.

Aber viel wichtiger als alles Gelaber sind eh die Taten. Und da diskriminiert und hetzt die Katholische Kirche munter weiter.


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#6
29.11.2015
16:57:00


(+9, 11 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


...mal ganz ehrlich, hat hier einer wirklich was andres erwartet...

wir ALLE kennen das Unternehmen RKK und sein Verhalten zu Genuege..

das war doch schon vorher klar...

Wer nichts erwartet wird auch nicht endtaeuscht..

Gaebe es einen allmaechtigen und gerechten Gott

wuerde er zum hundertsten male den Petersdom einstuerzen lassen seit er erbaut wurde...

Welcher gerechte Gott wuerde diese RKK Bande auch nur einen Tag ertragen..?


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#7
29.11.2015
17:12:40


(+7, 11 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #4 von daVinci6667


"Er hat es nicht getan!

Er hätte die Chance gehabt nicht einvernehmlichen Sex und sexuellen Missbrauch zu verdammen. Er hat es nicht getan!"

Und damit gibt er zu erkennen, das die dortigen Machthaber, nichts zu befürchten haben vom Vatikan.


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#8
29.11.2015
17:38:50


(+11, 11 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


Kann denn wirklich noch immer jemand so naiv sein zu glauben, dass sich die Kirche in Person des Papstes auch nur annähernd positiv zu der "himmelschreienden Sünde der Sodomie" äußert?!
Und das auch noch in einem der homophobsten und katholischten Länder der Welt. Genau eines dieser Länder, die für den meisten katholischen Nachwuchs sorgen, sind doch die letzte Hoffnung der katholischen Kirche.
Die werden den Teufel tun und sich der Gefahr aussetzen, dass die letzten verdummbibelten Schäfchen zu den Evangelikalen abwandern.


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#9
29.11.2015
18:42:20


(+12, 12 Votes)

Von Smartakus
Aus Möhnesee (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 10.01.2014


Genauso entschieden wie sich Pius XII. gegen die Judenverfolgung gewandt hat, wendet sich Franziskus gegen die Verfolgung von Schwulen und Lesben in Afrika.


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#10
29.11.2015
19:34:44


(+7, 11 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Dreck und Dreck gesellt sich gern! Wen wundert es!... Es handelt sich halt in jeder Beziehung um moralischen Abschaum ... bei den einen wie bei den anderen!


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