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Als erstes deutsches Medium stellt queer.de exklusiv das Comeback-Album von Kim "Bette Davis Eyes" Carnes vor: "Chasin' Wild Trains".

Von Jan Gebauer

Wenn das Musik-Geschäft gerecht wäre, würde Kim Carnes mitsamt ihrem neuen Album "Chasin' Wild Trains", das queer.de exklusiv als erstes deutsches Medium vorstellt, immer noch zur Superstar-Riege der USA gehören. Ihre rauhe Stimme ist ebenso einzigartig, wie ihre Fähigkeit berührende Liebeslieder zu schreiben. Mit "Bette Davis Eyes" (keine Eigenkomposition) feierte sie 1981 einen Welterfolg (alleine 9 Wochen Nummer Eins in den USA, ebenso wochenlang in Deutschland), der immer noch zu den meistgespielten Top-Hits der 80er Jahre gehört. Ein One-Hit-Wonder war sie allerdings nie: In den USA hatte sie zahlreiche Hits, darunter die Top-Ten-Songs "Don't Fall In Love With A Dreamer" im Duett mit Kenny Rogers und "More Love" (beide 1980). Hinzu kommen ein Hit-Duett mit Barbra Streisand, die Mitwirkung am Soundtrack zu "Flashdance" und zahlreiche Auszeichnungen (unter anderem zwei Grammys).

Überhaupt war sie während der 80er konstant in den US-Charts vertreten. Anfangs noch mit Country-Rock unterwegs, wandte sich Kim Carnes in dieser Zeit der Pop-Musik zu, dominiert von Keyboards und Synthesizer. 1988 besann sie sich mit dem Album "View From The House" auf ihre Country-Wurzeln, erntete aber kaum kommerzielle Lorbeeren dafür. 1991 nahm sie ein Album für den japanischen Markt auf ("Checkin' Out The Ghosts"), 1993 versuchte sie mit der Best-Of-Sammlung "Gypsy Honeymoon" das Comeback und widmete sich danach ihrer Familie und ihrer Songwriter-Karriere. In Nashville erwärmten sich zahlreiche Country-Stars für ihre feinfühligen Kompositionen: Tim McGraw, Lila McCann, Reba McEntire und viele mehr.

Mit "Chasin' Wild Trains" knüpft sie nun dort an, wo sie 1988 aufhörte. 17 Jahre nach ihrem letzten Album klingt die aktuelle CD nach Roots-Rock, Country und Folk, wobei auch Carnes' Singer/Songwriter-Vergangenheit deutlich spürbar ist. Ihre Stimme klingt immer noch geheimnisvoll-heiser irgendwo zwischen Bonnie Tyler und Robin Beck oder wie die Amerikaner oft schrieben: Ein weiblicher Rod Stewart. Die Songs auf "Chasin' Wild Trains" hat die 60-Jährige alle selbst geschrieben (und produziert), unter anderem mit der Unterstützung von Country-Spitzen-Songwriterin Matraca Berg (Faith Hill, Martina McBride, Suzy Bogguss, etc.).

Gemeinsam haben sie "If I Was An Angel" verfasst, das bereits 1997 auf Bergs Album "Sunday Morning To Saturday Night" erschien. Tiefe und Kraft der Komposition lässt Carnes in ihren charismatischen Gesang einfließen. Ebenso sensibel ist "Runaway" gelungen, die ewige Suche nach der wahren Liebe. Die organischen Klänge, die dabei zu hören sind, ziehen sich wie ein roter Faden durch das ganze Album. Am Ende der CD bleibt der Beweis, dass die lange Abwesenheit von Kim Carnes eine sträfliche Vernachlässigung eines großen Talents war. Die Künstlerin hat nichts von ihrer Ausstrahlungskraft verloren und lässt hoffentlich nicht wieder so viele Jahre bis zur nächsten Veröffentlichung verstreichen.

Das Album ist derzeit noch nicht im deutschen Handel erhältlich. Kim Carnes versicherte queer.de aber, dass sie mit ihrem Mann Dave Ellingson einem deutschen Vertriebsdeal arbeitet. Bis dahin kann "Chasin' Wild Trains" bei CD-Baby oder Amazon-USA bezogen werden.

8. März 2005