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  • 01.12.2015, 12:59h           2      Teilen:   |

1. Dezember

Welt-Aids-Tag: Stigmatisierung von Positiven beenden

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Der Welt-Aids-Tag wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen

Zum Welt-Aids-Tag fordern Aktivisten ein Ende der Diskriminierung. So dürfte HIV-Positiven in Deutschland nicht mehr mit dem Strafrecht gedroht werden.

Bereits zum 28. Mal wird an diesem Dienstag der Welt-Aids-Tag begangen. Im Vergleich zur Anfangsphase haben sich die Themen im Laufe der letzten Jahre stark verändert. Denn anders als beim ersten "World Aids Day" im Jahr 1988 ist HIV mit therapeutischen Möglichkeiten inzwischen derart gut behandelbar, dass die Viruslast bei vielen HIV-Patienten unter die Nachweisgrenze gedrückt werden kann. Positive können damit wie jeder andere auch ein ganz normales Leben führen. Dadurch müssen sich Aids-Aktivisten heutzutage ganz anderen Herausforderungen stellen.

Der Lesben und Schwulenverband sieht es als zentrale Aufgabe an, "der Diskriminierung und Stigmatisierung aufgrund einer HIV-Infektion entschieden entgegen zu treten", wie LSVD-Sprecher Axel Blumenthal erklärte. Dem müsse auch die "aktuelle Rechtsprechung Rechnung tragen", so Blumenthal.

Er spricht damit auch die heute umstrittenen Punkte der HIV-Politik an. So hat etwa die Deutsche Aids-Hilfe wiederholt die Verurteilung von Positiven kritisiert, die andere infiziert haben sollen. "Die Verantwortung für den Schutz per Strafrecht allein HIV-Positiven aufzuerlegen, ist und bleibt ein Skandal", mit diesen Worten hatte DAH-Vorstand Manuel Izdebski letztes Jahr etwa auf die vierjährige Haftstrafe plus fünfjähriger Sicherungsverwahrung für eine Prostituierte reagiert, die mit mehreren Kunden Sex ohne Kondom gehabt haben soll (queer.de berichtete). Nach Ansicht der DAH ist es stigmatisierend, Positiven immer einseitig die Verantwortung für HIV-Prävention aufzuerlegen. Die "pauschalen Kriminalisierung HIV-Positiver" führe zu einem Versteckspiel und wiege Negative in falscher Sicherheit.

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Jenseits des Kondoms

Umstritten sind auch Methoden jenseits des Kondoms, um sich zu schützen: So versucht die Deutsche Aids-Hilfe seit Jahren zu vermitteln, dass eine gut wirksame HIV-Therapie auch die Übertragung des Virus verhindert. Als aber kürzlich der positive Aktivist Christian N., der sich in einer solchen Therapie befindet, privat auf Facebook erklärte, dass er auf diese Weise Safer Sex ohne Kondom hat, löste er damit in NRW eine Anfrage zweier Landtagsabgeordneter und eine stigmatisierende Berichterstattung aus (queer.de berichtete). Auch Teile der Szene schlossen sich dieser unfairen Jagd an.

Eine weitere Forderung von Aktivisten ist die Zulassung der Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) in Deutschland. Hier können Negative bei täglicher Einnahme eines Medikamentes das Ansteckungsrisiko praktisch auf Null senken. In den USA ist das Medikament bereits seit 2012 zugelassen; die amerikanische Gesundheitsbehörde empfahl kürzlich sogar, dass ein Viertel aller Schwulen das Medikament einnehmen sollten (queer.de berichtete).

Inwieweit die Bundesregierung diesen Vorschlägen folgt, ist noch nicht sicher. Zwar erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angesichts des Welt-Aids-Tages: "Es ist höchste Zeit, dass Vorurteile und unbegründete Ängste im Umgang mit HIV-positiven Menschen der Vergangenheit angehören". Allerdings hat die Regierung zu PrEP und Co. noch keine Stellung bezogen.

Für den einzelnen ist laut Aktivisten vor allem wichtig, dass man sich über HIV informiert und sich regelmäßig testen lässt. Denn nur wer von seiner Infektion weiß, kann sich behandeln lassen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass ungefähr 13.000 von 83.000 Menschen, die in Deutschland mit HIV/Aids leben, nichts von ihrer Infektion wissen. (dk)

Links zum Thema:
» Deutsche Aids-Hilfe
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Tags: welt-aids-tag, hiv, hermann gröhe, prep
Schwerpunkte:
 HIV/Aids
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Reaktionen zu "Welt-Aids-Tag: Stigmatisierung von Positiven beenden"


 2 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
01.12.2015
13:31:44


(-1, 3 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Klare und aufklärerische Worte von Holger Wicht (DAH) im Interview zum WAT mit der ARD-Tagesschau...
Link zu www.facebook.com


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#2
01.12.2015
14:15:41
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von Nico


HIV-Positive werden allzuoft wie Aussätzige behandelt. Es gibt keine andere Krankheit, die mit so viel Stigma behaftet ist.

Das muss endlich ein Ende haben.


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