Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?25149

Nasser El-Ahmad in einem Interview mit dem Lokalfernsehen

Der Sohn libanesischer Eltern hat den diesjährigen Preis des Berliner Bündnisses gegen Homophobie für den Widerstand gegen seine homophobe Familie erhalten.

Der 18-jährige LGBT-Aktivist Nasser El-Ahmad ist der Gewinner des Respektpreises 2015. Die Auszeichnung nahm er am Mittwoch von der Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) im Radisson Blu Hotel entgegen.

Nasser El-Ahmad ist Sohn einer libanesischen, streng muslimischen Familie und hat sich gegen die Unterdrückung durch seine Verwandten gewehrt. Der schwule Teenager hatte seinem Vater und zwei weiteren Verwandten öffentlich vorgeworfen, ihn im Oktober 2012 in den Libanon entführt haben zu wollen, um ihn zwangsweise mit einer Frau zu verheiraten. Die drei Beschuldigten waren mit dem damals 15-jährigen Nasser auf dem Rücksitz an der rumänisch-bulgarischen Grenze aufgehalten worden, im März wurden sie von einem Gericht in Abwesenheit zu niedrigen Geldstrafen verurteilt (queer.de berichtete).

El-Ahmad hatte in Interviews von seinem Schicksal erzählt und auch von Gewalterfahrungen berichtet. Im Frühjahr organisierte er eine Demonstration gegen Homophobie durch Neukölln, im Oktober eine für die Ehe für alle vom Nollendorfplatz zum Brandenburger Tor.

"Offensiver Umgang mit seiner Entführung"

"Durch den offensiven Umgang mit seiner Entführung ins Ausland hat er in einer breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die schwierige Situation schwuler Männer in muslimischen Familien geschaffen", würdigte das Bündnis gegen Homophobie den Einsatz von Nasser El-Ahmad. Das Engagement des Preisträgers sei eine Ermutigung für junge schwule Männer und lesbische Frauen, die von der eigenen Familie unterdrückt werden.

Neben El-Ahamd waren der ehemalige Kinderarzt Dr. Jörg Woweries, die Arbeitsgruppe des postgradualen Masterstudiengangs "Art in Context" um Wolfgang Knapp an der Universität der Künste Berlin und die Aktivistin Annet Audehm für die Auszeichnung nominiert gewesen. Unterstützt wurde die Preisverleihung von den beiden Bündnismitgliedern Radisson Blu Hotel und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).

Im Rahmen der Preisverleihung stellte der Berliner Polizeipräsident, Klaus Kandt, die Zahlen der Kriminalitätsstatistik der ersten Jahreshälfte 2015 vor. Demnach sind in den ersten sechs Monaten bei der Polizei 51 homophobe und transphobe Straftaten registriert worden, ähnlich viele wie im Vergleichszeitraum 2014 (52 Straftaten).

Das Bündnis gegen Homophobie ist eine vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg initiierte "Allianz der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft für die gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen". Um sich aktiv gegen Homophobie einzutreten, setzt der LSVD im Auftrag der Landesantidiskriminierungsstelle das Bündnis gegen Homophobie im Rahmen der Initiative "Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt" um.

Im vergangenen Jahr war der türkische Schiedsrichter Halil İbrahim Dinçdağ mit dem Respektpreis ausgezeichnet worden (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 NicoAnonym
  • 02.12.2015, 13:57h

  • Ein wahrer Held.

    Ich frage mich aber, wieso es bei versuchter Verschleppung und Zwangsheirat nur geringe Geldstrafen gibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 hsdhjdAnonym
  • 02.12.2015, 14:56h
  • Weiß jemand, ob Nassers Familie sunnitisch oder schiitisch ist? Soweit ich weiß, gibt es unter Libanesen beides.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 GeorgGAnonym
  • 02.12.2015, 15:00h
  • Er hat Respekt verdient!

    Dennoch wäre ich an seiner Stelle extrem vorsichtig, denn mit libanesischen Großsippen in Berlin ist nicht zu spaßen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 02.12.2015, 15:05h
  • Meines Wissens setzt sich Nasser gegen Homofeindlichkeit in allen Familien ein... >>> Nach dem allgemein als zu milde eingeschätzten Urteil gegen seine Verwandten, das in der vergangenen Woche verkündet wurde, sagte der 18jährige dem Filmemacher Rosa von Praunheim, der ihn vor dem Amtsgericht Tiergarten auf die »islamische Kultur« ansprach: »Ich fühle mich verpflichtet, eine Brücke zu bauen, zwischen islamischer und homosexueller Welt. Man darf sich nicht nur auf den Islam fixieren. Jede Religion ist homophob. Ich möchte ein Zeichen für Toleranz setzen.«
    jungle-world.com/artikel/2015/12/51642.html
  • Antworten » | Direktlink »
#5 LaurentAnonym
  • 02.12.2015, 15:26h
  • Antwort auf #1 von Nico
  • Man stellt sich da so manche Frage.

    Mal gespannt, ob das gestrige Urteil des Landgerichts Darmstadt gegen das pakistanische Ehepaar, welches "am Leben in einer Parallelgesellschaft gescheitert" sei, Bestand haben wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LaurentAnonym
#7 Ach wasAnonym
#8 LaurentAnonym
#9 q checkAnonym
  • 02.12.2015, 21:27h
  • Antwort auf #7 von Ach was
  • Die können nicht berichten.

    Die schreiben u.a auch solchen Unfug:

    " Mitte November hatte er [Anm.: Soros] in Kiew angekündigt, dafür sorgen zu wollen, daß fast 500 Milliarden Euro in der Ukraine investiert würden."
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TheDadProfil