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US-Präsidentschaftswahlkampf

Ted Cruz: Mit Homophobie ins Weiße Haus?


Ted Cruz will sich im November 2016 zum US-Präsidenten wählen lassen (Bild: United States Congress)

Seit Monaten wirbt Ted Cruz im republikanischen Vorwahlkampf um die Gunst der Homo-Hasser – inzwischen liegt er mit dieser Taktik in Umfragen auf Rang zwei.

Im republikanischen Vorwahlkampf dominieren die homo- und transphoben Töne: Besonders der texanische US-Senator Ted Cruz profitiert von seiner zunehmend aggressiven Rhetorik, die sich neben LGBT insbesondere gegen die Demokraten richtet.

So erklärte er diese Woche, dass die meisten Kriminellen Demokraten seien und nannte den Schützen, der vergangene Woche in einer Frauenklinik in Colorado drei Menschen erschossen hatte, einen "Transgender und linksradikalen Aktivisten". Beide Attribute waren dem 57-jährigen Schützen von Verschwörungswebseiten gegeben worden und sind frei erfunden. Stattdessen gilt der Mann als Abtreibungsgegner und könnte deshalb die Klinik attackiert haben.

In den Umfragen konnte Cruz mit seiner Rhetorik in den letzten Wochen Boden gut machen: Mit 16 Prozent liegt er laut CNN inzwischen hinter Multimilliardär Donald Trump auf Rang zwei unter den Kandidaten der Partei von George Bush und Ronald Reagan.



Cruz hatte bereits vergangenen Monat die Nähe zu Homo-Hassern, die sogar die Todesstrafe für Schwule und Lesben befürworten, gesucht (queer.de berichtete). Der 44-Jährige hatte auch wiederholt erklärt, dass er Schwulen und Lesben das Ehe-Recht wieder entziehen wolle. In einem Telefongespräch mit homophoben Aktivisten stellte er nach einem Bericht von Rightwingwatch.org diese Woche erneut klar, dass er die Uhr bei der LGBT-Gleichstellung wieder zurückdrehen wolle.

Cruz: Homos raus aus dem Militär

Der Senator machte bei dem Gespräch Schwule und Lesben dafür mitverantwortlich, dass die Moral im US-Militär gesunken sei. Schuld sei auch Präsident Barack Obama, der 2011 gegen den Widerstand der meisten Republikaner die "Don't ask, don't tell"-Regelung beendet hatte, nach der homosexuelle Militärangehörige ihre sexuelle Orientierung geheim halten mussten (queer.de berichtete). "Er ist mehr daran interessiert, für Homosexualität im Militär zu werben als unseren Feind zu besiegen", sagte Cruz über Obama. Die Absicht, auch Transsexuelle in der Truppe zuzulassen, nannte der in Kanada geborene Texaner ein "gesellschaftliches Experiment der Linken".

Cruz sucht sich auch Mitarbeiter aus, die seine homophoben Einstellungen teilen. So verglich seine Kampagnenleiterin in Virginia LGBT-Aktivisten mit Nazis, denn "was sie tun, ist die gleiche Propaganda, die im Vor-Holocaust-Deutschland die Meinung der gesamten Nation verändert hat", so Cynthia Dunbar in einer Radiosendung.

Laut Umfragen hätte Cruz erhebliche Probleme, gegen die wahrscheinliche demokratische Kandidatin Hillary Clinton oder ihren Herausforderer Bernie Sanders im November 2016 zu gewinnen, da er moderate Republikaner und Unabhängige eher abschreckt und die Basis der Demokraten motivieren könnte. Die republikanische Führung hofft daher, dass nicht Populisten wie Cruz, Donald Trump oder Ben Carson am Ende die Nase vorn haben werden, sondern moderatere Bewerber wie Senator Marco Rubio oder der vor wenigen Monaten als Favorit gehandelte Ex-Gouverneur Jeb Bush. Beide lehnen zwar ebenfalls LGBT-Rechte ab, sehen diese Frage aber nicht als zentral an. (dk)



#1 SebiAnonym
  • 04.12.2015, 18:01h
  • Das Schlimme ist:
    in einem Land mit so einer Coca-Cola-Kultur, wo die Bürger seit Jahrzehnten dumm gehalten werden, hat so jemand tatsächlich auch noch Chancen.

    Dann noch ein wenig religiöse Angstmacherei und schon fallen wieder genug darauf rein.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 04.12.2015, 18:31h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Na ja, wir mit unserer Pegida- und Bierzelt-Kultur sind nicht viel besser, oder?

    Schlimmer noch wie die CDU werden die Republikaner in den USA immer mehr zu einer Subkultur alter reaktionärer Männer, die sich vom Mainstream im Normalfall immer mehr abkoppelt.

    Wenn die Demokraten die Sicherheitsbedürfnisse und eine gewisse Ruppigkeit der US-amerikanischen WählerInnen ernst nehmen (wovon man bei Clinton in Kriegsfragen und bei Sanders in Waffenfragen ausgehen kann), dann könnten sie die Sensation fertigbringen, dass auf den linksliberalen Afro-Amerikaner Obama entweder eine mittige Präsidentin oder ein sozialdemokratischer Präsident folgt.

    Der wäre dann nebenbei jüdischer Abstammung. Was in vielen europäischen Ländern bis heute schwer vorstellbar ist.
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#3 JeeensAnonym
#4 goddamn liberalAnonym
#5 FelixAnonym
#6 FrageAnonym
  • 05.12.2015, 09:38h
  • "nannte der in Kanada geborene Texaner"

    Gibt es nicht eine Regel, dass man auf US-Boden geboren sein muss, um Präsident zu werden?
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#7 Carsten ACAnonym
  • 05.12.2015, 10:26h
  • Man ist fast versucht, zu hoffen, dass der der Kandidat wird, weil er dann viele gemäßigte Wähler in die Arme der Demokraten treiben wird.

    Aber das Problem ist, dass man bei denen nie weiß, wie es ausgeht und es immer mal wieder Überraschungen geben kann. Da braucht nur mal was Schlimmes zu passieren und schon könnte auch so ein Hardliner wieder mehr Stimmen bekommen. Oder er macht es wie damals Bush und lässt sich einfach von einem wohlgesonnenen Gericht in einem Bundesstaat zum Sieger erküren, obwohl der andere Kandidat mehr Stimmen hatte...
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#8 hugo1970Profil
  • 05.12.2015, 10:46hPyrbaum
  • Antwort auf #7 von Carsten AC
  • "Man ist fast versucht, zu hoffen, dass der der Kandidat wird, weil er dann viele gemäßigte Wähler in die Arme der Demokraten treiben wird."

    So ungefähr ist auch hitler an die macht geckommen.
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#9 goddamn liberalAnonym
#10 NiyoAnonym