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  • 07.12.2015, 11:39h           34      Teilen:   |

Kirchliches Arbeitsrecht

Katholiken-Präsident nennt Kündigungen von Homosexuellen "Gerüchte"

Artikelbild
Thomas Sternberg, CDU-Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen und Direktor der Katholischen Akademie in Münster, ist seit November Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) (Bild: ZdK / Nadine Malzkorn)

Die Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der Katholiken reagieren gereizt auf die Forderung von Justizminister Maas nach einer Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und die Deutsche Bischofskonferenz haben eine Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts ausgeschlossen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte die katholische Kirche in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) zu einer umfassenden Reform aufgerufen (queer.de berichtete).

Die im Frühjahr beschlossene Neufassung der Regelungen reiche aus, erklärte ZdK-Präsident Thomas Sternberg gegenüber der NOZ. "Es hat sich bereits sehr viel geändert." Die Mitarbeitervertretungen seien durchschlagskräftiger als manche große Gewerkschaft, sagte Sternberg. Dass die katholischen Kirche Wiederverheirateten und Homosexuellen kündige, bezeichnete er als "Gerüchte" – dabei hatte sie noch im Juni eine lesbische Religionslehrerin entlassen, nur weil sie sich verpartnert hatte (queer.de berichtete).

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Bischofskonferenz sieht Religionsfreiheit in Gefahr

Auch der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz Matthias Kopp wies den Vorschlag von Heiko Maas mit scharfen Worten zurück: "Mitglieder der Bundesregierung stehen in der Pflicht, die grundgesetzlich verbürgte Freiheit der Religionsgemeinschaften nicht in Frage zu stellen", sagte er gegenüber der NOZ. "Überlegungen, welche neuen Ansätze ein zukunftsweisendes kirchliches Arbeitsrecht verlangt, werden wir selbstbestimmt anstellen."

Maas hatte in dem NOZ-Interview gesagt: "Eine Änderung der Praxis der katholischen Kirche, Wiederverheirateten und Homosexuellen zu kündigen, ist absolut überfällig." Die im Mai von den Diözesen beschlossene Neufassung der Regelungen reicht dem Justizminister bei Weitem nicht aus. So sieht die novellierte "Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse" die Kündigung von Lesben, Schwulen und Wiederverheirateten unter bestimmten Umständen weiterhin vor und unterscheidet zudem zwischen katholischen und nicht-katholischen Beschäftigten.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) räumt Religionsgemeinschaften derzeit weitreichende Sonderrechte ein. Eine entsprechende Ausnahmeregelung in Irland hat das Parlament der grünen Insel in der vergangenen Woche abgeschafft (queer.de berichtete).

Die katholische Kirche beschäftigt über 700.000 Angestellte in Deutschland. Die meisten dieser Arbeitsplätze werden teilweise oder ganz aus Steuergeldern und anderen allgemeinen Abgaben bezahlt. (ots/cw)

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Tags: kirchliches arbeitsrecht, heiko maas, katholische kirche, thomas sternberg, zentralrat der katholiken
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Reaktionen zu "Katholiken-Präsident nennt Kündigungen von Homosexuellen "Gerüchte""


 34 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
07.12.2015
12:03:42


(+20, 20 Votes)

Von Sebi


"Bischofskonferenz sieht Religionsfreiheit in Gefahr"

Aha, für die Kirche ist Diskriminierung von Menschen also Religionsfreiheit.

Religionsfreiheit heißt aber in Wirklichkeit nicht nur, dass jeder an das glauben kann, was er will, sondern auch, dass man anderer Meinung sein kann ohne deshalb Nachteile zu haben.

Genauso wie ein schwuler Chef keinen katholischen Arbeitnehmer kündigen darf, sollte auch ein katholischer Chef keinen schwulen Arbeitnehmer kündigen dürfen.


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#2
07.12.2015
12:31:56


(+16, 18 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Sebi


Ja, ja - sie sagen "Religionsfreiheit", meinen damit aber "Freiheit zur Diskriminierung und Menschenverachtung". Es wird Zeit, dass dieses grundgesetzwidrige Verhalten auch in Deutschland strafrechtlich verfolgt werden kann.
Link:
www.kirchenaustritt.de


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#3
07.12.2015
12:46:26


(+11, 15 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Sternberg ist Theologe und damit nichts weiter als ein professioneller Lügner mit Abschluss und Lehrerlaubnis und genau das stellt er mit seiner Aussage eindrucksvoll unter Beweis.
Keine Überraschungen hier!


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#4
07.12.2015
12:56:58
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Julian 80


Die Kinderschänder-Sekte glaubt wirklich, sie stünde über dem Gesetz.


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#5
07.12.2015
13:14:06


(+12, 14 Votes)

Von ursus


wie ein kind, das, mit der hand im keksglas ertappt, sagt: "ich klaue nicht."

peinlich.

die rkk muss sich um ihre glaubwürdigkeit wirklich keine sorgen machen, die zerhackt sie täglich selbst in kleinere stückchen.

und maas wird, statt das keksglas wegzuschließen, sanft "dududu" sagen und kekse nachfüllen.


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#6
07.12.2015
13:16:32


(+10, 14 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #4 von Julian 80


>"Die Kinderschänder-Sekte glaubt wirklich, sie stünde über dem Gesetz."

falsch, sie glaubt, das gesetz würde nach ihren wünschen gestaltet, auch wenn es demokratischen grundregeln widerspricht.

und sie hat damit vollkommen recht. das ist doch das problem!


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#7
07.12.2015
13:20:10


(+4, 14 Votes)

Von Johannes45


Es ist indiskutabel, dass in unserem Rechtsstaat es den Kirchen rechtlich bisher erlaubt ist, dass sie Menschen aufgrund der Rasse, Herkunft, Geschlecht oder der sexuellen Orientierung diskriminieren darf.

Die Kirchenklausel im AGG ist einem Rechtsstaat nicht würdig und muss gestrichen werden. Die Kirchen stehen nicht oberhalb der Rechtsnormen, die für alle anderen Personen und Organisationen gelten. Auch die Kirchen haben sich an die Vorgaben des AGG zu halten und die dortige Kirchenklausel im AGG gehört gestrichen, Herr Maas.

Wenn die SPD, die derzeit bereits beim Thema "Eheöffnung" indiskutabel versagt, auch bei der Reform des AGG versagt, dann sollte wirklich kein homosexueller Wähler 2017 noch die SPD wählen. Die SPD ist dann schlichtweg unglaubwürdig, um die Stimmen homosexueller Wähler zu bekommen.


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#8
07.12.2015
13:25:17


(+15, 17 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #7 von Johannes45


>"es den Kirchen rechtlich bisher erlaubt ist, dass sie Menschen aufgrund der Rasse, Herkunft, Geschlecht oder der sexuellen Orientierung diskriminieren darf."

die weltanschauung bitte nicht vergessen. in diesem bereich ist nämlich auch die evangelische kirche noch munter am diskriminieren - mit staatlichem gütesiegel.


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#9
07.12.2015
13:25:37


(+6, 12 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von HonestAbe


""Sternberg ist Theologe und damit nichts weiter als ein professioneller Lügner mit Abschluss und Lehrerlaubnis""..

""Thomas Sternberg, CDU-Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen und Direktor der Katholischen Akademie in Münster, ist seit November Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)""..

Ein professioneller Lügner mit Abschluß und Lehrerlaunis an der Spitze einer angeblichen Laienorganisation, um dem Fußvolk vorzugaukeln, es hätte so etwas wie ein "Mitspracherecht"..


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#10
07.12.2015
14:05:10


(+11, 13 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Komisch. Wenn es um die Zivilehe geht, meinen diese Religionsmeier doch auch, sich einmischen zu müssen.
Warum so empfindlich, wenn sich andere jetzt bei ihnen einmischen?


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