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  • 08.12.2015, 14:00h           79      Teilen:   |

Robert-Koch-Institut legt Zahlen vor

Starker Syphilis-Anstieg unter Schwulen

Artikelbild
Mit einem Bluttest kann man sich beispielsweise beim Hausarzt oder anonym bei Gesundheitsamt auf Syphilis und andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen (Bild: flickr / Wheeler Cowperthwaite / cc by 2.0)

Es gibt heute doppelt so viele Syphilis-Meldungen als noch vor ein paar Jahren – und besonders oft trifft es schwule Männer.

Die Zahl der Syphilis-Fälle in Deutschland steigt weiterhin schnell an: Im Jahr 2014 wurden dem Robert-Koch-Institut genau 5.722 Syphilis-Fälle gemeldet, wie aus dem aktuellen "Epidemologischen Bulletin" (PDF) hervorgeht. Das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2010 hat sich die Zahl sogar fast verdoppelt.

In den letzten Jahren fand der Anstieg dabei insbesondere unter Männern statt, die Sex mit Männern (MSM) haben. In diesem Segment wurden sogar 20 Prozent mehr gemeldet als im Jahr zuvor, während Meldungen, die auf heterosexuellen Sex zurückzuführen sind, stagnierten. Frauen machten nur 6,3 Prozent aller Meldungen aus.

Besonders in Millionenstädten sind MSM betroffen: In Berlin, Hamburg, München und Köln sind 94 Prozent aller Meldungen, in denen der Infektionsweg bekannt ist, auf schwulen Sex zurückzuführen.

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Anstieg setzt sich 2015 fort

Das Robert-Koch-Institut warnt dabei vor einem weiteren Anstieg, denn in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 scheine sich der Trend nach vorläufigen Zahlen fortzusetzen. Der starke Anstieg sei laut Studien unter anderem auf "risikoreichere Sexualpraktiken" sowie einen Anstieg der Sexualpartner zurückzuführen, so das RKI.



Damit liegt Deutschland im internationalen Trend: Starke Anstiege von Syphilis-Fällen wurden auch aus vielen anderen Ländern berichtet, wie etwa Australien, China, Kanada und den USA. Auch diese Anstiege wurden vorwiegend auf gestiegene Infektionszahlen bei MSM zurückgeführt.

Das RKI beklagt hierzulande Defizite bei Testangeboten. So habe sich laut einer Studie nur ein Viertel aller MSM in den letzten zwölf Monaten auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen – und damit weniger als in vergleichbaren Staaten wie den Niederlanden oder Großbritannien. "Die Kenntnis von entsprechenden Angeboten lag in Deutschland entsprechend ebenfalls oftmals niedriger", so das RKI.

Routine-Screening empfohlen

Als Reaktion auf diese Entwicklung sollten insbesondere "leicht verständliche Informationen zu STI und HIV sowie zu den spezifischen Risiken verschiedener Sexualpraktiken vermittelt werden", fordert das Robert-Koch-Institut. Zudem sei ein flächendeckendes "MSM-freundliches Beratungs-, Test- und Behandlungsangebot" notwendig. Schwulen Männern wird ein "Routine-Screening auf Syphilis" empfohlen, das beispielsweise beim Hausarzt, beim Gesundheitsamt oder bei Aidsberatungsstellen durchgeführt werden könne.

Syphilis ist eine bakterielle Erkrankung, die vergleichsweise leicht durch Oral- oder Analsex übertragen wird. Der Gebrauch von Kondomen schützt nur teilweise. Die Krankheit verbreitet sich über ein schmerzloses Geschwür weiter, das vier Wochen nach der Infektion auftritt. Befindet sich das Geschwür in der Nähe des Darmausganges, bleibt es meist gänzlich unbemerkt. Daher ist es insbesondere bei vielen Sex-Partnern wichtig, sich regelmäßig testen zu lassen – auch deshalb, weil man sich bei einer Syphilis-Erkrankung leichter mit HIV infizieren kann.

Wird Syphilis nicht behandelt, kommt es nach einigen Monaten zu immer wiederkehrenden grippeartigen Beschwerden. Dann wird es richtig gefährlich: Die Bakterien verteilen sich über den Körper und greifen innere Organe an, was unbehandelt zum Tode führen kann. Wird Syphilis aber erkannt, kann die Krankheit in zwei bis drei Wochen mit Penicillin besiegt werden. (dk)

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Tags: syphilis, robert-koch-institut
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Reaktionen zu "Starker Syphilis-Anstieg unter Schwulen"


 79 User-Kommentare
« zurück  12345678  vor »

Die ersten:   
#1
08.12.2015
14:21:35


(+2, 10 Votes)

Von Yannick


Kondome schützen...


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#2
08.12.2015
14:27:30


(0, 2 Votes)
 
#3
08.12.2015
14:49:55


(+9, 9 Votes)

Von Gesundheitscheck
Antwort zu Kommentar #1 von Yannick


Leider bei dieser STI nur teilweise: "Der Gebrauch von Kondomen schützt nur teilweise."

Link zu www.aidshilfe.de

Deshalb regelmäßig mit testen beim jährlichen Gesundheitscheck!


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#4
08.12.2015
15:24:13


(-1, 9 Votes)

Von icedragon


Und schon sind wir wider bei der macht-es-doch-ohne-Debatte........


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#5
08.12.2015
15:47:59


(+8, 10 Votes)

Von Keine Debatte
Antwort zu Kommentar #4 von icedragon


Nein, sind wir nicht. Mit Kondom ist aus gesundheitlicher Sicht immer besser, da das Risiko der Ansteckung mit einer STI geringer ist, aber halt nicht vollständig vor jeder STI Schutz bietet!
Deshalb regelmäßig testen.


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#6
08.12.2015
16:20:27


(+9, 19 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Es ist erschreckend wie schnell Aids, Syphilis und andere Geschlechtskrankheiten vergessen werden. Diese neue Debatte von wegen "Wir machen's ohne" finde ich Unverantwortlich.

Mir ist aufgefallen, das in vielen Profilen bei dem Punkt: "Safer Sex" immer häufiger das Wort "niemals" dahinter steht.
Sind diese Leute Lebensmüde oder nur bescheuert?

Wie kann man nur für ein paar Minuten schönes Gefühl sein ganzes Leben aufs Spiel setzen...

Schönen Tag noch


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#7
08.12.2015
16:28:04


(-3, 13 Votes)

Von GeorgG


Im Mittelalter ging es unter Heteros genau so lustig zu wie heute unter Schwulen. Als dann Columbus Amerika entdeckt hatte, wurde von dort die Syphilis eingeschleppt. Bald war Schluß mit lustig! Die Kirche zog die Daumenschrauben an, die Badehäuser wurden geschlossen und eine strenge Moral hielt Einkehr. Das war die einzige Methode, um sich vor dieser Krankheit zu schützen, denn es gab ja noch keine Antibiotika.
Heute haben wir das Problem, dass Antibiotika von fast allen Hausärzten viel zu schnell verschrieben werden, so dass schon viele Männer (und Frauen) resistent gegen diese Medizin sind. Es wird die Zeit kommen, dass diese Medikamente nicht mehr helfen, sondern nur noch eine Änderung des Sexualverhaltens.


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#8
08.12.2015
17:20:51


(-4, 10 Votes)

Von Lindchen
Antwort zu Kommentar #1 von Yannick


Das darf man doch nicht mehr laut sagen (oder schreiben)...


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#9
08.12.2015
17:26:04


(-1, 11 Votes)

Von niccinicci


klar, das da die moralapostel wieder zuschlagen.
1. ist der letzte absatz überflüssig, weil spätestens das zweite stadium immer entdeckt wird. den ausschlag kann niemand übersehen. zweitens kann man es sich ganz locker durch oralverkehr (schleimhaut an schleimhaut oder sperma im mund) einfangen.
drittens ist und bleibt sex ohne kondom einfach viel geiler und spontaner. dank antibiotika ist syphillis kein problem mehr heute.
so einfach ist das. aber am sichersten ist immer noch im ganzkörperkondom im bett liegen bleiben.
lasst doch einfach zwei menschen alleine entscheiden, mit all dem spass und risiko.


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#10
08.12.2015
17:31:04
Via Handy


(+7, 9 Votes)

Von Pfote
Antwort zu Kommentar #7 von GeorgG


Und Du glaubst wirklich, dass STDs die Ursache für Resistenzen sind?

Mit den ganzen Antibiotika in der Tiermast hat die Kirche aber keine Probleme, oder?

Widerlich, was jetzt schon alles für erzkatholische Moralexzesse herhalten muss.


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