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Rechtsanwalt Maurice Tomlinson will sich gegen das Homo-Verbot in seinem Heimatland wehren

Die Welle der Gewalt gegen schwule Männer auf der Karibikinsel reißt nicht ab. Nun versucht ein schwuler Anwalt, juristisch gegen die staatliche Homophobie vorzugehen.

Der jamaikanische LGBT-Aktivist Maurice Tomlinson hat eine Klage gegen den Unzuchtsparagrafen eingereicht, der bis zu zehn Jahre Haft mit Zwangsarbeit für Sex zwischen Männern vorsieht. Das teilte die kanadische Organisation "HIV/Aids Legal Network" am Mittwoch mit, die Tomlinson in seiner Klage unterstützt. Der Oberste Gerichtshof soll nun entscheiden, ob das Gesetz gegen den in der Verfassung garantierten Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt.

"Die Gesetze in Jamaika kriminalisieren einvernehmliche sexuelle Intimitäten zwischen Männern und machen mich im Prinzip zu einem nicht verhafteten Kriminellen", erklärte Tomlinson in seiner Klageschrift. Alle schwulen Männer seien von diesem Gesetz betroffen.

Zwar weist er darauf hin, dass es seit 2005 keine Verurteilung mehr unter diesem Paragrafen gab, der 1864 von den britischen Kolonialherren eingeführt worden war. Allerdings habe das Gesetz weitreichende Auswirkungen auf das Leben von Schwulen. So sei es verantwortlich für eine Welle der Hassgewalt gegen homosexuelle Männer, die von der Polizei kaum verfolgt werde. Stattdessen würden Schwule mit dem Gesetz von Polizisten erpresst, wenn sie einen Vorfall meldeten. Schwule auf der Insel hätten allen Grund, der Polizei zu misstrauen.

Brutale Lynch-Morde an Schwulen

Als Beispiel für die Gewalt nennt Tomlinson den Überfall auf den 16-jährigen Gordon Oshane im Jahr 2011. Eine Gruppe homophober Männer habe den jungen Schwulen in seinem Haus überfallen und geschlagen. Als Oshane durch das Fenster fliehen wollte, hätten die Männer seinen Fuß abgehackt, bevor sie ihn töteten.

Der Anwalt Tomlinson ist selbst als Kläger genannt. Bereits 2013 reichte er im Namen eines anderen schwulen Mannes eine Klage gegen das Homo-Verbot ein, musste sie aber zurückziehen, als sich der Mann aus Angst um sein Leben vom Prozess zurückzog. Auch Tomlinson erhält seit 2011 regelmäßig Morddrohungen, seitdem eine Lokalzeitung ein Foto von seiner Hochzeit in Kanada veröffentlicht hatte. Seither schaue er immer über seine Schulter, wenn er sich in Jamaika aufhalte. Einen großen Teil seines Lebens verbringe er mit seinem Partner in dessen Heimatstadt Toronto. "Es kann wohl kaum schlimmer werden, als es heute ist", kommentierte er die Lage in seinem Heimatland.

Auf Jamaika gibt es eine extrem homophobe Stimmung in der Bevölkerung: Laut einer Umfrage vom vergangenen Jahr befürworten 91 Prozent der Einwohner die staatliche Verfolgung von Homosexuellen (queer.de berichtete). Insbesondere in der Reggae-Musik gehört Homophobie zum guten Ton – so vergleicht der international erfolgreiche Interpret Sizzla Homosexualität seit Jahren mit Kindesmissbrauch und ruft in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen auf (queer.de berichtete). (dk)



Jamaika: 91 Prozent sehen Homosexualität als Straftat an

Auf Jamaika gibt es nur wenige Menschen, die Schwule nicht verfolgen wollen: Laut einer Umfrage der Zeitung "Gleaner" sprechen sich 91 Prozent der Bevölkerung für die Fortsetzung der Verfolgung von männlichen Homosexuellen aus.
#1 David77Anonym
  • 10.12.2015, 09:14h
  • Wahrscheinlich steckt dahinter auch wieder eine böse linke Regierung oder das Land ist noch so von der osmanischen Besetzung von vor 500 Jahren traumatisiert...
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#2 Klare KanteAnonym
  • 10.12.2015, 09:18h
  • Maurice Tomlinson ist ein mutiger Mann und daß er von der kanadischen Organisation "HIV/Aids legal Network" unterstützt wird, finde ich klasse!

    Wenn man sich einmal die Rechtslage im Inselstaat Jamaika ansieht, dann handelt es sich dabei um die Paragraphen 76, 77 und 79 des Gesetzes "Offences Against the Person Act".

    Ich drücke Maurice Tomlinson die Daumen, daß die Klage vor dem Obersten Gerichtshof erfolgreich ist und vor allem der People's National Party sowie der Jamaica Labour Party endlich die Augen aufgehen und diese unsinnigen Paragraphen abschaffen!
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#3 Johannes45Anonym
#4 wiking77
  • 10.12.2015, 09:56h
  • Homosexualität passt halt nicht in das staatliche Selbstverständnis Jamaikas und auch nicht in das Eigenbild des jamaikanischen Mannes, der seinerseits ja oft Sexobjekt für heterosexuelle Frauen aus Europa ist.

    Der jamaikanische Rastaman und Macho, der gut bestückt Frauen aus Europa zur vollen Zufriedenheit sexuell bedient, ist schon eher das Idealbild der jamaikanischen Gesellschaft und in Hotelhochburgen wird dieses Klischee ja auch nahezu perfekt bedient. Ein Nachbarehepaar hat sich durch einen Jamaika-Urlaub zu zwei Kindern verhelfen lassen - vorsätzlich oder fahrlässig, wer weiß.
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#5 TheDadProfil
  • 10.12.2015, 13:49hHannover
  • Antwort auf #4 von wiking77
  • ""Homosexualität passt halt nicht in das staatliche Selbstverständnis Jamaikas und auch nicht in das Eigenbild des jamaikanischen Mannes, der seinerseits ja oft Sexobjekt für heterosexuelle Frauen aus Europa ist.""..

    Darüber, vor allem aber auch über die Ursachen wie Kolonial-Mächte und deren Politik inklusive der eingeschleppten Verdummbibelung und den Viktorianischen Gesetzen, kann man weidlich diskutieren..

    ""Der jamaikanische Rastaman und Macho, der gut bestückt Frauen aus Europa zur vollen Zufriedenheit sexuell bedient, ist schon eher das Idealbild der jamaikanischen Gesellschaft und in Hotelhochburgen wird dieses Klischee ja auch nahezu perfekt bedient.""..

    Diese Diskussion verbietet sich aber vor dem Hintergrund des hier dem Sexismus geredeten Wortes !
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#6 wiking77
  • 10.12.2015, 14:02h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • man kann nach fast einem Jahrhundert nicht alles und alle Mißstände dem "Kolonialismus" in die Schuhe schieben.

    Was der Sextourismus der heterosexuellen europäischen Frauen angeht, so ist das das alte marktwirtschaftliche Prinzip des Angebots und Nachfrage und "wer zahlt, schafft an!".
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#7 TheDadProfil
  • 10.12.2015, 16:05hHannover
  • Antwort auf #6 von wiking77
  • ""man kann nach fast einem Jahrhundert nicht alles und alle Mißstände dem "Kolonialismus" in die Schuhe schieben.""..

    Doch, kann man..
    vor allem wenn man den Artikel liest, in dem dann klar und deutlich steht :

    ""Zwar weist er darauf hin, dass es seit 2005 keine Verurteilung mehr unter diesem Paragrafen gab, der 1864 von den britischen Kolonialherren eingeführt worden war.""..

    Was den anderen Absatz angeht..
    Ich schireb dort nicht von "Sextourismus" oder heterosexuelle Frauen", sondern vom internalisiertem Sexismus in Deiner Sprache, gepaart mit überkommenen Vorurteilen gegenüber Männern aus anderen Ethnien :

    ""der gut bestückt""..

    Mehr als 90 % der heutigen Bevölkerung stammt von ehemaligen Sklaven ab..
    Die hat man bestimmt nicht dorthin verschleppt, weil sie so "gut bestückt" waren..

    Mehr als ein Drittel der Bevölkerung von derzeit 2.825.000 Einwohnern ist unter 14 Jahren alt..
    Offensichtlich haben die genügend eigene Frauen zu beschlafen..
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#8 BinsenweisheitAnonym
#9 TheDadProfil
  • 10.12.2015, 17:47hHannover
  • Antwort auf #8 von Binsenweisheit
  • ""Wer gut bestückt nicht immer am besten fickt!""..

    Mal abgesehen davon, dass diese Diskussion hier gar nicht hingehört, und ich eine Reihe von Männern kenne, die Dir das Gegenteil beweisen könnten, weil zum Ficken vor allem technische Fertigkeiten und Einfühlsamkeit gehören, und nicht die Länge des Schwanzes die Inkompetenz des Nutzers kompensiert..
    Wie kommt man auf den verallgemeinernden Unsinn, das Männer aus anderen Ethnien "besser ausgestattet" seien, mithin ein Vorurteil, dass durch nichts belegt, aber durch einiges widerlegt wird, unter anderem sogar Untersuchungen der EU, die Durchschnittslängen ermittelt, um die Europa- und Din-Normen für Kondome anzupassen ?

    Das weltweit am meisten verkaufte Kondom hat das Maß DURSCHNITT, und paßt über alle Schwänze zwischen 10 und 20 Zentimetern Länge mit ihren entsprechenden Durchmessern..

    Wer größeres will, soll sich auf einen Lübecker Kegel setzen :

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#10 wiking77
  • 10.12.2015, 18:15h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • "Doch, kann man.."

    Das ist bei allem Respekt: blühender Unsinn! Es ist nicht die Folge des "Kolonialismus". "Verbote" von Homosexualität gibt es auch in Staaten, die früher nicht kolonisiert waren. Es ist schon eher ein kulturelles Problem, das mit der Ablehnung der Homosexualiät.

    Aber ist schon klar, wenn man nicht weiter weiss, macht man alles Übel der Erde im Kapitalismus und/oder Kolonialismus (je nach Belieben) aus.
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