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  • 13.12.2015, 08:27h           82      Teilen:   |

Bundesparteitag

CDU: Ehe-Öffnung? Nicht mit uns!

Artikelbild
Der 28. Parteitag der CDU Deutschlands findet am 14. und 15. Dezember in der Messe Karlsruhe statt
Bild: CDU Deutschlands

In Karlsruhe beginnt der CDU-Bundesparteitag. Kein einziger Kreisverband fordert die Ehe für alle, der Vorstand will die Diskriminierung festschreiben.

Von Micha Schulze

Es soll sie ja geben, die Befürworter der Ehe für alle in der CDU. Nur leider hört man nichts von ihnen. Zum dreitägigen Bundesparteitag, der am Sonntag in Karlsruhe beginnt, sind sie komplett abgetaucht. Kein einziger CDU-Landes- und Bezirksverband oder auch nur einer der 336 Kreisverbände hat den Antrag gestellt, die Ehe für lesbische und schwule Paare zu öffnen. Dabei hatten uns die Gleichstellungsbefürworter im Sommer noch mit einer großen Aussprache in Karlsruhe vertröstet.

Stattdessen gibt nun der CDU-Bundesvorstand den Kurs vor, homosexuelle Paare in Deutschland weiterhin zu diskriminieren. In seinem Leitantrag zur Familienpolitik soll die Ehe als "die auf Dauer angelegte Bindung zwischen Mann und Frau" festgeschrieben werden. Sie diene dem "familiären Zusammenhalt", heißt es in dem von einer "Zukunftskommission" unter Leitung von NRW-Landeschef Armin Laschet erarbeiteten Papier.

Für Lesben und Schwule soll es weiterhin ein eigenes Rechtsinstitut geben: "Auch die eingetragene Partnerschaft hat für uns diese verbindliche Qualität", heißt es im Leitantrag des Parteivorstands. "Unser Anliegen ist es, zu diesen verlässlichen Bindungen zu ermutigen und diese zu stärken."

Immerhin spricht sich die Antragskommission des Parteitags gegen einen Vorstoß des besonders rechten CDU-Bezirksverbands Nordwürttemberg aus, in den Beschluss zur Familienpolitik auch das bestehende Adoptionsverbot für eingetragene Lebenspartner aufzunehmen. Hier könnte sich ein kleiner Kurswechsel andeuten: Um die Ehe-Öffnung zu verhindern, gibt die Union beim Adoptionsrecht nach.

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CDU Nordwürttemberg gegen Gender-Forschung

Die CDU Nordwürttemberg hat auf dem Parteitag auch einen Antrag gegen Gender-Forschung gestellt, der sich liest, als sei er von der AfD abgeschrieben: "Wir fordern, keine weiteren universitären Lehrstühle zum Thema Gender einzurichten, Mittelzuweisungen des Bundes für derartige Einrichtungen zu kürzen und in andere Bereiche der Wissenschaftsförderung umzulenken", heißt es darin. Einen Beschluss wird es wohl nicht geben – die Antragskommission empfiehlt Überweisung u.a. an den Bundesfachausschuss für Bildung, Forschung und Innovation.

Bereits im Vorfeld des Bundesparteitags hatte ein Vorstoß von Julia Klöckners CDU-Landesverband Rheinland-Pfalz nach einem "Integrationspflichtgesetz" für Schlagzeilen gesorgt. So sollen sich alle Flüchtlinge bei Ankunft in Deutschland schriftlich unter anderem zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie von Homo- und Heterosexuellen bekennen.

"Was uns für unser Zusammenleben wichtig ist, soll klar verständlich auf den Punkt gebracht und den Neuankömmlingen am ersten Tag ihrer Aufnahme ausgehändigt werden", heißt es in dem Antrag. "Denn wer durch die Tür Asylrecht in das Haus Deutschland kommt, muss wissen, dass es hier tragende Wände und Säulen gibt, die wir weder einreißen noch verrücken wollen. Diskriminierungen von Frauen, Homosexuellen, Andersgläubigen können wir nicht als Ausdruck religiöser oder kultureller Vielfalt erklären und akzeptieren." Bei Verstößen drohen etwa Kürzungen von Sozialleistungen oder sogar der Entzug des Aufenthaltsrechts.

Auf den Widerspruch, auf der einen Seite von Flüchtlingen ein Bekenntnis zu Homorechten zu verlangen, auf der anderen aber selbst Lesben und Schwule zu diskriminieren, hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bereits am Donnerstag auf dem SPD-Parteitag hingewiesen (queer.de berichtete).

Noch wäre es nicht zu spät für die CDU, mehr Glaubwürdigkeit in ihrer Politik zu zeigen: Nur 30 stimmberechtigte Delegierte werden benötigt, um in letzter Minute einen Initiativantrag zur Ehe für alle auf dem Parteitag einzubringen. Wie wär's mit folgendem Zusatz: Wer gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen stimmt, bekommt Diäten und Aufwandspauschalen gekürzt oder wird im wiederholten Fall nach Syrien abgeschoben?

Links zum Thema:
» Antragsbuch zum CDU-Bundesparteitag als PDF
Wochen-Umfrage: Was hältst du von einem Integrationspflichtgesetz? (Ergebnis)

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Tags: cdu, ehe für alle, bundesparteitag, adoptionsrecht, integrationspflichtgesetz
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Reaktionen zu "CDU: Ehe-Öffnung? Nicht mit uns!"


 82 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.12.2015
09:12:53
Via Handy


(+18, 22 Votes)

Von Luca


Die CDU wird sich niemals ändern!!

Die ignorieren den demokratischen Gleichheitsgrundsatz, das deutsche Grundgesetz, wissenschaftliche Fakten und den Willen des Volkssouveräns.

Alles nur, weil sie mangels Inhalten gegen andere hetzen müssen, um so ihre vom Hass zerfressenen Wähler auf Linie zu bringen.


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#2
13.12.2015
09:13:41


(+14, 18 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Wir hatten das Thema hier ja schon mehrfach. Deshalb gibt es nicht mehr viel zu sagen. Die CDU betreibt Klientelpolitik. In diesem Falle die christlicher Hartliner.

Haelt ihre rechte Flanke blockiert, um die AfD nicht vorbei zu lassen. Zudem hat sie immer wieder das Ass der Diskriminierung im Aermel.

Sie ist der eigentliche Feind im Lande, weil sie die Regierungspolitik bestimmt.

Die ploetzliche Zustimmung zum "Partnerschaftsinstitut" - was fuer ein erbaermliches Wortungetuem - ist eine Farce und sonst gar nichts.


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#3
13.12.2015
09:22:37


(+15, 19 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Was ich in meinem ersten Zorn vergass zu erwaehnen. Die Schwulen innerhalb der CDU spielen die selbe Rolle, wie weiland die Schwulen in der AfD. Nuetzliche Idioten, die sich bedeckt halten, wenn es darauf ankommt. Oder schlimmer noch, wie schon frueher ein ehemaliger FDP-Vorsitzender, Vizekanzler und Aussenminister, dessen Namen ich inzwischen vergessen habe. :-) Der hat ja auch gegen das Partnerschaftsgesetz gestimmt, um sich nach der Durchsetzung mit seinem Freund zu verpartnern.

Was fuer ein trauriger Haufen, diese LSU. Was fuer eine scheinheilige Truppe.


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#4
13.12.2015
10:14:18


(+14, 18 Votes)

Von Peer


Während immer mehr Staaten im 21. Jahrhundert ankommen, wird Deutschland weiterhin von unserer schwarz-rot-braunen Regierung im Mittelalter festgehalten.

Es wird sowas von Zeit für einen kompletten Politikwechsel in diesem muffigen Deutschland.


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#5
13.12.2015
10:29:31


(+9, 11 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht"
"Quand je pense à l'Allemagne la nuit, j'en perds le sommeil" extrait de "pensées nocturnes " ("Nachtgedanken") de Heinrich Heine.
Diese Gedanken an Deutschland als Staat, der von korrupten Politikern regiert wird, koennen wachen Menschen den Schlaf rauben.


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#6
13.12.2015
10:38:01


(+14, 14 Votes)

Von Deutsche Politik


Da Sigmar Gabriel erst gestern verkündet hat, er wolle "keine Minderheitenpolitik" machen (queer.de berichtete), hat die CDU ja in der SPD den idealen Koalitionspartner gefunden.

Und auch der SPD-Ministerpräsident Stephan Weill hat ja schon gesagt, dass die SPD auch in Zukunft nur noch Juniorpartner der Union in großen Koalitionen sein will (queer.de berichtete ebenfalls).


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#7
13.12.2015
10:40:15


(+11, 15 Votes)

Von Frömmeln


Was will man schon vom politischen Arm der Katholiban erwarten?!


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#8
13.12.2015
11:05:50


(+11, 15 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von Miguel53de


"Die CDU betreibt Klientelpolitik. In diesem Falle die christlicher Hartliner."

Es ist schlimmer. Die CDU-Parteimitglieder SIND die christlichen Hardliner, auch im Vergleich zu ihrer Wählerschaft!

Das zeigt nicht nur die Unterschied bei Befragungen zum Thema Eheöffnung, der zwischen CDU-Mitgliedern und -wählern klafft.

Das zeigen z. B. auch die fanatisch homosexuellenfeindlichen evangelischen Arbeitskreise der CDU, die den äußersten rechten und evangelikalen Rand der ev. Kirche, deren Vorsitzender FÜR die Eheöffnung ist, abbilden.

Link zu www.taz.de

Link zu www.eak-cducsu.de

Link:
hpd.de/artikel/11344


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#9
13.12.2015
11:21:26


(+9, 13 Votes)

Von stephan
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Es ist und bleibt eine widerliche, menschenverachtende Dr***ande, zusammengebacken aus ihren Vorurteilen und Bauchgefühlen, nur zu vergleichen mit den Katholiban, die von Menschenrechten auch wenig halten und verstehen!

Aber was erwartet man 2015 von einer Partei, die nach dem zweiten Weltkrieg nur gegründet wurde, weil die bürgerlichen und katholischen Vorläufer in Gänze versagt haben, einer Partei, die zudem sehr viel braunes Personal aufgenommen und in hohe Posten gebracht hat!


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#10
13.12.2015
11:52:07


(+2, 12 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Es soll sie ja geben, die Befürworter der Ehe für alle in der CDU. Nur leider hört man nichts von ihnen"

Ein besseres Beispiel gibt es nicht, das zeigt, wie diktatorisch die CNKU (Christliche Neoliberale Konservative Union, ich meine natürlich die CDU) "regiert" wird.
Und deshalb nenne ich alle LGBTI's in den Unionen Verräter an unserer Sache.


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