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  • 15.12.2015, 15:03h           9      Teilen:   |

Michael Diener

Evangelikalen-Chef gibt sich tolerant

Artikelbild
Michael Diener hat Schwulen und Lesben in der Vergangenheit mit dem "Gericht Gottes" gedroht (Bild: Christliches Medienmagazin pro / flickr / cc by 2.0)

Nach seiner Wahl in den EKD-Vorstand frisst der Chef der Evangelischen Allianz Kreide: Michael Diener, der sich bisher als Anhänger der Homo-"Heilung" profiliert hat, zeigt eine vermeintlich nachsichtige Seite.

Michael Diener, der Vorsitzende der Evangelischen Allianz und Präses des pietistischen Gnaudauer Gemeinschaftsverbunds, hat sich in einem Interview mit der "Welt" dafür ausgesprochen, den innerkirchlichen Streit über Homosexualität zu beenden. "Als Pfarrer habe ich gelernt anzuerkennen, dass Menschen bei dieser Frage die Bibel anders lesen", so Diener. Ihm seien daher Pfarrer, die gleichgeschlechtliche Paare segnen oder trauen, "genauso wichtig wie diejenigen, die meine Meinung teilen". Dies schließe sogar Pfarrerinnen und Pfarrer ein, "die ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben und sich von Gott nicht zur Aufgabe dieser Prägung aufgefordert sehen."

Freilich stellte Diener auch im "Welt"-Interview klar, dass er eine Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben in der Kirche immer noch ablehne: "Ich vermag aus der Heiligen Schrift nicht herauszulesen, dass es einen Auftrag an die Kirche zur Segnung homosexueller Beziehungen und deren Gleichstellung mit der Ehe von Mann und Frau gebe."

Weiter erklärte Diener, der erst im letzten Monat in den 15-köpfigen Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt worden war, dass es in der Bibel "keine einzige Stelle gibt, wo sexualethische Verfehlungen [also homosexuelle Handlungen, Red.] allein gebrandmarkt werden". Es gehe vielmehr immer auch um anderes, etwa Heuchelei oder schlechte Nachrede. Bei diesen Themen "müssen wir Pietisten uns auch an der eigenen Nase fassen", so der 53-Jährige selbstkritisch.

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Diener prangerte Schwule und Lesben als Sünder an

Bereits in der Verganhenheit hatte Diener betont, dass die Kirche einen freundlichen Umgang mit Homosexuellen finden müsse und das Thema nicht überbetonen dürfe. Eine Änderung der kirchlichen Aussagen sei damit aber nicht verbunden.

In einem Zustandsbericht aus dem Jahr 2012 (Titel: "Lasst uns Gottes Liebe leben") beklagte er etwa, dass die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren zu einer "Gewissensnot der Mitglieder in ihren Reihen" und einer "Minderheitenposition" innerhalb der weltweiten Kirche führe. Es sei ein "Irrweg", das "eindeutige biblische Zeugnis zur Homosexualität" zu entkräften. Man könne "zu praktizierter Homosexualität kein Ja finden. Sie ist Sünde und steht unter dem Gericht Gottes."

Zudem machte er sich in der Vergangenheit für die "Heilung" von Homosexualität stark. Auch schrieb er, dass man "homosexuell empfindenden Menschen, denen therapeutisch nicht geholfen werden kann, so zur Seite stehen" müsse, "dass es ihnen möglich ist, mit ihrer Prägung möglichst enthaltsam zu leben". Im letzten Jahr betonte er, dass er keine homosexuellen Priester dulden könne.

Alle diese Äußerungen werden durch die Aussagen in der "Welt" nicht zurückgenommen. Im Gegenteil plädiert Diener für eine Pluralität der Glaubensansichten innerhalb der evangelischen Kirche – und damit auch für Toleranz gegenüber den evangelikalen Haltungen zur Homosexualität. (cw)

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Tags: michael diener, evangelische kirche
Schwerpunkte:
 Evangelische Kirche
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Reaktionen zu "Evangelikalen-Chef gibt sich tolerant"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
15.12.2015
15:34:23


(-2, 8 Votes)

Von Johannes45


Da antworte ich nur freundlich dem Herrn Michael Diener, dass eine Reihe christlicher Kirchen mittlerweile reguläre kirchliche Trauungen für verheiratete homosexuelle Paare kirchenrechtlich erlaubt haben.

2015 sind hier insbesondere lobenswert zu nennen:

* die lutherische Norwegische Kirche
* die anglikanische Episcopalcurch in den Vereningten Staaten
* die Presbyterian Church (USA)

Diese drei weiteren Kirchen gehören nunmehr zu einer Reihe protestantischer, anglikanischer und altkatholischer Kirchen, wo homosexuelle Paare nach ihrer Eheschließung am Standesamt eine reguläre kirchliche Trauung erhalten können.

----> Auch ein Herr Diener wird lernen müssen, dass Seine Haltung in immer mehr christlichen Kirchen des Protestantismus, des Anglikanertums und des Altkatholizismus nicht mehr mehrheitsfähig ist und er hier eine diskriminierende Aussenseiterhaltung vertritt.

Seine Haltung ist auch in keiner Weise durch Aussagen der Bibel zu rechtfertigen.


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#2
15.12.2015
15:54:00


(+6, 6 Votes)

Von Salome


"Seine Haltung ist auch in keiner Weise durch Aussagen der Bibel zu rechtfertigen."

Nicht? Wieso nicht?


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#3
15.12.2015
16:32:33


(+4, 6 Votes)

Von Robin


Mit anderen Worten:
er ist weiterhin seiner homophoben Meinung und will Schwule "heilen" und drot ihnen mit der "Strafe Gottes". Nur, dass er jetzt auch andere Meinungen tolerieren will - wogegen er eh nichts tun kann. Oder meint der etwa, die ganze Welt richte sich nach ihm?!


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#4
15.12.2015
17:27:22


(+5, 5 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


"Die Botschaft hör ich wohl. Allein: mir fehlt der Glaube," um es mal mit Goethe zu sagen.


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#5
15.12.2015
17:35:35


(+8, 8 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Auch ein kreidefressender Wolf bleibt ein Wolf in seiner "Praegung", Herr Diener


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#6
15.12.2015
21:33:25


(+2, 4 Votes)

Von Carsten AC


Wen interessiert schon das Geschwafel irgendwelcher Religions-Fuzzis...

Deren Gelaber ist doch eh nur taktisch motiviert und die machen nichts ohne Hintergedanken. Wenn die einen umarmen, dann nur um einem das Messer in den Rücken zu rammen.

Ob sowas mich akzeptiert ist mir schnurzegal. Die sollen nur endlich aufhören, sich ständig in Politik einzumischen und ihre Schäfchen aufzuhetzen.


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#7
16.12.2015
05:57:10


(+1, 7 Votes)

Von Johannes45
Antwort zu Kommentar #2 von Salome


"Seine Haltung ist auch in keiner Weise durch Aussagen der Bibel zu rechtfertigen."

Nicht? Wieso nicht?

--> Weil nach heutiger vorherrschender historisch-kritischer Bibelauslegungsmethode, die in den Landeskirchen der EKD gelehrt und gepredigt wird, es vollkommen klar ist, dass die Autoren der Bibel keine Erkenntnisse zur Homo- und Bisexualität hatten und Ihnen die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem 20./21. Jahrhundert aus der Psychologie, aus der Soziologie und den Humanwissenschaften nicht vorlagen. Es findet sich kein einziges Wort zur Homosexualität in der Bibel. Du wirst dort Worte wie "schwul", "lesbisch", "homosexuell" oder auch "bisexuell" nirgendwo in der Bibel finden.


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#8
16.12.2015
13:36:57


(+3, 3 Votes)

Von olfwob


Alleine durch das Wort "Prägung" disqualifiziert er sich selber. Ich empfinde solche Leute echt als Bedrohung. Andererseits kenne ich meine Gegner lieber, als dass sie mir ins Gesicht lächeln und mich heimlich verachten.


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#9
16.12.2015
18:42:04


(+1, 3 Votes)

Von Salome
Antwort zu Kommentar #7 von Johannes45


"Weil nach heutiger vorherrschender historisch-kritischer Bibelauslegungsmethode, die in den Landeskirchen der EKD gelehrt und gepredigt wird, es vollkommen klar ist, dass die Autoren der Bibel keine Erkenntnisse zur Homo- und Bisexualität hatten und Ihnen die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem 20./21. Jahrhundert aus der Psychologie, aus der Soziologie und den Humanwissenschaften nicht vorlagen."

Komisch, normalerweise bestehst du darauf, dass es "die" EKD nicht gäbe, sondern dies nur ein loser Verband der evangelischen Landeskirchen sei. Jetzt hingegen soll in "der" EKD plötzlich eine einhellig positive Meinung zum Thema Homo- und Bisexualität vorliegen. Erzähl das mal beispielsweise der evangelischen Landeskirche in Württemberg die bis heute ablehnt, homosexuelle Partnerschaften zu segnen:
Link zu www.elk-wue.de

"Es findet sich kein einziges Wort zur Homosexualität in der Bibel."

Ach ja? Das sieht allerdings die überwiegende Mehrheit der christlichen Kirchen (allen voran die katholische und die orthodoxe) völlig anders. Auf das gesamte Christentum betrachtet handelt es sich um eine krasse Minderheitenmeinung wenn man sagt, die Bibel würde Homosexualität nicht thematisieren. Viel schlimmer noch! Die allermeisten christlichen Konfessionen sagen, dass die Bibel Homosexualität negativ bewerte, selbst die meisten evangelischen Landeskirchen räumen das ein.

"Du wirst dort Worte wie "schwul", "lesbisch", "homosexuell" oder auch "bisexuell" nirgendwo in der Bibel finden."

Nicht? Wenn ich in der "richtigen" Bibel lese steht das sehr wohl da. Beispielsweise bei der in den USA und bei Evangelikalen weltweit extrem populären NIV Übersetzung:
Link zu www.christianpost.com

Ich sag dir was, ich fände es ja auch toll wenn alle Christen das einzig vernünftige täten und ganz klar bekennen, dass in der Bibel von Homo- und Bisexualität gar nicht die Rede sein KANN, weil diese ungebildeten Ziegenhirten welche die Bibel einst schrieben keine Vorstellung davon hatten, was eine gleichgeschlechtliche Beziehung nach unserem heutigen Verständnis überhaupt sein soll, doch diese Art der Bibelauslegung ist bis heute der Ausnahmefall. Tu also nicht so, als ob es hier einen breiten Konsens gäbe. Du machst dir damit nur selbst etwas vor.


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