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  • 15.12.2015, 20:18h           26      Teilen:   |

Von Beverfoerde und ihre Freunde

Europaweite Bürgerinitiative gegen die Homo-Ehe

Artikelbild
Hedwig von Beverfoerde und ihre Mitstreiterinnen Ludovine de La Rochère (Frankreich) und Željka Markić (Kroatien).

Erzkonservative Gruppen wollen eine Million Unterschriften sammeln, damit die EU Ehe und Familie rein heterosexuell definiert. Mit dabei: Hewdig von Beverfoerde.

Von Norbert Blech

Die Europäische Kommission hat eine europaweite Bürgerinitiative angenommen, die sich gegen LGBT-Rechte wendet. Mit der am Dienstag bekannt gewordenen Registrierung der Mischung aus Petition und Volksbegehren haben Homo-Gegner nun ein Jahr Zeit, mindestens eine Million gültige Unterstützungsbekundungen in einem Viertel aller EU-Mitgliedsstaaten zu sammeln.

Der von der Organisation "Vater, Mutter, Kind" eingebrachte Entwurf (PDF) einer "Verordnung des Rates zum Schutz von Ehe und Familie" sieht vor, dass die EU in eigenen Rechtsgebieten die Ehe als Verbindung aus Mann und Frau definieren müsse. Begriffe wie "Familie" und "Familienleben" sollen zudem ausdrücklich nur Eheleute, deren Kinder und direkte Verwandte umfassen.

Mitgliedsstaaten sollen dem Entwurf zufolge nicht verpflichtet werden, andere Familienmodelle aus anderen Staaten in irgendeiner Form rechtlich anzuerkennen. Regelungen zu nicht-ehelichen Lebenspartnern aus der Freizügigkeitsrechtlinie sollen ebenso wegfallen wie Bestimmungen der EU zum Umgang mit Familienangehörigen von Opfern von Straftaten.

Die Initiative beklagt in dem Entwurf "Auflösungserscheinungen der Familie, die ihrerseits das Gemeinwohl der Gesellschaft" gefährdeten. Die rechtliche Anerkennung einer Ehe basiere nicht "auf dem Bestehen von Liebesgefühlen", sondern "auf den erhofften Beitrag zum Gemeinwohl" durch Kinder, heißt es weiter in dem Entwurf. Länder sollten nicht gezwungen werden, "Definitionen von 'Ehe' und 'Familie' anzuerkennen, die zur öffentlichen Ordnung im eigenen Land in Widerspruch stehen". Zuvor wird ausdrücklich die Ehe zwischen Menschen gleichen Geschlechts erwähnt.

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Europäische Homo-Hasser mit US-Unterstützung

Der Päpstliche Rat für die Familie wies am Dienstag bereits auf die Initiative hin
Der Päpstliche Rat für die Familie wies am Dienstag bereits auf die Initiative hin

Während im Webauftritt der Initiative "Vater, Mutter, Kind" so getan wird, als gehe es eigentlich nur um eine Vereinheitlichung von Sprachregelungen, zeigt die Liste der Organisatoren die homophobe Zielrichtung.

Hinter der Initiative, zu deren Unterzeichnung am Dienstag bereits der Vatikan aufrief, stecken mehrere prominente erzkonservative Aktivisten, darunter Ludovine de La Rochère, Präsidentin von "La Manif Pour Tous", der französischen "Demo für alle"-Bewegung gegen die Ehe-Öffnung.

Ihr französischer Mitstreiter Grégor Puppinck arbeitet für das "European Center for Law and Justice", das zum "American Center for Law and Justice" gehört, das vom Fernsehprediger Pat Robertson gegründet wurde und in den letzten Jahren vor allem gegen die Ehe-Öffnung kämpfte. Der slowakische Rechtsanwalt Roger Kiska ist von dort zum europäischen Arm der US-Gruppe "Alliance Defending Freedom" gewechselt, die sich um den juristischen Kampf von Homo-Gegnern kümmert – von seinem Sitz in Wien aus wollte er schon queer.de untersagen lassen, die fundamentalistische Autorin Gabriele Kuby als "Homo-Hasserin" zu bezeichnen und Leserdiskussionen über sie zuzulassen.

Als "Ehrenmitglied" bezeichnet die Initiative den deutschen Philosophen Robert Spaemann, der selbst an einer "Demo für alle" teilgenommen hatte; deren Organisatorin Hedwig von Beverfoerde wird auf der gemeinsamen europaweiten Webseite der erzkonservativen Aktivisten, "Agenda Europe", als deutsche Kontaktperson für die Initiative genannt.

Weitere Vertreter sind die Organisatorin des erfolgreichen kroatischen Referendums für ein Ehe-Verbot für Homo-Paare sowie die Organisatorin einer ungarischen Online-Petition gegen die vermeintliche "Gender-Ideologie". Auch Maria Hildingsson, die Generalsekretärin des europäischen Dachverbands katholischer Familienorganisationen, ist mit von der Partie.

Initiatoren sammelten schon einmal genügend Unterschriften

Die allseits bekannte Anti-LGBT-Aktivistin Hedwig von Beverfoerde war das deutsche Gesicht einer früheren Initiative
Die allseits bekannte Anti-LGBT-Aktivistin Hedwig von Beverfoerde war das deutsche Gesicht einer früheren Initiative (Bild: Youtube-Screenshot)

Hat die Initiative Erfolg, haben sich Vertreter der Kommission mit den Organisatoren zu treffen, auch muss es im EU-Parlament eine Anhörung zum Thema geben, an denen auch Vertreter der Kommission teilzunehmen haben. Diese muss danach das Anliegen rechtlich prüfen und eine Stellungnahme abgeben, die Initiative allerdings nicht umsetzen.

Die Möglichkeit der Europäischen Bürgerinitiative war durch den Vertrag von Lissabon beschlossen worden. Seit dem Inkrafttreten am 1. April 2012 haben zwei Initiativen, "Wasser ist ein Menschenrecht!" und "Einer von uns", die nötigen Unterschriften der Kommission vorgelegt. Während die EU bei der Wasser-Frage weitere Konsultationen vorschlug, hatte sie "Einer von uns" komplett abgelehnt.

Die Initiative zum Schutz menschlicher Embryonen war teils von den gleichen Leuten angestrebt worden wie die Ehe-Initiative. Deutsche Sprecherin war bereits damals von Beverfoerde. Sie erreichte in Deutschland das nötige Quorum von 74.250 Stimmen, insgesamt wurden fast 1,9 Millionen Unterschriften gesammelt.

Beverfoerde bekam damals Unterstützung u.a. von Spaemann, mehreren katholischen Bischöfen (darunter Joachim Meisner und Rainer Maria Woelki), dem Zentralkomitee Deutscher Katholiken, der Heilsarmee und vom Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb.

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Tags: bürgerinitiative, homo-ehe, ehe-öffnung, demo für alle, hedwig von beverfoerde
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Reaktionen zu "Europaweite Bürgerinitiative gegen die Homo-Ehe"


 26 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
15.12.2015
20:41:59


(+9, 9 Votes)

Von Heiner


"Mit dabei: Hedwig von Beverfoerde."

Diese Fanatikerin kann einfach die Fakten nicht akzeptieren und will allen ihren Wahn aufzwingen...


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#2
15.12.2015
20:49:12


(+7, 7 Votes)

Von gay dar


merkwürdig, aber bei allen drei frauen auf dem obersten bild schlägt mein lesbenradar aus!


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#3
15.12.2015
20:51:49


(+13, 13 Votes)

Von Robin


Das passiert, wenn man Aufklärung verhindert und Bürger dumm hält.

Dann kommen solche vom Hass zerfressenen Fanatiker dabei raus.


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#4
15.12.2015
20:54:33
Via Handy


(+8, 8 Votes)

Von Ehla


Wir müssen uns endlich besser Organisieren!

Schreibt auch auf der Facebookseite von der "Demo für alle"!


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#5
15.12.2015
20:58:15


(+5, 7 Votes)

Von Timon


"Die Europäische Komission hat eine europaweite Bürgerinitiative angenommen, die sich gegen LGBT-Rechte wendet."

Wieso nimmt die EU eine Bürgerinitiative an, die sich gegen ihre eigene Grundrechtecharta wendet? Dort steht in Art. 21, dass niemand aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung diskriminiert werden darf!

Würde die EU auch eine Bürgerinitiative für die Todesstrafe annehmen? Oder sind die Homohasser in der EU schon so stark, dass die EU jetzt ganz offiziell LGBTI diskriminieren will.

Sollte diese Hass-Initiative Erfolg haben, sollten alle homofreundlichen Staaten aus der EU austreten. Dann kann der traurige EU-Rest gucken, was daraus wird...


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#6
15.12.2015
21:28:43


(+5, 9 Votes)

Von Carsten AC


Dank der vorschnellen EU-Ost-Erweiterung wird diese Fascho-Initiative wohl alleine schon dank der Homohasser aus Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, den baltischen Staaten, etc. das Quorum erreichen.

Wenn die EU wirklich so eine Initiative gegen die EU-Grundrechtecharta annimmt, wäre das das Ende der EU. Um so eine EU wäre das aber auch nicht schade...


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#7
15.12.2015
21:28:48


(+6, 6 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Vom "Ehrenmitglied", Gattungs- und Begattungsexperten Robert Spaemann btw hier ein herzlicher Gruß an uns Mängelwesen:

"Spaemann: Unter meinen guten Freunden sind mehrere Homosexuelle. Mit denen bin ich darin einig, dass die Abwesenheit der Anziehungskraft des anderen Geschlechts ein anthropologisches Manko ist.

WELT ONLINE: Wieso?

Spaemann: Weil auf dieser Anziehungskraft die Fortexistenz der menschlichen Gattung beruht. Darum kann man nicht sagen, die Abwesenheit dieser Anziehungskraft sei so normal wie die Existenz dieser Anziehungskraft. Auf dem einen beruht die Fortexistenz der Gattung und auf dem anderen eben nicht. Da fehlt etwas. Das muss jemand doch sogar, wenn es falsch wäre, sagen dürfen, ohne dass ihm Homosexuellenhass angehängt wird. Das ist geradezu lächerlich, wenn ich an meine homosexuellen Freunde denke."

Weitere Funfacts hier:
Link zu www.welt.de


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#8
15.12.2015
21:44:35


(+7, 9 Votes)

Von Kämpfen
Antwort zu Kommentar #4 von Ehla


Volle Zustimmung!

Wir schweigen viel zu oft und akzeptieren viel zu viel.

Wir betteln nicht um irgendwelche Almosen, die man uns gnädigerweise gibt, sondern es geht um unsere Rechte, die uns zustehen und die man uns illegalerweise vorenthält.

Wir sollten uns keinerlei Ungerechtigkeit und Diskriminierung mehr gefallen lassen.

Und wir sollten auch endlich mal bei Wahlen alle wählen gehen und nur noch solche Parteien wählen, die uns zu 100% gleichstellen wollen und das (im Gegensatz zur SPD) auch halten.

Die Schonzeit ist vorbei.

Ausreden und Vertröstungen haben wir lange genug gehört.

Jetzt sollten wir uns NICHTS mehr bieten lassen...


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#9
15.12.2015
23:36:58


(+6, 6 Votes)

Von Klare Kante


Hedwig von Bevervoerde und Beatrix von Storch müssen es mal wieder herausfordern! Es reicht wohl nicht, daß die beiden Schrapnellen vor dem Landgericht Berlin eine krachende Niederlage bei ihrem Kampf gegen die Schaubühne Berlin hatten, sie müssen auch noch auf europäischer Ebene wie entfesselte Furien die Kriegsbeile schwingen!

Aber das Vorhaben der Organisation "Vater, Mutter, Kind" ist zum Scheitern verurteilt, denn Familie ist weitaus mehr als "Vater, Mutter, Kind": Kinder in Regenbogenfamilien - das haben viele Studien und Erfahrungsberichte gezeigt - viel behüteter sowie aufgeschlossener - auf als in Heterofamilien!

Bisher ist es nicht vorgekommen, daß Kinder in Regenbogenfamilien sexuell mißbraucht oder körperlich mißhandelt werden! Sowas kommt in Heterofamilien weitaus öfter vor! Ebenfalls ist es widerlegt, daß Kinder in Regenbogenfamilien die sexuelle Orientierung ihrer Eltern (schwul bzw. lesbisch) "annehmen" (sorry, mir fiel leider kein besserer Ausdruck dafür ein, aber jeder ist so auf Draht, daß er weiß, was ich damit meine)! Sicher, es gibt Kinder in Regenbogenfamilien, die sich sehr sicher sind, daß sie auch Gefühle und Neigungen für das eigene Geschlecht hegen, aber ist es nicht DAS WICHTIGSTE, daß Liebe keine Grenzen, Schranken und Orientierungen kennt?

Ich wünsche allen Regenbogenfamilien, daß sie gesund bleiben und ihren Kindern das Gefühl geben, wichtig und das Allerliebste auf der Welt zu sein! Laßt Euch nicht von Schreckschrauben wie von Bevervoerde, von Storch, Kuby, Kelle und Petry vorschreiben, wie ihr zu leben habt!


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#10
15.12.2015
23:43:11


(+8, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von antos


So funny find ich Prof. Spaemann nicht.

Der Mann wird, obwohl er bestenfalls Plattitüden von sich gibt, als Philozopf allgemein geachtet und in den Medien überall interviewt.

In Wirklichkeit ist der Ehrendoktor der klerikalfaschistischen Opus Dei-Uni Navarra in Francos Spanien ein menschenfeindlicher Ideologieproduzent und homophober Fanatiker aus dem Ratzinger-Umfeld.

Ein bis heute unbelehrbarer Zeitzeuge der NS-Verfolgung mit frommer Tarnkappe.


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