Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?25244

Warum sollen Regenbogenfamilien mehr bezahlen als Hetero-Familien? (Bild: flickr / Caitlin Childs / by 2.0)

Bei Freibad-Besuchen wird Regenbogenfamilien der Familienrabatt verweigert. Dagegen regt sich nun im Stadtrat Widerstand.

Die Diskriminierung von Familien mit schwulen oder lesbischen Eltern stand am Montag auf der Tagesordnung des Stadtrates in der westfälischen 14.000-Einwohner-Gemeinde Bad Laasphe (Kreis Siegen-Wittgenstein). Die SPD-Ratsfrau Margot Leukel hat nach WAZ-Angaben im Ausschuss für Freizeit, Jugend, Soziales und Sport beklagt, dass die in den beiden städtischen Freibädern verkauften Familienkarten Regenbogenfamilien ausschließen würden.

Leukel habe in der vergangenen Saison selbst erlebt, wie sich ein gleichgeschlechtliches Elternpaar darüber geärgert habe, dass es den vollen Preis zahlen musste, während Hetero-Paare mit Kindern eine Ermäßigung erhalten.

Für die kommende Saison werde nun überprüft, ob die derzeitige Regelung noch zeitgemäß sei, sicherte Volker Kohlberger von der Stadtverwaltung zu. Er wies aber darauf hin, dass es für diese Karten gewisse Grenzen geben müsse. So dürften laut Kohlberger die Tickets bislang nur von Eltern mit ihren leiblichen Kindern erworben werden; es ist allerdings unklar, warum Adoptiv- oder Pflegeeltern ausgeschlossen sind oder wie dies vor Ort überprüft werden soll. Auch Großeltern dürften nicht ermäßigt mit ihren Enkeln das Freibad besuchen.

Forderung: Gleichbehandlung oder Abschaffung des Tickets

Im Ausschuss setzte sich Leukel dafür ein, Familienkarten grundsätzlich an ein bis zwei Erwachsene und ihre Kinder abzugeben. Wenn dies nicht möglich sei, sollte die Familienkarte ganz abgeschafft werden.

Derzeit kostet die Familieneinzelkarte für Eltern mit Kindern im städtischen Wabach-Bad 7,50 Euro. Erwachsene zahlen 3,50 Euro pro Person, Kinder und Jugendliche 1,80 Euro. Eine Familienkarte für eine ganze Saison wird für 130 Euro angeboten.

Streit um Familienkarten gab es zuvor bereits vereinzelt in anderen Orten: So hatte der Leipziger Zoo bis 2013 ebenfalls nur Hetero-Paare und deren Kinder als Familien angesehen (queer.de berichtete). Der Klagenfurter Miniaturenpark "Minimundus" akzeptierte erst nach einer Welle des Protestes auch Regenbogenfamilien für sein Familienticket (queer.de berichtete). (dk)



#1 FredinbkkProfil
#2 SebiAnonym
  • 16.12.2015, 18:47h
  • Ein weiterer Beleg dafür, dass Deutschland endlich ein richtiges Anti-Diskriminierungs-Gesetz braucht.

    Genau das, was Union und SPD uns verweigern und was auch die FDP unnötig findet.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FelixAnonym
  • 16.12.2015, 19:02h

  • Diese unverschämte Diskriminierung ist familienfeindlich und ein Schlag ins Gesicht der Eltern und des Kindes.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 David77Anonym
  • 16.12.2015, 19:24h
  • Und was machen Alleinerziehende? Sind die etwa auch keine Familie? Warum sollen die bitteschön die ehelichen und familiären Privilegien von anderen mittragen??
    Soviel zum vielgepriesenen Schutz von "Ehe" UND von "Familie".
    Ach nee, es heißt wohl "Eheundfamilie".

    Ich dachte, es sei geregelt, dass ALLE Kinder denselben Schutz genießen, egal ob ehelich, unehelich, adoptiert, etc...
    Müsste hier nicht ein Verstoß gegen das GG vorliegen?
  • Antworten » | Direktlink »
#5 David77Anonym
#6 andreMucAnonym
  • 16.12.2015, 20:25h
  • Antwort auf #1 von Fredinbkk
  • Auch wenns nicht zum Artikel paßt sondern nur zu Deinem Beitrag. Ganz sicher keine Diskriminierung von Touris. Sonst würde ja kein Thai, die eigenen Sehenswürdigkeiten sehen können. Für Ausländer ist der höhere Preis OK und immer noch billig. Wer da meckert, ist dort irgendwie falsch. Ist aber nicht immer so. "Sanctuary of Truth" der der Teakholztempel in Naklua dort haben Touristen und Thais den gleichen Preis zu zahlen. 500 Baht. Ich lache darüber, meinem thailändischen Freund ist, vor Schreck, das Gesicht eingeschlafen. Habs Ihm natürlich bezahlt, nach langer Diskussion. Ihm war es wohl unangenehm. Tja so sind die eben.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 sanscapote
  • 16.12.2015, 20:31h
  • Ich kenne noch Laasphe in der Nähe von Marburg/Lahn als kleines unbekanntes Nest. Nun hat es sich zu einem "Bad" gemausert, ist aber in der Gesinnung anscheinend noch immer ein Nest.
    Wer sind interessanterweise die zustaendigen Stadtratsmitglieder und fuer welche Parteien sowie deren Adressen?
    Das homophobe Verhalten im oeffentlichen kommunalen Dienst muss geahndet werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 paren1957Ehemaliges Profil
  • 16.12.2015, 22:50h
  • Bin mal gespannt, wie die Sache ausgehen. Siegen-Wittgenstein ist ja stark calvinistisch geprägt. Auch die örtliche "Siegener Zeitung" veröffentlich ja immer wieder genussvoll homophobe Leserbriefe, in denen auch gerne mal der 3. Mose zitiert wird. Die Hardcore-Christen liefern sich auch sonst immer wieder fundamentalistische Debatten. Aufklärung ist einfach Teufelszeug. Es gilt das, was in der Bibel steht. Wörtlich. Basta. Wer etwas dagegen hat, ist moralisch verkommen und linksradikal.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 LucaAnonym
  • 17.12.2015, 13:24h

  • Das ist echt eine Frechheit, wie offen da diskriminiert wird.

    Es muss endlich Gesetze geben, die sowas unterbinden.

    In vielen anderen Staaten gibt es die bereits. Wieso nicht in Deutschland? Wieso darf in Deutschland weiterhin nach Lust und Laune diskriminiert werden?!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 YannickAnonym
  • 17.12.2015, 14:54h
  • Entweder gilt das Familienticket diskriminierungsfrei für alle Familien oder man schafft es ab.

    Alles andere ist eine kinderfeindliche Perversion.
  • Antworten » | Direktlink »