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  • 10. März 2005, noch kein Kommentar

Das Kino-Musical aus dem Jahre 1939 avancierte zum schwulen Kult. Eine restaurierte Fassung ist jetzt auf der Leinwand zu sehen.

Von Christian Scheuß

1938 wurde Disneys erfolgreichstes Werk "Schneewittchen und die sieben Zwerge" auf die Leinwand gebracht. 1939 gedachte der MGM-Chef Louis B. Mayer, sich an Disneys Erfolg zu orientieren und die Rechte an Baums Buch "The wonderful wizard of Oz" für eine Verfilmung zu erwerben. Im selben Jahr begannen die Dreharbeiten.

Die erste Wahl für die Rolle der Dorothy fiel auf den damaligen Kinderstar Shirley Temple, die bei der 20th Century Fox unter Vertrag war. Nachdem diese sich aber nicht bereit erklärten, Temple für das Projekt freizustellen, fiel die Wahl auf das andere Nachwuchstalent, die 16-jährige Judy Garland, die bereits seit drei Jahren für MGM arbeitete.

Auch an der Musik wurde bereits gefeilt. Nachdem Harold Arlen die Melodien niedergeschrieben hatte, kam Produzent E.Y. Harburg die Idee, Dorothy, die bis dahin ein farbloses Leben auf der Farm in Kansas geführt hatte, von einem farbenfrohen Ort jenseits des Regenbogens träumen zu lassen. So entstand der Text, der den Song so berühmt machte. Im Jahre 2004 wurde das Lied "Over the Rainbow" vom American Film Institute zum besten Filmsong aller Zeiten gewählt.

Mit der Story, der Besetzung und der Musik war der Grundstein für einen grandiosen Erfolg gelegt, den so niemand erwartet hatte. Bei der Oscarverleihung 1940 räumte "Der Zauberer von Oz" gleich drei Preise ab. Neben den Oscars für Musik und Song erhielt auch Judy Garland einen Spezial-Oscar.

Die fantastische Story ist schnell erzählt: Die kleine Dorothy lebt auf einer kleinen Farm in Kansas, als ein Wirbelsturm sie samt dem Haus und ihrem Hund Toto in das Zauberland Oz trägt. Verzweifelt macht sie sich auf den Weg in die Smaragdenstadt, wo der mächtige Zauberer von Oz wohnt – nur er kann ihr die Rückkehr nach Hause ermöglichen. Unterwegs trifft sie eine Vogelscheuche, die sich Verstand wünscht, einen Blechholzfäller, der ein Herz begehrt, und einen ängstlichen Löwen, der so gerne mutig wäre.

Interessanterweise entwickelte sich im Lauf der Jahrzehnte vor allem in der schwulen Szene in den USA ein unglaublicher Kult um den Film, nicht nur wegen "Over the Rainbow". So avancierte das Zitat "Are you a friend of Dorothy?" zu einem Codewort, um dem anderen seine Homosexualität zu signalisieren.

Bei diesem Film zog die Traumfabrik Hollywood alle Register ihres Könnens. Vor allem bunt sollte es sein, um das gerade neu entwickelte Farbfilm-System zur vollen Geltung zu bringen. Das Musical ist jetzt in der restaurierten Fassung, mit Digitalton und erstmals auch im Original wieder im Kino zu sehen.

10.03.2005