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Das Parlament in Lissabon (Bild: K.H.Reichert / flickr / by 2.0)

Fünf Jahre nach der Ehe-Öffnung wagt das Land dank neuer Parlamentsmehrheit einen weiteren Schritt.

Schwule und lesbische Paare können in Portugal künftig auch Kinder adoptieren: Die linke Parlamentsmehrheit stimmte am Freitag in zweiter und letzter Lesung für einen Gesetzentwurf, der den Paaren ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht oder auch das Recht zur Stiefkind- oder Sukzessivadoption bringt.

Das Land hatte 2010 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, den gleichgeschlechtlichen Paaren aber kein Adoptionsrecht eingeräumt. Kinder adoptieren konnten nur Einzelpersonen oder heterosexuelle Paare, egal, ob diese in einer Ehe lebten oder nicht. In den letzten Jahren waren vier gesetzgeberische Anläufe zu einem Adoptionsrecht für Homo-Paare an der Mitte-Rechts-Koalition gescheitert.

Auch als das Parlament im November in erster Lesung für den Entwurf stimmte, war nicht abzusehen, was aus ihm werden würde: Zwar hatte die Regierung unter Pedro Passos Coelho die Mehrheit im Parlament verloren; der Politiker der "Sozialdemokraten", wie die Konservativen in Portugal heißen, war aber zunächst vom Präsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt worden.

Inzwischen führt der Sozialist António Costa eine von einem Linksbündnis gestützte Regierung. Mit dessen Mehrheit und einigen Stimmen der Sozialdemokraten, wenngleich nicht vom früheren Regierunschef, wurde nun der Entwurf verabschiedet.

Das neue Gesetz, das noch vom Präsidenten verlesen werden muss, sieht auch vor, dass zwei Väter oder Mütter in staatliche Geburtsurkunden eingetragen werden können, und gibt den Paaren teilweise ein Recht auf künstliche Befruchtung.

Mit der Entscheidung aus Lissabon beginnt ein spannendes Jahresende für Homo-Rechte: Am Sonntag entscheiden die Slowenen über ein Referendum gegen die vom Parlament beschlossene Ehe-Öffnung, am Montag urteilt das Wiener Verwaltungsgericht über das bestehende Ehe-Verbot in Österreich und am Dienstag könnte Griechenland die erste Hürde auf dem Weg zu Eingetragenen Partnerschaften für Homo-Paare überwinden.



#1 GastAnonym
  • 18.12.2015, 23:00h

  • Ich freu mich für die Potugiesen und habe immer mehr das Gefühl in diesem Land im Mittelalter zu leben.
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#2 Klare KanteAnonym
  • 19.12.2015, 00:13h
  • Mit der Entscheidung hat das erzkatholische Land im Südwesten Europas Deutschland überholt! Sehr erfreulich ist auch, daß in Griechenland die erste Hürde zur Einführung der ELP überwunden wurde!

    Mit Einführung des Adoptionsrechtes für schwule und lesbische Paare hat Portugal der Katholischen Kirche den blanken Hintern und den Stinkefinger gezeigt und das sollten die griechischen Politiker mit der Orthodoxen Kirche genauso machen!
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#3 2354t67iAnonym
  • 19.12.2015, 00:55h
  • Dass das Wiener Verwaltungsgericht über das Eheverbot urteilt ist mir neu.

    Aber wär cool, wenn Österreich die Ehe für alle dadurch bekäme.
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#4 SebiAnonym
  • 19.12.2015, 10:28h
  • Herzlichen Glückwunsch Portugal!

    Damit ist auch Portugal wieder mal weiter als Deutschland.
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#5 David77Anonym
  • 19.12.2015, 10:42h
  • "der Politiker der "Sozialdemokraten", wie die Konservativen in Spanien heißen"

    Ähem... In Portugal...

    "waren [...] an der MITTE-RECHTS-Koalition GESCHEITERT."

    "Nach Machtwechsel"

    " Die LINKE Parlamentsmehrheit stimmte [...] FÜR einen Gesetzentwurf,"

    "Inzwischen führt der SOZIALIST António Costa eine von einem LINKSBÜNDNIS gestützte Regierung"

    Komisch... kaum ist eine LINKE Regierung in einem westeuropäischen Land an der Macht, klappt es auch schon mit der Gleichstellung...

    Aber das negiert ja unser "Mitte-Rechts-Liberaler" Tinnitus gerne...
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#6 Carsten ACAnonym
  • 19.12.2015, 10:53h
  • Das freut mich insbesondere für die Kinder.

    Nicht nur, dass Kinder besser in Familien, in einem stabilen, liebevollen Zuhause aufwachsen als im Heim oder auf der Straße.

    Sondern es ist Fakt, dass Kinder in schwulen oder lesbischen Familien aufwachsen - ob es den Homohassern passt oder nicht. Und ein Adoptionsrecht erkennt diese Kinder an und gibt ihnen mehr Rechtssicherheit und viele alltagspraktische Erleichterungen im täglichen Leben.

    Außerdem kommen alle seriösen Studien zu dem Schluss, dass Kinder in homosexuellen Familien mindestens genauso gut aufwachsen wie bei Heteros. Diese Kinder werden auf jeden Fall niemals von ihren Eltern verstoßen, weil sie nicht irgendeiner gesellschaftlichen "Norm" entsprechen.

    Der gegen die Volladoption ist, schadet vor allem Kinder. Solche Menschen und Parteien instrumentalisieren Kinder, um mit Lügen ihren Hass zu verbreiten. Nicht wir schaden Kindern, sondern die Homohasser.
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#8 RobinAnonym
  • 19.12.2015, 13:49h
  • Kaum wurde die Mitte-Rechts-Regierung durch ein Linksbündnis abgelöst, geht es auf einmal.

    Danke Portugal...
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#9 gatopardo
  • 19.12.2015, 15:57h
  • Antwort auf #5 von David77
  • Ein grosser gesellschaftlicher Fortschritt im Nachbarland. Mein Bruder lebt mit seiner Frau in Portugal und wir fahren in wenigen Stunden mehrmals im Jahr nach dort. Mein Eindruck bestätigt mir aber jedesmal, dass die Bevölkerung bedeutend weniger Zustimmung signalisiert als bei uns in Spanien. Was ist als halber Portugiese Deine Meinung zu dieser rein gefühlsmässigen Einschätzung ?
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#10 Wie hierAnonym
  • 19.12.2015, 17:29h
  • Antwort auf #5 von David77
  • "der Politiker der "Sozialdemokraten", wie die Konservativen in Spanien heißen"

    Nicht nur in Spanien.

    Auch in Deutschland sind die angeblichen "Sozialdemokraten" die Konservativen. Bzw. eigentlich müsste es heißen: die "fanatischen Homohasser". Denn konservativ wäre es, Liebe zu achten statt sie zu verdammen, wie die Konservativen in den Niederlanden, den skandinavischen Ländern, Großbritannien, Irland, etc. zeigen.
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