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  • 19.12.2015, 12:23h           7      Teilen:   |

Paragraf 175

Baden-Württemberg arbeitet Homo-Verfolgung auf

Artikelbild
Schwule Männer gerieten auch in den 1950er und 1960er Jahren ins Visier der Polizei (Bild: Sammlung Mühlenberg)

Das 190.000-Euro-Projekt der grün-roten Landesregierung untersucht auch die Kriminalisierung in der jungen Bundesrepublik.

Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) hat am Samstag den Start eines neuen Forschungsprojekts bekannt gegeben, mit dem die Verfolgung von homosexuellen Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus sowie die Unterdrückung von LGBT im 20. Jahrhundert im Südwesten Deutschlands aufgearbeitet werden sollen.

Die von der Universität Stuttgart zusammen mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ) erarbeiteten Forschungsergebnisse sollen im kommenden Frühjahr auf einer eigenen Internetseite veröffentlicht werden.

Herzstück des Forschungsvorhabens ist der Austausch zwischen Interessierten, Betroffenen und der Wissenschaft. Interessierte Bürger sollen sich aktiv in die Geschichtsaufarbeitung einbringen können. Erinnerungen und Dokumente von Zeitzeugen sollen die wissenschaftlichen Ergebnisse ergänzen. Für das Projekt stehen insgesamt rund 190.000 Euro zur Verfügung.

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Projekt macht "auf das begangene Unrecht aufmerksam"

"Auch im Südwesten Deutschlands wurden über einen langen Zeitraum hinweg viele Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität gesellschaftlich ausgegrenzt, kriminalisiert, verfolgt und sogar getötet", sagte die Ministerin. So habe die Verfolgung homosexueller Männer nach Paragraf 175 des deutschen Strafgesetzbuchs nicht mit dem Ende des NS-Regimes geendet, sondern sei auch im Nachkriegsdeutschland weitergeführt worden. "Mit unserem Projekt machen wir auf das begangene Unrecht aufmerksam und setzen als Landesregierung ein klares Zeichen gegen Homo- und Transphobie in unserer Gesellschaft", so Altpeter.

Die Aufarbeitung und Vermittlung der Lebenswelten und der Verfolgungsgeschichten sei in zweierlei Hinsicht wichtig für eine Demokratie, meinte Jörg Litwinschuh, der geschäftsführende Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld: "Zum einen geben sie LSBTTIQ-Menschen ihre Lebensgeschichte und damit ihre Würde zurück – sie zeigen der Bevölkerung die Geschichte sexueller Vielfalt. Und zum anderen stärken sie die Emanzipation durch Wissensvermittlung und Vernetzung."

Das Forschungsprojekt habe "Symbolcharakter für das Lernen aus der Geschichte weit über Baden-Württemberg hinaus", so Litwinschuh.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland beschlossen, die Verfolgungsgeschichte von Schwulen und Lesben in der jungen Bundesrepublik zu erforschen – ebenfalls in Kooperation mit dem IfZ und der Hirschfeld-Stiftung (queer.de berichtete). Die rot-grüne Landesregierung hatte dafür 100.000 Euro zur Verfügung gestellt. (cw)

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Tags: baden-württemberg, paragraf 175, verfolgung, katrin altpeter
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Reaktionen zu "Baden-Württemberg arbeitet Homo-Verfolgung auf"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
19.12.2015
13:05:08


(+5, 7 Votes)
 
#2
19.12.2015
16:20:28


(+7, 7 Votes)

Von Ulli_2mecs
Aus Hamburg
Mitglied seit 01.05.2008


Nicht vergessen werden zu erwähnen sollte, dass das Bundesland Hamburg bereits 2013 eine Ausstellung "Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945" hatte, die auch vom Bundesland gefördert und durch die Justizsenatorin und den Polizeipräsidenten eröffnet wurde.

Die Ausstellung war mehrfach in Hamburg zu sehen, zuletzt während der Pride Week 2015. Hier ein Bericht von der Eröffnung der Ausstellung 2013:

Link zu www.2mecs.de

Insofern trifft die Formulierung "als erstes" nicht ganz zu ...


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#3
19.12.2015
17:42:43


(+4, 6 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Schöne Aktivität des Kabinett Kretschmann,
dass bedauerlicherweise m.M.n.
zur Landtagswahl im März 2016 abgelöst werden wird und BaWü wieder CDU Hochburg wird,
was es bis 2011 immer war, nur Fukushima hatte hier für eine Unterbrechung gesorgt.

Die Zeit der Strafverfolgung nach dem Dritten Reich durch den 175er ist ebenso ein Skandal, wie die bis heute nicht durchgeführte Rehabilitierung der Verurteilten.

Die SPD hätte im Sommer 2015 nach der Bundesratsresolution zur Ehefueralle im Bundestag mehr tun müssen, Gabriel hielt hier die Finger still.

Pro-LGBT-Aktivititäen der regierenden Parteien (in diesem Fall die SPD) auf Landesebene sind zwar zu begrüssen, hinterlassen aber ein ambivalentes Gefühl, wenn in Berlin auf Bundesregierungs-Ebene nicht genauso gehandelt wird.


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#4
20.12.2015
12:59:28


(+1, 3 Votes)

Von derMichel
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ohne es genau zu Wissen, riecht das Ganze als ob bald wieder Landtagswahlen wären.
Was sind 190.000 Euro?
Ja, für mich persönlich viel, viel Geld, für ein Projekt dieser Art so gut wie nichts


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#5
20.12.2015
14:17:10
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von Marc


Haben sich denn die braunen Damen Beverfoerde, Kelle oder die Störchin noch gar nicht mit sprühender Empörung zu Wort gemeldet? Soooo viel Geld für die Homolobby?! Was man davon an konfessionellen Kindergärten oder Schwulenheilungsinstituten hätte sponsorn können...!


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#6
20.12.2015
14:41:06


(+2, 4 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #5 von Marc


Pssst... nicht so laut... sonst schicken die wieder ihren Iditioten sonstwo, der das dann in ihrem Auftrag macht.


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#7
21.12.2015
11:14:24


(+1, 1 Vote)

Von FIETE
Aus Eschenburg (Hessen)
Mitglied seit 22.12.2012


Ach ja....die bevorstehenden Wahlen,...wie könnte es auch anders sein.......
mir geht gleich einer ab.....
muss man denn immer noch erforschen.....
was allgemein bestens erforscht und bekannt ist.
Die Herrschaften ,... GRÜN +ROT .....sollten sich lieber darum kümmern,.......und darauf hinwirken, noch bestehende Diskrimminierung ab zu schaffen, und
die Opfer dieser unseligen Zeit ....
.... schnellstens zu rehabilitieren !!!


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