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  • 21.12.2015, 18:30h           3      Teilen:   |

Ethikverstoß

Österreich: Presserat rügt Foto vom CSD-Mord

Artikelbild
Die 16-jährige Shira Banki wurde beim Jerusalem Pride vom Attentäter Jischai Schlissel so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später an ihren Verletzungen starb

Die Tageszeitung "Heute" zeigte, wie ein jüdischer Extremist beim Jerusalem Pride einer 16-Jährigen ein Messer in den Rücken sticht – für das Kontrollgremium ein Ethikverstoß.

Der Österreichische Presserat beschäftigte sich laut einer Pressemitteilung vom Montag mit einem Foto zu dem Artikel "Schülerin (16) stirbt bei Schwulen-Parade", erschienen in der kostenlosen Tageszeitung "Heute" vom 4. August 2015. Auf dem Foto ist zu sehen, wie ein jüdischer Extremist einer in der Zwischenzeit verstorbenen 16-jährigen Schülerin ein Messer in den Rücken sticht.

Nach Ansicht des Presserats verstößt die Veröffentlichung dieses Fotos gegen die Punkte 5 (Persönlichkeitsschutz) und 6 (Intimsphäre) des Ehrenkodex für die österreichische Presse. Das Kontrollgremium hatte sich nach Leserbeschwerden mit dem Fall befasst.

In dem Artikel, zu dem das Foto gehört, wurde vom Tod der Schülerin Shira Banki wenige Tage später berichtet. Der Chefredakteur von "Heute" hielt in einer Stellungnahme gegenüber dem Presserat fest, dass das Bild, das den Messerstich zeigt, weltweit in allen relevanten Medien in Print, TV und online veröffentlicht worden sei. Im vorliegenden Fall seien die Eltern des Mädchens von sich aus an Presse und Öffentlichkeit getreten, hätten diese zu den Trauerfeierlichkeiten eingeladen und dort auch ein Manifest verlesen.

In dem Fall der Veröffentlichung eines Bildes, das genau den Augenblick zeigt, in dem ein Terrorist im Zuge des Anschlages auf "Charlie Hebdo" einen Polizisten erschossen hat, habe der Presserat ein öffentliches Interesse an der Veröffentlichung dieses Fotos bejaht. Dieser Grundsatz sei auch hier zu berücksichtigen, so der "Heute"-Chefredakteur.

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Persönlichkeiteinteressen vor Informationsinteresse

Der Presserat betonte jedoch, dass es sich bei dem Opfer der Straftat in Jeruslem um eine Jugendliche handelt. Punkt 6.3 des Ehrenkodex schreibt vor, dass vor der Veröffentlichung von Bildern und Berichten über Jugendliche die Frage eines öffentlichen Interesses daran besonders kritisch zu prüfen ist.

Dem Chefredakteur von "Heute" sei zwar darin zuzustimmen, dass grundsätzlich ein öffentliches Interesse an Berichten über eine Messerattacke durch einen jüdischen Extremisten besteht. Beim vorliegenden Bild gehe der Senat jedoch davon aus, dass die Persönlichkeitsinteressen der verstorbenen Schülerin gegenüber dem Informationsinteresse der Allgemeinheit überwiegen.

Dem Artikel war auch noch ein weiteres Foto beigefügt, dass die Verstorbene zu Lebzeiten zeigt. Dieses Foto stammt offenbar von ihrer Facebook-Seite. Da die Eltern bewusst an die Öffentlichkeit herangetreten sind und verschiedene andere Bilder ihrer Tochter herausgegeben haben, hält der Senat die Veröffentlichung dieses Fotos für gerechtfertigt.

Der Verlag der Tageszeitung "Heute" wurde aufgefordert, die Entscheidung freiwillig zu veröffentlichen. Bislang hat sich das Gratis-Blatt der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht unterworfen. "Heute" hat eine Druckauflage von über 633.000 Exemplaren und erscheint von Montag bis Freitag in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich sowie dem Burgenland und erreicht damit jeden Tag mehr als eine Million Leser. (cw/ots)

Links zum Thema:
» Homepage des Österreichischen Presserats
Mehr zum Thema:
» Jerusalem: Mädchen stirbt nach Messerattacke auf CSD-Parade (02.08.2015)
» Mehrere Verletzte nach Messer-Attacke auf CSD in Jerusalem (30.07.2015)
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Tags: presserat, rüge, pressekodex, ethikverstoß, heute, shira banki
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Reaktionen zu "Österreich: Presserat rügt Foto vom CSD-Mord"


 3 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.12.2015
19:06:08


(+1, 5 Votes)

Von Stretchingmaster
Aus Essen / Holsterhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 06.01.2012


Is ja klar. Es war ja eine Lesbe. Wenn so jemand ermordet wird dann am besten die Augen zu machen und ja nichts davon erzählen.
Die Öffentlichkeit muss sich schon genug mit uns Homos rumschlagen, dann sollen sie nicht auch noch Belästigt werden wenn einer von uns ermordet wird. *Ironie aus*

Es ist eine Schweinerei das so etwas unter dem Deckmantel der Persönlichkeitsrechte versteckt werden soll. Die Eltern sind an die Öffentlichkeit getreten um allen zu zeigen und laut zu erzählen was passiert ist. Und sie haben jedes Recht dazu.

Naja Österreich ist ja auch schon seid langer Zeit sehr "braun". Was will man da erwarten...

Schönen Tag noch


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#2
21.12.2015
21:32:06


(+1, 3 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Stretchingmaster


""Is ja klar. Es war ja eine Lesbe. Wenn so jemand ermordet wird dann am besten die Augen zu machen und ja nichts davon erzählen.""..

wenn ich mich richtig erinnere, war Shira Banki nicht einmal selbst Lesbisch, sondern ein 16-Jähriges Hetero-Mädchen, das mit Freunden auf dem CSD war..
Im entsprechendem Artikel dazu heißt es :

"""Unsere magische Shira wurde ermordet, weil sie eine glückliche 16-Jährige und voller Leben und Liebe war, die gekommen war, um ihre Unterstützung für das Recht ihrer Freunde zu zeigen, so zu leben wie sie wollen", gab die Familie der Getöteten in einer Mitteilung bekannt. Das Mädchen habe aufgrund "des Bösen, von Dummheit und Nachlässigkeit" sterben müssen.""..

Link zu www.queer.de


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#3
21.12.2015
23:16:15


(0, 4 Votes)

Von Faktencheck
Antwort zu Kommentar #1 von Stretchingmaster


"Wenn so jemand ermordet wird dann am besten die Augen zu machen und ja nichts davon erzählen."

Lies doch bitte den Artikel. Es geht bei der Rüge nicht um die Nachricht als solche, sondern um ein bestimmtes Bild, auf dem die Tat im Detail zu sehen war.


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