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  • 23.12.2015, 08:10h           22      Teilen:   |

Volksverhetzung

Frankreichs homophobste Politikerin verurteilt

Artikelbild
Fürchtet den Untergang der Gesellschaft: Christine Boutin im Januar 2013 bei einer "Manif pour tous"-Demo gegen die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule (Bild: Wiki Commons / Marie-Lan Nguyen / CC-BY-SA-3.0)

Ein Pariser Gericht verurteilte Ex-Bauministerin Christine Boutin wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe, weil sie Homosexualität als "Gräuel" bezeichnet hatte.

Die Gründerin und frühere Vorsitzende der französischen Christdemokraten Christine Boutin wurde am vergangenen Donnerstag von einem Pariser Gericht wegen homophober Hassrede zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt. Die frühere Ministerin für Wohnungs- und Städtebau unter Präsident Nicolas Sarkozy muss außerdem jeweils 1.000 Euro an die beiden LGBT-Vereinigungen "Mousse" und "Le Refuge" zahlen.

Anlass des Strafprozesses gegen die langjährige Abgeordnete war ein Interview, das Boutin 2014 dem Magazin "Charles" gegeben hatte. Darin hatte sie Homosexualität als "Gräuel" bezeichnet und gemeint: "Die Sünde ist niemals akzeptabel, aber dem Sünder wird immer vergeben." Bei der Staatsanwaltschaft gingen nach der Veröffentlichung rund 500 Strafanzeigen ein.

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Christine Boutin will in Berufung gehen

Im Prozess berief sich die 71-jährige Politikerin auf die "christliche Tradition", bedauerte jedoch ihre Wortwahl: "Ich bin eine direkte Frau. Ich versuche, im Einklang mit meinen tiefsten Überzeugungen zu sein, aber das bedeutet nicht, dass ich Homosexuelle verurteile." Das Gericht folgte jedoch der Anklage. Gegen das Urteil will Boutin Berufung einlegen.

Der LGBT-Verband "Mousse" begrüßte die Entscheidung als einen "Präzedenzfall": "Es ist nun nicht mehr möglich, der Strafbarkeit homophober Äußerungen unter dem Deckmantel des religiösen Diskurses zu entkommen", erklärte dessen Rechtsanwalt Etienne Deshoulières in einer Pressemitteilung.

Christine Boutin, die seit 1986 Mitglied der Nationalversammlung ist, gilt als Frankreichs homophobste Politikerin. Bereits 1999 wehrte sie sich gegen die Einführung der Lebenspartnerschaft "Pacte civil de solidarité" (PACS) für Homo- und Heterosexuelle. Bei ihrer Rede im Parlament hielt sie pathetisch eine Bibel in der Hand und verkündete: "Eine Gesellschaft, die Homosexualität gleich behandelt wie Heterosexualität, wird untergehen."

Von 2012 bis 2014 führte die ehemalige Bauministerin die Proteste gegen die Ehe-Öffnung mit an. Im Oktober 2012 erkläre Boutin etwa: "Falls uns die homosexuelle Ehe aufgezwungen wird, ist es wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahren Polygamie in Frankreich akzeptieren müssen." (cw)

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Tags: christine boutin, hassrede, volksverhetzung
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Reaktionen zu "Frankreichs homophobste Politikerin verurteilt"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
23.12.2015
09:10:09


(+14, 16 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Sehr schön! Und wenn man in Deutschland etwa die gleiche Anzahl an Klägern aufbrächte, dann würden auch Existenzen wie Kuby, Kelle, Mewes, von Storch und von Bevernfoerde ähnliche Verurteilungen zu erwarten haben.


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#2
23.12.2015
09:21:40


(+8, 10 Votes)

Von Klare Kante


Die Strafe hätte gerne höher ausfallen können und ich hoffe, daß Boutin in der Berufungsverhandlung eine weitere Niederlage kassiert!

"Die frühere Ministerin für Wohnungs- und Städtebau unter Präsident Nicolas Sarkozy muss außerdem jeweils 1.000 Euro an die beiden LGBT-Vereinigungen "Mousse" und "Le Refuge" zahlen."

Auch hier sollte die Summe erhöht werden, damit es der Exministerin finanziell richtig schmerzt!


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#3
23.12.2015
09:23:05


(+12, 14 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Madame Boutin, eine der Verfechterinnen der "traditionellen Ehe" ist selbst mit einem Cousin 1. Grades verheiratet. Sie wurde des oefteren des Inzests beschuldigt, stellte sich jedoch niemals. Gut, dass sie jetzt eine Quittung erhalten hat.
In D hingegen duerfen zerruettete Gestalten weiterhin unsereins diskriminieren.


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#4
23.12.2015
09:48:42


(+9, 13 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Eine Gesellschaft, die Homosexualität gleich behandelt wie Heterosexualität, wird untergehen."

Eine Gesellschaft, die religion gleich behandelt wie die politik, wird auf langer Sicht untergehen!!!!!


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#5
23.12.2015
09:50:28


(+7, 9 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


"Falls uns die homosexuelle Ehe aufgezwungen wird, ist es wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahren Polygamie in Frankreich akzeptieren müssen."

Und wo ist das Problem? Welchen rationalen Grund gibt es gegen die Poly-Ehe, Frau Boutin?


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#6
23.12.2015
09:52:35


(+6, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Falls uns die homosexuelle Ehe aufgezwungen wird, ist es wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahren Polygamie in Frankreich akzeptieren müssen."

Und was ist so schlimm dabei?
Gerade in dieser Zeit, wo große soziale Umwelzungen sind und entstehen, überall treten immer stärker und häufiger Naturkatastrophen auf sollten wir solidarisch mit jedwelcher Lebensform sein.


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#7
23.12.2015
09:57:10


(+5, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"...aber dem Sünder wird immer vergeben."

Deshalb sündigen sie ständig gegenüber der Gesellschaft, weil sie wissen das sie vergebung kriegen. Wie kann man an so einen schwachsinnigen schwachsin glauben. Diese eckligen geschöpfe der Natur sind die totengräber unserer Zivilisation und nicht die die sie ständig mit ihren vergifteten Gedanken beckämpfen.


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#8
23.12.2015
10:22:39


(+10, 12 Votes)

Von David77


"Falls uns die homosexuelle Ehe aufgezwungen wird"

Dann heiratet nicht homosexuell!!!!!! Keiner zwingt euch!!!!!

"Eine Gesellschaft, die Homosexualität gleich behandelt wie Heterosexualität, wird untergehen."

Aha. Heißt also die Gesellschaft kann sich nur halten, wenn sie Homosexuelle ungleich behandelt??
Was hindert euch daran 10 Kinder in die Welt zu setzen??
Wo sind denn die Beispiele der Gesellschaften, die deshalb untergegangen sind?
Komm mir keiner mit dem alten Rom an... Das war nicht lange nach Einführung des Christentums zur Staatsreligion...
Und welche Gesellschaften sind in den letzten Jahrtausenden nicht untergegangen?


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#9
23.12.2015
12:14:40


(-5, 9 Votes)

Von GeorgG


Man kann solche Leute bestrafen, muss aber damit rechnen, dass es unter der Oberfläche weiterhin brodelt. Homophobe Franzosen werden also in der Öffentlichkeit nichts mehr sagen, aber in der Wahlkabine die homophobe Front National wählen.
Wenn Meinungsfreiheit unterdrückt wird, wird der Schuß nach hinten losgehen, also im Falle Frankreichs in Richtung Hollande und seine Sozialisten.


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#10
23.12.2015
12:41:03
Via Handy


(+4, 4 Votes)

Von Mario
Antwort zu Kommentar #5 von HonestAbe


Das "Problem" mit der Poly Ehe sehe ich, im Gegensatz zu Frau Boutin, alleine in dem Wort.

Die unterdrückende Poly Ehe, in der ausschließlich ein Heteromann mehrere Frauen haben darf, eine Frau oder ein Schwuler aber keine mehreren Partner haben darf, ist zurecht als rückständig und diskriminierend anzusehen.

Anders sieht es aus wenn es um alle Menschen geht. Das jeder, unabhängig seines Geschlechts und seiner sexuellen Orientierung, das Recht hat mehrere Partner zu heiraten, sofern er dies wünscht.

Das Wort Poly, obwohl es schlicht "viele" heißt, hat aufgrund seiner historischen Beziehung in Bezug auf Ehe immer noch eine negative, patriarchale und homosexuellen -feindliche Assoziation. Auch für viele Lgbti's.


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