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Vor dem Amtsgericht Treysa trafen sich zwei vorbestrafte Streithähne (Bild: Markus Daams / flickr / by-sa 2.0)

Das Amtsgericht Treysa beschäftigte sich mit einer Beleidigung in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt.

Wegen Beleidigung musste sich ein 74 Jahre alter Häftling der Justizvollzugsanstalt im nordhessischen Schwalmstadt kurz vor Weihnachten vor dem Amtsgericht Treysa verantworten. Nach einem Bericht der Zeitung "Hessische Allgemeine" warf ihm die Staatsanwaltschaft in Marburg vor, im vergangenen Februar einen damaligen Mitgefangenen wiederholt rassistisch und homophob beschimpft zu haben.

Unter anderem soll die Äußerung "schwuler vollgefressener Zigeuner" gefallen sein. Auch habe der Angeklagte, der von Beruf Dachdeckermeister ist, seinem Mithäftling mit einer obszönen Geste den Hintern zugedreht.

Zeuge und Staatsanwaltschaft schlagen Entschuldigung vor

Vor Gericht räumte der Angeklagte den Presseberichten zufolge die Vorwürfe nur teilweise ein. Die Aggressionen seien vielmehr von dem damaligen Mithäftling ausgegangen, der ihn selbst als "Nazischwein" und "Steuerhinterzieher" beleidigt habe: "Wenn er mich gesehen hat, hat er mich beleidigt."

Der mittlerweile aus der Haft entlassene 62-Jährige wies als geladener Zeuge diese Anschuldigung zurück, konnte sich aber nicht mehr an alle Details der Auseinandersetzung erinnern. "Wenn er sich öffentlich entschuldigen würde, würde mir das reichen", sagte er nach Angaben der "Hessischen Allgemeinen".

Die Staatsanwaltschaft griff diesen Vorschlag auf und baute dem Angeklagten damit eine goldene Brücke, so die Zeitung weiter. Während der 74-Jährige zunächst auf eine gleichzeitige Entschuldigung des früheren Mithäftlings beharrte, gab er nach einigem Zureden der Verteidigung schließlich nach und entschuldigte sich noch im Gerichtssaal bei dem 62-Jährigen.

Das Verfahren wurde im Einvernehmen aller Prozessbeteiligten eingestellt, berichtet die Zeitung. (cw)



#1 Sugarbitch
#2 GeorgGAnonym
  • 25.12.2015, 16:44h
  • "schwul" ist keine Beleidigung. Wir nennen uns ja selbst so.
    "Zigeuner" ist auch keine Beleidigung. Die Sinti sind selbst stolz auf diese Bezeichnung.

    Vollgefressen? Na ja, das hätte man auch mit "wohlgenährt" übersetzen können.

    Warum also diese Aufregung?
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#3 StretchingmasterProfil
  • 25.12.2015, 17:21hEssen / Holsterhausen
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Es war als Beleidigung gemeint und auch ausgesprochen worden.

    Das Wort "senil" gibt es, "Arsch" und "Loch" sind auch ganz normale Worte die auch so im Duden stehen. Da kann man doch nichts dagegen haben.
    Wenn ich aber zu dir "seniles Arschloch" sage, dann würdest du das auch als Beleidigung auffassen oder nicht?

    Schönen Tag noch
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#4 David77Anonym
#5 JoonasAnonym
#6 retroAnonym
#7 schwarzerkater
  • 25.12.2015, 21:19h
  • krass, wegen so einer belanglosigkeit zwischen zwei knastbrüdern werden gerichte blockiert ... schön zu wissen, dass es in diesem land keine wichtigeren probleme gibt.
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#8 TheDadProfil
#9 Miguel53deProfil
#10 giliat 2Anonym
  • 28.12.2015, 01:00h
  • Streitereien zwischen Gefängnisinsassen, die die Rangfolge im Knast zementieren sollen, dürften kaum ein Thema sein in einem schwulen Portal, auch wenn das Wort "schwul" als die Beleidigung verstärkend benutzt wurde. Sex mit Männern haben sicherlich sehr viele der Häftlinge mangels weiblicher Präsenz.Sind also "knastschwul", was bedeutet, dass sie nicht homosexuell veranlagt sind, sondern aus sexuellem Notstand heraus Kerle penetrieren. Nachzulesen übrigens bei Kurt Tucholsky in "Licht aus!"
    Von der homophoben rassistischen Beleidigung bleibt also übrig; VOLLGEFRESSENER ZIGEUNER.
    Den Vorwurf der Vollgefressenheit können wir aber auch eliminieren, denn Adipositas gleich Übergweichtigkeit ist kein Straftatsbestand.

    Wenn der Kläger selbst Sinti/Roma- zugehörig ist, und mit dem Bergriff "Zigeuner" kein Problem hat, bleibt von der Klage nix übrig.

    Möchte Euch zum Nachdenken anregen:
    Gut 50 Jahre zurück war mein Onkel Richter in Hessen und mit einem Zigeuner-Prozess befasst. War es Mord? War es Totschlag? Affekt mit Todesfolge?
    Ein Zigeuner hatte den anderen erstochen. Weshalb? Weil dernämlich gesagt hatte:

    "Deine Großmutter soll ein Scheißhaus fressen!"

    Natürlich urteilte mein Onkel nach bundes- deutschem Recht. Das Strafmass ist mir nicht bekannt. Doch befand er sich in einer Zwickmühle, denn er kannte die vorgegebenen eigengesetzlichen Rituale der Zigeuner, weil sein eingeheirateter Onkel zu unserer uralten deutschen Familie gehörte.
    Besagter Zigeuner-Onkel war sesshaft. Leider etwas versoffen, aber steinreich. Ein wichtiger Großindustrieller, den die Nazis nicht ins KZ steckten.

    Das hier im Forum genannte Verfahren wurde einvernehmlich eingestellt. Gut so.

    Mich wundert nur, dass QUEER.DE - ein homosexuelles Portal - sich mit einer solchen Nichtigkeit befasst. Und dass es sich neuerdings als ZENTRALORGAN DER HOMOLOBBY bezeichnet.
    Zentralorgan der SED der DDR war das "Neue Deutschland". Nordbezirklich hiess das abverlegerische Käseblatt "Freie Erde". Daraus will man nix mehr lesen.
    Kotzwürg-
    Gülps....
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