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Spitzer 2012 von Parkinson gezeichnet in einem Interview

  • 27. Dezember 2015, 20:01h, noch kein Kommentar

Der US-Psychiater hatte dafür gekämpft, dass Homosexualität keine Krankheit mehr ist – und dann doch zwischenzeitlich an eine Therapierbarkeit geglaubt.

Der Psychiater Rober Spitzer ist am Freitag in Seattle im US-Bundesstaat Washington an Herzproblemen gestorben, wie am Sonntag bekannt wurde. Spitzer wurde 83 Jahre alt.

Der Professor für Psychiatrie an der Columbia-Universität in New York veröffentlichte über 300 Schriften als Fachmann für psychische Störungen und galt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Stimmen seiner Zunft. Internationale Bekanntheit erreichte er in den Siebzigerjahren durch seinen Einsatz für die Streichung von Homosexualität aus dem Krankheitskatalog DSM der American Psychiatric Association, dem Standardwerk zur Klassifizierung seelischer Krankheiten.

Nachdem er deswegen von "Ex-Gays" immer wieder kritisiert worden war, stellte er 2001 eine Studie über die Wirksamkeit sogenannter Konversionstherapien vor – mit dem Ergebnis, dass Homo-"Heilung" in wenigen Fällen bei "hochmotivierten" Personen durchaus möglich sei.

2012 nahm er die Studie zurück (queer.de berichtete), weil sie fehlerhaft gewesen sei und den Angaben der per Telefon interviewten Personen vertraute. Er erklärte, dass Versuche, Homosexualität zu unterdrücken, "viel Schaden" anrichten könnten. Er ziehe die Studie zurück, "damit ich mir nicht mehr darum Sorgen machen muss." Außerdem sagte er: "Ich entschuldige mich bei allen homosexuellen Menschen, die ihre Zeit und Energie für irgendeine Form der 'reparativen' Therapie verschwendet haben." (cw)