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  • 29.12.2015, 11:08h           166      Teilen:   |

Oregon/USA

Homophobe Bäcker zahlen Schadensersatz

Artikelbild
Melissa und Aaron Klein fühlen sich als Christen diskriminiert, weil sie laut Gesetz homo- und heterosexuelle Kunden gleichbehandeln müssen

Ein Ehepaar, das eine Bäckerei in Oregon besitzt, begleicht seine Schulden in Höhe von 135.000 Dollar. Ein Berufungsverfahren gegen die Zahlung läuft aber noch.

Das amerikanische Symbolpaar im Kampf gegen LBGT-Rechte hat eine Niederlage eingesteckt: Melissa und Aaron Klein, die Besitzer einer Bäckerei und Konditorei an der Westküste der USA, haben einen Schadensersatz an ein lesbisches Paar für homophobe Diskriminierung in Höhe von 135.000 Dollar (122.000 Euro) beglichen. Zusätzlich mussten sie insgesamt rund 9.000 Dollar an Zinsen zahlen. Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, übergab Aaron Klein am Montag in einem Verwaltungsgebäude in Portland einen Scheck.

Die Kleins, die in der Großstadt Gresham den Laden "Sweet Cakes" betreiben, waren im April zur Zahlung von 135.000 US-Dollar an das Paar verurteilt worden, weil sie sich geweigert hatten, den beiden Frauen wegen ihrer Homosexualität eine Hochzeitstorte zu backen (queer.de berichtete). Die Weigerung widerspricht dem Antidiskriminierungsgesetz des Bundesstaates, nach dem Menschen beim Zugang zu Dienstleistungen nicht aufgrund von sexueller Orientierung benachteiligt werden dürfen.

Begründet hatten die Ladenbesitzer die Diskriminierung mit ihrem Glauben. Sie hatten argumentiert, dass sie eine homosexuelle Beziehung als Christen nicht gutheißen könnten und deshalb Hochzeitstorten ausschließlich für Heterosexuelle backen würden. "Ich wollte nicht Teil dieser Hochzeit werden, von der ich denke, dass sie falsch ist", so Aaron Klein gegenüber dem christlich-evangelikalen Sender CBN. Sie wurden damit zu Helden in der religiös-fundamentalistischen Szene, die einer "homosexuellen Lobby" vorwirft, mit Antidiskriminierungsgesetzen die Religionsfreiheit auszuhebeln.

Fortsetzung nach Anzeige


Staat drohte mit Pfändung

Das Paar hat sich seit über einem halben Jahr geweigert, die Strafe zu bezahlen. Daraufhin haben die Behörden des Bundesstaates Ende September mit Pfändung gedroht (queer.de berichtete) – und gehandelt: Anfang des Monats konnte ein Inkassounternehmen 7.000 Dollar von den Kleins sicherstellen.

Die Anwälte des Paares stellten allerdings gegenüber der Lokalpresse klar, dass sie den Kampf gegen das Urteil noch nicht aufgegeben hätten und weiterhin an ihrem Einspruch beim höchsten Berufungsgericht des Staates Oregon festhalten würden. Sie argumentieren, dass der Bundesstaat gegen das Recht der Geschäftsleute auf freie Meinungsäußerung verstoßen hätten. Außerdem kritisierten sie den Staat Oregon dafür, dass dem Paar ein jährlicher Zinssatz in Höhe von neun Prozent in Rechnung gestellt worden war.

Den Bankrott müssen die Bäcker aufgrund der Zahlung nicht fürchten: In einer öffentlichen Crowdfunding-Initiative haben Homo-Hasser bislang 515.000 Dollar an das Paar gespendet – und damit ein Vielfaches dessen, was sie dem diskriminierten lesbischen Paar schulden. (dk)

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Tags: hochzeitstorte, aaron klein, melissa klein, sweet cakes, usa, oregon
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Reaktionen zu "Homophobe Bäcker zahlen Schadensersatz"


 166 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
29.12.2015
11:22:18


(+9, 11 Votes)

Von Felix


Richtig so!

Religionsfreiheit bedeutet nicht nur, dass man seinen Glauben frei leben darf, sondern auch, dass man anderen Menschen einen anderen oder gar keinen religiösen Glauben zugesteht.

Und jedem religiösen Menschen muss klar sein, dass Religion nicht über dem Gesetz steht und dass auch er/sie sich an die demokratisch beschlossenen Gesetze halten muss.

In einer Demokratie gilt der Gleichheitsgrundsatz: da kann man andere nicht diskriminieren, nur weil sie einem nicht passen. Egal ob man das religiös oder sonstwie begründet.

Ein schwuler Vermieter kann ja auch keine Mieter rauswerfen, weil sie katholisch sind. Und umgekehrt haben sich religiöse Menschen eben auch an dieses Prinzip zu halten.


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#2
29.12.2015
11:26:31


(+6, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Zwischenfazit:
Wer nicht diskriminerungsfrei Dienstleistungen anbieten will/kann, darf auch sollche nicht anbieten, so einfach muß es sein!!!!!


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#3
29.12.2015
11:42:11


(+7, 9 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Verdient haben diese Heuchler allerdings sehr gut daran, denn von der hohen Differenz aus den Spenden und dem zu zahlenden Schadensersatz lässt sich doch ganz gut leben...............

Die lachen sich ja noch ins Fäustchen!

In diesem Fall wurde homophobe Dummheit ausdrücklich belohnt.


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#4
29.12.2015
13:49:43


(+8, 8 Votes)

Von Robin
Antwort zu Kommentar #2 von hugo1970


Volle Zustimmung!

Wer ein Geschäft betreibt, hat seine Waren und Dienstleistungen diskriminierungsfrei anzubieten.

Wer das nicht will, darf halt kein Geschäft betreiben. Genauso wie jemand, der sich nicht an Sicherheits- oder Hygiene-Vorschriften halten will, ja auch kein Geschäft betreiben darf.


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#5
29.12.2015
14:31:12


(+2, 6 Votes)

Von Carsten AC
Antwort zu Kommentar #3 von panzernashorn


Dass die sich dank der Spenden anderer Homohasser daran gesundgestoßen haben, ist natürlich ein Wermutstropfen.

Aber das Geld fehlt dann halt anderen Homohassern. Und unterm Strich haben die Homohasser in ihrer Gesamtheit jetzt 135.000 Dollar weniger. Wenn die noch zusätzlich Geld zwischen sich transferieren, ist das deren Ding.

Noch so ein paar Klagen und irgendwann wird denen auch die Puste ausgehen...


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#6
29.12.2015
15:08:32


(-8, 14 Votes)

Von Karl


Dieses Gerichtsurteil ist eigentlich ein Skandal, weil es ein Anschlag gegen die Freiheit ist. Achtung vor religiöser Überzeugung ist auch Teil einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wenn das Bäckerehepaar den Kuchen nicht backen will dann kann man ihn auch wo anders kaufen. Und 135.000,00 USD Schadenersatz? Das sind wohl ein bißchen mehr als die Taxikosten zum Konkurrenzbetrieb. Die amerikanische Justiz ist schon sehr eigentümlich. Die verhängen ja auch 200 jährige Haftstrafen wo die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes bei 72 Jahren liegt. Toleranz kommt von "tolerare" was so viel wie sich gegenseitig ertragen oder erdulden bedeutet. Genauso wie der Bäcker Homosexuelle tolerieren muß sollten diese halt dann auch den Bäcker verstehen wenn er nicht an der Vorbereitung einer Schwulenhochzeit mitwirkt. So einfach könnte die Welt sein!


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#7
29.12.2015
15:24:31


(+6, 10 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #6 von Karl


"Achtung vor religiöser Überzeugung ist auch Teil einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung."

Davor gehört auch die Achtung, dass andere sich diesen religiösen Überzeugungen nicht zu beugen haben und man diese nicht dauernd vorschieben kann, wie z.B. im Standesamt! Religionsfreiheit geht in beide Richtungen!


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#8
29.12.2015
15:29:38
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Franki
Antwort zu Kommentar #6 von Karl


"Wenn das Bäckerehepaar den Kuchen nicht backen will dann kann man ihn auch wo anders kaufen. "

Mir geht es bei der hohen Strafe um den symbolischen Zug und ich finde die deswegen angemessen.

Was wenn das gesellschaftliche Klima irgendwann so ist, dass kaum noch ein Bäcker und andere Verkäufer an Homosexuelle verkaufen will?

Solche hohen Strafen sind schon wichtig um dem Einzelhandel zu zeigen dass man nicht diskriminieren darf und um weitere homophobe Aktionen zu verhindern, bzw einzuschränken.
Es darf nicht irgendwann so weit kommen, dass an Schwule und Lesben oder an andere Bevölkerungsgruppem nichts mehr verkauft wird.

Stell dir vor Pegida würde in Dresden demnächst so viel Einfluss haben, dass die ganzen Einzelhändler nichts mehr an Muslime verkaufen würden...so was muss durch Gesetze und hohe Geldstrafen verhindert werden.


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#9
29.12.2015
16:18:37


(+2, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #6 von Karl


Bitte meinen Kommentar (2) lesen!!!!!!!!!!!!!


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#10
29.12.2015
16:38:04


(+3, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Karl


""Toleranz kommt von "tolerare" was so viel wie sich gegenseitig ertragen oder erdulden bedeutet.""..

Was genau am Wörtchen "gegenseitig" hast du nun nicht verstanden ?

Diese "Christen" sind für genau dieses Fehlen der "Gegenseitigkeit" verurteilt worden !
Und damit zu Recht !

Die eigene "Religion" ist KEIN Recht anderen Menschen diese "gegenseitige Toleranz" zu verweigern..

Was genau also ist an dem Urteil der "Skandal" ?

Ein Skandal ist es das es immer noch Leute gibt die derlei asoziales Verhalten verteidigen !


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