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  • 29.12.2015, 15:51h           10      Teilen:   |

Halil İbrahim Dinçdağ

Türkei: Entschädigung für schwulen Schiedsrichter

Etappensieg für Halil İbrahim Dinçdağ
Etappensieg für Halil İbrahim Dinçdağ

Der türkische Fußballverband (TFF) ist am Dienstag wegen Diskriminierung des schwulen Schiedsrichters Halil İbrahim Dinçdağ verurteilt worden. Ein Gericht in Istanbul sprach Dinçdağ nach einem Bericht der Nachrichtenagentur DHA in erster Instanz ein Schmerzensgeld in Höhe von 23.000 türkischen Lira (7.200 Euro) zu. Die Anwälte des Klägers hatten allerdings 110.000 Lira (34.500 Euro) gefordert.

Dinçdag hatte sich 2008 geoutet und war anschließend aus dem TFF ausgeschlossen worden. Seither kämpft er für seine Rehabilitierung. In den Medien wurde er wegen seiner sexuellen Orientierung negativ dargestellt und er erhielt mehrfach Morddrohungen, weil er von seiner Forderung nicht abrückt, wieder Verbandsspiele pfeifen zu dürfen. In einer ersten Reaktion bezeichnete Dinçdağ die Entscheidung des Gerichts als "Sieg für die LGBT-Community". Er behält sich weitere juristische Schritte vor.

Der Fußballverband hatte argumentiert, die eigene Satzung besage, dass niemand als Schiedsrichter arbeiten dürfe, der aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst geleistet hat. Allerdings stuft die türkische Armee Homo- und Bisexualität generell als "psychische Störung" ein und verweigert damit allen Schwulen, deren sexuelle Orientierung bekannt wird, den Dienst an der Waffe.

Für seinen Einsatz gegen Diskriminierung war Dinçdağ im Jahr 2014 mit dem Respektpreis des Berliner Bündnisses gegen Homophobie ausgezeichnet worden (queer.de berichtete).

Menschenrechtsorganisationen haben immer wieder die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in der Türkei beklagt. Das Land legalisierte Homosexualität zwar bereits 1858 – mehr als 100 Jahre vor Deutschland. Dennoch führt ein Coming-out oder Outing im gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu großen Schwierigkeiten. Erst im vergangenen Monat hat die Europäische Kommission Kritik an der Lage von LGBT beim EU-Beitrittskandidaten geübt (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: fußball, türkei
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 Türkei
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Reaktionen zu "Türkei: Entschädigung für schwulen Schiedsrichter"


 10 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
29.12.2015
17:12:31


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Sport sollte doch alle Leute egal ob LGBTI, Hautfarbe, Beruf, soziale Herkunft etc zusammenführen und nicht die Spalte zwischen den Menschen noch größer machen.


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#2
29.12.2015
17:59:58


(+3, 5 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015


"(Die Türkei) legalisierte Homosexualität zwar bereits 1858 - mehr als 100 Jahre vor Deutschland..."

Da kann man sich die Frage stellen:
Was nützen Gesetze, wenn in den Köpfen kein Umdenken stattfindet und deshalb Streit vorprogrammiert bleibt?


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#3
29.12.2015
18:03:36


(-1, 7 Votes)

Von TheDad
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""Der Fußballverband hatte argumentiert, die eigene Satzung besage, dass niemand als Schiedsrichter arbeiten dürfe, der aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst geleistet hat.""..

Demnach dürfen Frauen dann auch nicht als Schiedsrichterinnen agieren, denn eine Wehrpflicht für Frauen besteht in der Türkei nicht..

""Im Jahr 2007 betrug der Anteil von freiwillig dienenden Frauen 3,1 Prozent.""..


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#4
30.12.2015
04:34:50


(0, 6 Votes)

Von BobAachen
Aus Aachen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 30.09.2015
Antwort zu Kommentar #3 von TheDad


"aus gesundheitlichen Gründen" - Frauen dienen nicht aus den genannten Gründen, sondern weil es keine Wehrpflicht gibt. Steht übrigens alles im Artikel und hast Du auch korrekt zitiert. Nur Dein Kommentar ist nicht korrekt...


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#5
30.12.2015
11:43:21


(-1, 5 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von BobAachen


Ändert das etwas an der Tatsache, daß Frauen nicht in der Armee dienen, und damit durch genau diese Begründung als Schiedsrichter nicht zugelassen werden KÖNNEN ?

Vor allem muß man sich hier die Frage stellen wieso ein Fußballverband der hinter dem Breitensport steht, und nicht nur für den Profi-Sport zuständig ist, sich Regeln gibt, die in sich einen Zwang darstellen, dem Staat in einer bestimmten Weise dienen zu müssen, um dann im Privatleben eine Funktion zu erreichen..

Das ist genau das gleiche, als wenn man Menschen zwingen würde, eine bestimmte Partei zu wählen, bevor man seinen Meistertitel als Dachdecker erhält..

Das hat mit Demokratie wenig zu tun..
Aber vielleicht sind solche Überlegungen für Dich auch einfach nur nebensächlich..


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#6
30.12.2015
13:02:05


(-3, 5 Votes)

Von Faktencheck
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


Frauen dienen nicht "aus gesundheitlichen Gründen" nicht, sondern wegen ihres Geschlechts. Dass die Regelung so auf Frauen angewendet wird, wie du es behauptest, ist eine an den Haaren herbeigezogene Spekulation.
Wie wäre es mit einem handfesten Beleg?


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#7
30.12.2015
22:00:57


(-2, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von Faktencheck


""Frauen dienen nicht "aus gesundheitlichen Gründen" nicht, sondern wegen ihres Geschlechts.""..

Die eine Möglichkeit einer Diskriminierung mit der bestehenden anderen Möglichkeit einer realen Diskriminierung entschuldigen zu wollen, ist nun für die HYPOTHESE einer Situation von genau welcher Bedeutung ?


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#8
31.12.2015
00:18:51


(+3, 3 Votes)

Von Nils


Wehrdienst oder nicht...wieder einmal zeigt sich, das "Profi-Fußball" nichts, abr auch gar nichts mehr mit Fußball zu tun haben!!! Fußball ist vein Sport, in dem es um Sport geht! Mal abgesehen, dass die FIFA (hüstel) eingreifen müsste, da hier ein Verstoß gegen die eigene Satzung vorliegt... Fußball ist nur noch im Amateurbereich ein Sport. Und da interessiert man sich nicht für Schwul Hetero Jüdisch Schwarz Katholisch Flüchtling oder was auch immer...dort spielt jeder! Und ja, bevor wieder pauschale Aussagen von Sportfremden Personen kommen, die den Fußball generell verteufeln: Ich bin Schiedsrichter, Spieler, Trainer usw.... voll geoutet...auf dem Land...in einem Dorfverein...das interessiert kein Schwein!!! Es zählt nur die Leistung! Es zählt nur der Mensch! An der Basis leben wir Fußball! Und Fußball ist für jeden!!!


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#9
31.12.2015
00:42:54


(+1, 3 Votes)

Von Faktencheck
Antwort zu Kommentar #7 von TheDad


Ich entschuldige keine Diskriminierung mit einer anderen. Wie kann man in meinen Kommentar einen solchen Quatsch hineindeuten?


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#10
01.01.2016
17:36:26


(+4, 4 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von Laurent


"Was nützen Gesetze, wenn in den Köpfen kein Umdenken stattfindet und deshalb Streit vorprogrammiert bleibt?"

Die türkischen Strafrechtsreformen haben wahrscheinlich abertausende Menschen vor Knast und KZ bewahrt. Das ist ja immerhin auch schon was im Vergleich zum Land des rosa Winkels.

Auch mit kulturellen Folgen.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Zeki_M%C3%BCren


Das Urteil belegt, dass Teile der türkischen Justiz noch nicht von AKP-Islamisten unterwandert sind.

Für die Zukunft bin ich da allerdings leider skeptisch.


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