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  • 04.01.2016, 13:24h           95      Teilen:   |

Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Heteros

Studie: Bisexuelle leiden unter Monosexismus

Artikelbild
In der 1998 entworfenen Flagge der Bisexuellen steht Blau für Heterosexualität, Pink für Homosexualität und das in der Mitte liegende Lila - eine Mischung aus den beiden anderen Farben - für Bisexualität

Sowohl Hetero- als auch Homosexuelle hegen Vorurteile gegen Menschen, die sich zu beiden Geschlechtern sexuell hingezogen fühlen.

Bisexuelle sitzen laut einer Studie (PDF) von Forschern der University of Massachusetts in Boston zwischen allen Stühlen: Sie würden sowohl Diskriminierung von Heterosexuellen als auch – in nur etwas geringerem Ausmaß – von Schwulen und Lesben erfahren.

Die Forscher hatten unter Führung der Psychologin Tangela Roberts 745 Bisexuelle über ihre Diskriminierungserfahrungen befragt. Die Untersuchung ist in der neuesten Ausgabe des "Journal of Bisexuality" veröffentlicht worden.

Grund für diese Abneigung gegen Bisexuelle sei Monosexismus, von den Autoren definiert als "Glauben, dass Menschen nur heterosexuell, lesbisch oder schwul sein können". Als Resultat hätten bisexuelle Menschen "negative Interaktionen mit der [heterosexuellen und schwul-lesbischen] Community, so dass Bisexuelle von beiden Gruppe marginalisiert und stigmatisiert werden".

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Akzeptanz wichtig für Bisexuelle

In dem Papier wird Bisexuellen empfohlen, sich mit Menschen zu umgeben, die ihre Bisexualität akzeptieren. Sollte das nicht im Freundes- oder Bekanntenkreis geschehen, solle man sich andere Unterstützernetzwerke wie lokale Bi-Gruppen wenden.

Die "Einschränkung der sexuellen Identität" auf Homo- oder Heterosexualität habe der LGBT-Bewegung in den vergangenen Jahrzehnten dabei geholfen, sich politisch und gesellschaftlich zu organisieren, weil es klare und einfach zu verstehende Trennlinien gab. Allerdings seien diese heute für Vorurteile gegen Bisexuelle verantwortlich. So würden viele Menschen nach wie vor glauben, dass Bisexualität nicht existiere, was auch vor zehn Jahren noch unter Forschern diskutiert worden sei; in den letzten Jahren gab es aber mehrere Studien, in denen Bisexualität wissenschaftlich nachgewiesen wurde (queer.de berichtete).

In einer weiteren im "Journal of Bisexuality" veröffentlichten Untersuchung kam die Psychologin Corey Flanders vom "Centre for Addiction and Mental Health" im kanadischen Toronto zu einem ähnlichen Ergebnis über die Ausgrenzung Bisexueller. In einer qualitativen Befragung von 35 bisexuellen Frauen (PDF) wurde insbesondere Monosexismus als erhebliche psychische Belastung beklagt.

Monosexismus als Begriff ist relativ neu; lange wurde das Wort "Biphobie" verwendet, um Abneigung gegen Bisexuelle zu benennen. Die Begriffe "Heterosexismus" oder "Heteronormativität" werden genutzt, um Heterosexualität als einzig natürliche Form der Sexualität zu beschreiben, allerdings werde diese Worte auch gegen Bisexuelle eingesetzt: So wird Bisexuellen in der Community vorgeworfen, sich nur wegen der Heteronormativität nicht zu ihrer Homosexualität zu bekennen.

Es gab bereits wiederholt Untersuchungen, nach denen Bisexuelle unter Vorurteilen und Klischees leiden. So kam eine Studie aus dem Jahr 2013 zu dem Ergebnis, dass Bisexuelle häufig ungeoutet sind und wegen des Versteckspiels mehr psychologische Probleme haben und sich als Abwehrmechanismus homophober verhalten (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: bisexualität, studie
Schwerpunkte:
 Bisexualität
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Reaktionen zu "Studie: Bisexuelle leiden unter Monosexismus"


 95 User-Kommentare
« zurück  12345...910  vor »

Die ersten:   
#1
04.01.2016
14:02:37


(+9, 11 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Es ist höchste Zeit, das die Menschheit, Ihre Schubladendenkweise auf den Müllhaufen wirft.
Auch wir die Homosexuellen sollten aufhören die Bisexuellen so zu sehen, als könnten Sie sich nicht entscheiden, wir sollten es doch am besten wissen, wie es ist im Abseits zu stehen.


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#2
04.01.2016
14:28:15


(+1, 7 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


So wird Bisexuellen in der Community vorgeworfen, sich nur wegen der Heteronormativität nicht zu ihrer Homosexualität zu bekennen.

...so ein Unsinn ,natuerlich koennen Menschen auch Bisexuell sein ,und das ist anzuerkennen.

Denke nur,dass sie es schwerer haben,da sie sich im Gegensatz zu Schwulen oder Lesben ,sogar noch in den zwei Geschlechtern hin und her gezogen fuehlen koennen...

Ich habe dies bei einem guten Bekannten miterlebt, dem hat das zeitweise schwer zu schaffen gemacht bis er endlich nach JAHREN sich endgueltig festlegen konnte oder wollte.

...ich zeige da eher Mitgefuehl fuer die Problematik ..des wohin ..und mit wem..?


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#3
04.01.2016
15:01:41
Via Handy


(-10, 14 Votes)

Von egeg


Ich werde nie verstehen warum man sich auf ein Geschlecht festlegt. Ist doch eintönig


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#4
04.01.2016
15:15:52


(+7, 7 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Antwort zu Kommentar #3 von egeg


Man legt sich da nicht fest, sondern man ist da festgelegt. Wer ausschließlich schwul oder lesbisch ist, wird wohl niemals Freude haben, Sex mit dem Gegengeschlecht zu haben. Es übt überhaupt keinen Reiz aus. Bei Bisexuellen ist es jedoch anders. Sie empfinden einen Reiz bei beiden Geschlechtern und sie legen sich da auch nicht fest, sondern sind in dieser Wahrnehmung schon festgelegt, was darin sich äußert, daß sie nicht ausschließlich homo- oder heterosexuell sein können.


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#5
04.01.2016
15:32:09


(+5, 9 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von egeg


Man legt sich nicht fest, sondern man wird so oder so geboren.

Ärgerlich, wenn Sie als offenbar bisexueller Mensch den Reaktionären und Religioten mit solchen dümmlichen Aussagen in die Hände spielen.


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#6
04.01.2016
15:59:40


(+5, 5 Votes)

Von Laurent
Aus Heidelberg (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 27.12.2015
Antwort zu Kommentar #1 von hugo1970


Ich versuche mich gerade wieder in eine solche Situation hineinzuversetzen und ertappe mich selbst erneut bei dem Gedanken, eine entsprechende Denkweise nicht völlig aus dem Kopf verbannt zu haben, was wohl auch mit den unterschiedlichsten Erfahrungen zusammenhängen dürfte.
Entscheidend ist vor allem ein einziger Punkt, nämlich der, wie Jadughar richtig schreibt, einen "Reiz" empfinden zu können.


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#7
04.01.2016
16:04:49
Via Handy


(0, 6 Votes)

Von watchout
Antwort zu Kommentar #3 von egeg


Interessant, ich jedenfalls kann und will tatsächlich mit Bi's nichts anfangen...
Nicht schlimm, hoffe ich, beruht sicher auch auf Gegenseitigkeit...


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#8
04.01.2016
16:14:03


(+5, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #7 von watchout


Wieso bist dir so sicher?, wenn Du eines Tages, einen Mann begehrst und es stellt sich heraus, das er bi ist, sagst dann auch?, "ich jedenfalls kann und will tatsächlich mit Bi's nichts anfangen..."?


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#9
04.01.2016
16:19:14


(+2, 6 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #2 von Fredinbkk


in einem satz hebst du hervor, dass man bisexualität anerkennen solle, im nächsten relativierst du indem du den freund als unentschieden schilderst , der erst nach langjährigem leiden sich entscheiden konnte.

Schade!
Eigentlich hätte der betreffende mehr aufmerksamkeit für sein problem verdient als nur ob seiner "unentschlossenheit" wahrgenommen zu werden.
Ich stimme da eher @Jadughar zu , auch wenn der selbst den dehnbaren begriff des festlegens verwendet..
"Sie empfinden einen Reiz bei beiden Geschlechtern und sie legen sich da auch nicht fest, ... was darin sich äußert, daß sie nicht ausschließlich homo- oder heterosexuell sein können."

Deren problem ist ihre umwelt sind wir, die nur in der UNS vorhandenen sexuellen vorstellung den anderen beurteilen und ausgrenzen.
Was die heten mit uns machen, machen auch wir mit den bi und vice versa...

Was die unehrlichkeit der bi im selbstdarstellungsbild gegenüber ihrer heterumwelt und uns gegenüber anbelangt, ist das der reflex auf die heteronormative wertvorstellung..
auch sie die bi's wollen teil einer "anerkannten mitte sein.
Und natürlich der unlösbare konflikt der eigentlichen moralischen beschränkung: das monogamiegebot in ihren/unseren köpfen!
Hier wird das heteronormative und zunehmend auch homonormative monogamiegebot ad absurdum geführt..
Oder wie woody allen mal sagte: bisexuelle haben wochenends doppelt so viele möglichkeiten, jemanden kennen zu lernen.

Es gibt also noch vieles miteinander zu diskutieren, um mit den heteronormativen zwängen der gesellschaft entgültig zu brechen.


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#10
04.01.2016
16:35:06
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"So würden viele Menschen nach wie vor glauben, dass Bisexualität nicht existiere, was auch vor zehn Jahren noch unter Forschern diskutiert worden sei; in den letzten Jahren gab es aber mehrere Studien, in denen Bisexualität wissen­schaftlich nachge­wiesen wurde (queer.de berichtete"

Selbstverständlich gibt es Bisexuelle. Eine natürliche gesunde sexuelle Orientierung,wozu vielleicht sogar die meisten Menschen gehören. Je nach Definition. Ich selbst halte mich immer noch an Kinsey und schätze mich dort wohl irgendwo zwischen 5,5 und 6 ein.

Nur gibt es leider auch was ganz unnatürliches und unsympathisches:
Schrankschwestern die hetero spielen und Halbschrankschwestern die sich nur deshalb bisexuell definieren um wenigstens etwas weniger diskriminiert zu werden. Diese sollten sich mal bewusst werden für die Diskriminierung echter Bisexueller in der Community bedeutend mitverantwortlich zu sein!

Ebenfalls mitverantwortlich sind allerdings auch Bisexuelle hier im Forum die monosexuelle Heten und Schwule als festlegt, eintönig, unflexibel oder gar eingeschränkt bezeichnen. Alles schon gehört.

Leute, keiner kann was dafür wie er geboren wurde. Es ist gut so wie es ist!


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