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Fürst Hans-Adam II. stellt sich Schwule offenbar generell als Kinderschänder vor (Bild: flickr / GuentherZ / by 3.0)

Das Staatsoberhaupt des kleinsten deutschsprachigen Landes behauptet, es sei verantwortungslos, wenn schwule Paare "irgendwelche Knaben" adoptieren.

Fürst Hans-Adam II. hat es im traditionellen Neujahrsinterview mit Radio Liechtenstein als "verantwortungslos" bezeichnet, wenn Schwule und Lesben im Adoptionsrecht mit heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden sollten. Er äußerte in dem am Samstag ausgestrahlten Gespräch insbesondere Sorge, dass schwule Paare Jungen adoptierten könnten – und warnte damit indirekt vor Kindesmissbrauch.

Der 70-Jährige, der seit 1989 Staatsoberhaupt von Liechtenstein ist, wurde von Martin Frommelt, dem Chefredakteur des öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders, nach der Gleichstellung von österreichischen Homo-Paaren im Adoptionsrecht gefragt, die auf Gerichtsentscheidungen zurückgeht. "Ist die Adoptionsverweigerung in Liechtenstein noch haltbar", fragte Frommelt. Darauf antwortete der Fürst: "Ich glaube, die müssen wir halten." Und weiter: "Man prüft ja sehr genau, ob eine Adoption im Interesse des Kindes ist und wenn ich dann mir vorstelle, dass da zwei homosexuelle Männer irgendwelche Knaben adoptieren – womöglich auch noch aus Entwicklungsländern – dann muss man wirklich sagen, das ist verantwortungslos, wenn man das zulässt."

Fürst: Kinder sollen "in normale Familie"

Hans-Adam II. erklärte weiter, Kinder hätten das Recht, "in einer normalen Familie" aufzuwachsen. Zwar sehe er die Adoption als weniger problematisch bei lesbischen Paaren an, besonders wenn eine Frau ein leibliches Kind habe. "Aber ich glaube, da muss man schon gewisse Grenzen ziehen."

Als der Redakteur nachbohrte, was Liechtenstein tun würde, wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Gleichbehandlung anordnen würde, sagte der Fürst: "Ich glaub, diesen Gerichtshof kann man immer wieder ignorieren. […] Wenn wir so einem Gerichtsurteil nicht folgen, was sollen sie machen?" Das Gericht habe schließlich "keine Truppen, die bei uns einmarschieren können."

Aktivisten und Politiker schockiert


Die Fürstenfamilie residiert im Schloss Vaduz (Bild: flickr / Dennis Jarvis / by 2.0)

Lucas Oehry, der Chef der liechtensteinischen LGBT-Gruppe Flay, erklärte am Montag, er sei "zwar nicht überrascht gewesen über die Äußerung des Landesfürsten, aber es hat mich doch ein bisschen schockiert und aus der Fassung gebracht". Er kritisierte, dass der Fürst Homosexuelle generell in die Nähe von Pädophilen rücke. Für die Zukunft sieht es Oehry als vorstellbar an, beim Staatsgerichtshof, dem liechtensteinischen Verfassungsgericht, gegen das Adoptionsverbot zu klagen.

Kritik gab es auch aus der Politik. Die Landtagsabgeordnete Helen Konzett-Bargetze erklärte gegenüber Radio Liechtenstein: "Es darf wirklich nicht unwidersprochen bleiben, was der Landesfürst gesagt hat", so die Fraktionschefin der Freien Liste, einer sozialdemokratisch-grünen Partei. Der Fürst habe sehr viele homosexuelle Menschen mit dieser Aussage gekränkt. Er müsse außerdem die liechtensteinische Verfassung und die Europäische Menschenrechtskonvention ernst nehmen. "Man kann einfach nicht sagen, dass homosexuelle Menschen nicht normal sind."

Der Fürst hat in Liechtenstein nicht nur repräsentative Aufgaben wie viele andere Monarchen in Europa, sondern ist mit weitreichenden Regierungsbefugnissen ausgestattet. Die Regierungsgeschäfte hat Hans-Adam II. aber bereits 2004 seinem Sohn Alois übergeben.

In Liechtenstein wurde erst 1989 das Totalverbot homosexueller Handlungen aufgehoben, seit 2001 gibt es ein einheitliches Schutzalter bei Hetero- und Homosexuellen. Im Jahr 2011 wurde in einer Volksabstimmung über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften abgestimmt – mehr als zwei Drittel der Liechtensteiner stimmten für das Gesetz, das gleichgeschlechtlichen Paaren aber nur eingeschränkte Rechte gibt (queer.de berichtete). (dk)



Sechs Verpartnerungen in Liechtenstein

Rund ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Partnerschaftsgesetzes haben sich drei schwule und drei lesbische Paare im Fürstentum Liechtenstein verpartnern lassen.
Liechtenstein: Volk votiert für Partnerschaftsgesetz

In einer Volksabstimmung haben zwei Drittel der Liechtensteiner für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften gestimmt.
Liechtenstein: Stoppt das Volk die Homo-Ehe?

Homo-Gegner haben in Liechtenstein eine Volksabstimmung über die Einführung von eingetragenen Partnerschaften durchgesetzt.
#1 michael008
  • 05.01.2016, 16:51h
  • Diese dümmliche, spiessige und unberechtigt zu Macht und Geld gekommene Person ist eine Gefahr für die Kinder und nicht nur für die.

    Sous !!! le Pont d'Avignon !

    mit dem ganzen Adelspack....
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#2 LucaAnonym
  • 05.01.2016, 17:22h

  • Tja, manche Leute haben es nicht so mit wissenschaftlich bewiesenen Fakten.

    Das schöne ist nur, dass die sich mit solcher Ignoranz selbst disqualifizieren und niemand auf deren krude Theorien hört.
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#3 ZippyAnonym
  • 05.01.2016, 17:43h
  • Einer dieser Ewiggestrigen, die mit Veränderungen nicht umgehen können.

    Wahrscheinlich glaubt der auch noch, die Erde sei eine Scheibe.
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#4 MendeleAnonym
#5 eher soAnonym
  • 05.01.2016, 17:50h
  • Antwort auf #3 von Zippy
  • Bestimmt nicht.

    Dagegen sprechen Geldanlagen in Liechenstein mit Waffengeschäften, bei denen GPS eine Rolle spielt.

    Der Fürst glaubt einfach, dass Homosexuelle Untermenschen mit kriminellen Neigungen sind. Und das möchte er als Fürst allen sagen.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 05.01.2016, 17:53h
  • Rheinischer Jakobinismus auch in Liechtenstein!

    Möge er den Weg der Herzöge von Oldenburg, der Vorfahren der reaktionären Beatrix von Storch, gehen.

    Raus aus dem Schloß.

    Am besten ab ins Exil.

    Hinter den Ural.
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#7 FredinbkkProfil
  • 05.01.2016, 17:54hBangkok
  • Aber Hans-Adam ,hier verwechselst Du was ,

    das mit der Gefahr fuer Kinder ging und geht nicht von schwulen Paaren und Lesben-Paaren aus.

    Erinnere Dich bitte (oder geht das nicht wegen Verdummbiblung oder Alzheimer)

    Ueber 5000 Faelle sexuellen Missbrauchs durch RKK-Pfaffen alleine in Irland...

    Hans-Adam hast Du da Stellung genommen,die Vertuscher und Strafvereidler im Vatikan angeklagt ...

    wir alle erinnern uns da an nichts ....!!!!!
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#8 zoomAnonym
#9 GrafvonHirnlosAnonym
  • 05.01.2016, 18:43h
  • Antwort auf #7 von Fredinbkk
  • " Erinnere Dich bitte (oder geht das nicht wegen Verdummbiblung oder Alzheimer) "

    Wahrscheinlich eher die Folge davon, dass Adelige meist nur unter gleichgestellten "wuerdige" Ehepartner finden; und da gibt's nunmal nicht so viele, und was das fuer die genetische Vielfalt und damit allgem. GEsundheit bedeutet, sieht bzw. hoert man ja. :-/

    Bin nur mal gespannt, ob auch der sich dann irgendwann rausredet mit "aber ich bin da total missverstanden/falsch wiedergegeben worden"

    Vielleicht wird er aber auch seine Meinung "kann man immer wieder ignorieren" nach einer Verurteilung anpassen (muessen), wenn er wegen Verunglimpfung o.ä. angeklagt wurde, und dann entweder eine Geldstrafe bezahlen oder ersatzweise in den Knast soll.
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#10 globoProfil
  • 05.01.2016, 19:10hBerlin
  • Ob Hans-Adam oder Gloria, beide sollten sich besser Sorgen um die RKK mit ihren vielen Missbrauchsfällen machen. Zudem kommt es bei heterosexuellen Eltern immer wieder zu Missbrauch von Kindern -von schwulen Eltern habe ich dergleichen noch nie gelesen.
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