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Transgender-Pionierin Lili Elbe

Wer ist das dänische Mädchen?


Im autobiografischen Film "The Danish Girl" spielt Hollywood-Star Eddie Redmayne die Transgender-Pionierin Lili Elbe (1882-1931) (Bild: Universal)

Am Donnerstag startet "The Danish Girl" im Kino – wir erzählen die außergewöhnliche Geschichte hinter dem bewegenden Film.
In dem berührenden autobiografischen Drama "The Danish Girl", das am 7. Januar in die deutschen Kinos kommt, schlüpft der Ausnahmeschauspieler Eddie Redmayne in die Rolle der Transgender-Pionierin Lili Elbe, deren Geschichte in den 1920er und 1930er Jahren für breite Aufmerksamkeit sorgte – und heute nicht minder aktuell ist.

Im Jahr 1882 kam Lili Elbe als Einar Wegener im dänischen Vejle auf die Welt. Bereits in Kindertagen wurde sie wegen ihrer "Mädchenstimme" von den Brüdern gehänselt.

Während ihres Studiums an der Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen lernte sie Gerda Gottlieb kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und heirateten. Das Paar reiste viel, hatte aber zeitlebens eine enge Verbindung zur dänischen Hauptstadt, in der es ein extravagantes Künstlerdasein pflegte.

Erste OP am Institut von Magnus Hirschfeld in Berlin


Poster zum Film: "The Danish Girl" startet am 7. Januar 2016 bundesweit im Kino

Während Lili, die zum Zeitpunkt der Heirat noch als Mann lebte, sich überwiegend der Landschaftsmalerei verschrieben hatte, machte sich Gerda als Illustratorin und Grafikerin des Jugendstils einen Namen. Schon frühzeitig stand ihr Lili für verschiedene Frauenporträts Modell und fühlte sich zusehends als Frau.

1912 zog es das Künstlerpaar nach Paris, wo Lili hoffte, ihre weibliche Identität freier ausleben zu können. Dort machte sie Bekanntschaft mit dem deutschen Gynäkologen und Leiter der Dresdner Frauenklinik Kurt Warnekros. Nach einigen Untersuchungen erklärte sich dieser bereit, Lilis dringlichem Wunsch einer operativen Geschlechtsanpassung nachzukommen.

Am Berliner Institut für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld wurde ein erster geschlechtsangleichender Eingriff vorgenommen, ehe sie an die Dresdner Frauenklinik überwiesen werden konnte. Dort folgten weitere Operationen. Genaue Details der einzelnen Eingriffe sind heute nicht rekonstruierbar, da die medizinischen Unterlagen im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sind.

Lili bekam neue Papiere, doch ihre Ehe wurde annulliert

Während sie sich bereits einige Jahre vor der ersten Operation nicht mehr "Einar", sondern "Lili" nannte, kam der Nachname "Elbe" erst während ihres Aufenthaltes in Dresden hinzu. Vermutlich in Anspielung auf jenen Ort, der ihr ein neues Leben als Frau schenken sollte. Der dänische König stellte ihr Papiere auf ihren neuen Namen aus, woraufhin die Ehe mit Gerda annulliert wurde.

Im Sommer 1930 wurde Lili Elbe gesund aus der Klinik entlassen und reiste mit Gerda wieder nach Kopenhagen, ehe sie am 14. Juni 1931 für eine letzte Operation nach Dresden zurückkehrte. Am 12. September verstarb Lili in Folge dieses letzten Eingriffs an einer Herzlähmung, die wahrscheinlich auf eine Transplantationsabstoßung zurückzuführen ist.

Kurz nach ihrem Tod wurde Lili Elbes Lebensbericht veröffentlicht, der später als Grundlage für den im Jahr 2000 veröffentlichten Roman "The Danish Girl" von David Ebershoff diente. Mit eindringlichen Bildern hat Regisseur Tom Hooper die Geschichte jener Frau, die durch ihren ungeheuren Mut zu einer Pionierin der Transgenderbewegung wurde, auf die große Leinwand gebracht. (cw)

Eine ausführliche Filmkritik folgt am Freitag.

Youtube | Dieser Featurette-Clip gibt einen kleinen Einblick in die bewegende Geschichte von Lili Elbe
Youtube | Offizieller deutscher Trailer zum Film
Infos zum Film

The Danish Girl. Drama. USA/Großbritannien/Deutschland 2015. Regie: Tom Hooper. Darsteller: Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Ben Whishaw, Sebastian Koch, Amber Heard, Matthias Schoenaerts. Laufzeit: 120 Minuten, Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Universal. Deutscher Kinostart: 7. Januar 2015
Galerie:
The Danish Girl
10 Bilder


#1 AaaaAnonym
  • 06.01.2016, 14:42h
  • Habe den Film gerne angeschaut und die Schauspieler waren auch toll. Allerdings ist er im wesentlichen eine fiktive Geschichte, die nur lose auf den realen Ereignissen basiert. Lili Elbe war intersexuell. Zur Zeit von Lilis Tod lebte ihre ehemalige Partnerin Gerda mit ihrem zweiten Ehemann in Italien, sie war nicht anwesend. Der Film ist zeitlich sehr gestaucht und erzählt Jahrzehnte aus Lilis Leben so, als wären sie in ungefähr einem Jahr passiert. Während Gerda im Film in der Verzweiflung auch mal mit einem guten Freund knutscht, stand sie in der Realität wohl eher auf Frauen (und war für ihre lesbische Erotikmalerei bekannt). Das der König die nun gleichgeschlechtliche Ehe annulierte kommt ebenfalls nicht zur Sprache.

    Das schmälert in keinster Weise einen sehenswerten, ziemlich achtsam gemachten Film (vor allem in den Szenen, in denen Lili Hilfe bei diversen Ärzten und Therapeuten sucht) - aber eine "wahre Liebesgeschichte" ist es eher nicht.

    Danke jedoch, dass ihr über die historische Person berichtet!
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#2 Puder BaerAnonym
#3 nyanAnonym
  • 07.01.2016, 09:33h
  • geil dass malwieder ein film in die kinos kommt in dem das schicksal von transgender personen zur unterhaltung von heten ausgeschlachtet wird, und ebenfalls toll finde ich dass für diese rolle auch noch ein mann gecastet wurde der nicht trans ist, fick die welt.
    es ist mir egal wie "gut" dieser schauspieler ist, der artikel ist nicht kritisch genug und wirkt wie eine werbeanzeige!
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